Asterix – Die Hommage (Egmont) | Comicleser

Asterix – Die Hommage (Egmont)

Dezember 3, 2019
Asterix - Die Hommage (Egmont)

Comic-Hommagen sind „In“ – nicht nur, aber vor allem bei Jubiläen. So spendierte man Lucky Luke zum Siebzigsten drei komplette Bände, einen davon gestaltete der auch bei uns bekannte Matthieu Bonhomme (aktuell: „Kaiserin Charlotte“ bei Carlsen). Und auch Mawil, bereits bestens bekannt durch „Kinderland“, steuerte einen äußerst gelungenen Band bei. Das Marsupilami wurde, bzw. wird in zwei Bänden (der zweite erscheint 2020) gleichermaßen geehrt. Und natürlich auch Asterix zu seinem Sechzigsten, seit seinem ersten Auftritt in Pilote 1959 immerhin einer der berühmtesten Franzosen und der erfolgreichste Comic-Export des Landes. Dabei verfährt man ähnlich wie beim Marsupilami: Kein kompletter Band von nur einem Zeichner, stattdessen trommelte man eine ganze Legion an Künstlern zusammen, von denen jeder einen kleinen Beitrag leisten durfte/konnte.

Das Besondere: Neben dem Gros an franko-belgischen Zeichnern und Autoren sind auch internationale Zeichner am Start, darunter sogar drei Deutsche, denen die Ehre eines Beitrages zuteilwurde: Ebenjener Mawil, dann Flix, der u.a. durch seinen Spirou Band aufhorchen ließ, und Sascha Wüstefeld, den man durch „Das Upgrade“ kennt. Dabei entschieden sich alle drei für eine kurze Comic-Story (es gibt auch etliche ganzseitige Illustrationen in dem Band), wobei es Flix tatsächlich schafft, Wickie in einem Panel unterzubringen! Insgesamt sind die Hommagen des Bandes von unterschiedlicher Qualität, mal mehr, mal weniger originell, mal schräg, mal raffiniert, mal routiniert. Die Ganzseiter stammen von Größen wie Derib, Frank Cho, Blutch, Felix Meynet, Ralph Meyer und Steve Cuzor (die beide beeindruckende Schwarz-Weiß Seiten beisteuern). Auch Altmeister Milo Manara ist ungewohnt züchtig mit von der Partie.

Die Comic-Beiträge, die maximal zwei Seiten umfassen, sind aber das wahre Salz in der Suppe. Sie beziehen sich auch auf eigene Charaktere, auf persönliche Episoden der Zeichner oder finden ganz standardmäßig in Gallien statt. Al Coutelis bringt Tanguix und Laverdurix ins Spiel (er zeichnete selbst als einer von Uderzos Nachfolger die Fliegerserie „Tanguy und Laverdure“), Lupano und Cauuet lassen ihre drei „Alten Knacker“ auf Gallien und die Römer los, Tébo dagegen einen schrägen Römer auf die Gallier. Wunderbar. Lewis Trondheims Seite dagegen wirkt eher uninspiriert (wobei Egmont lobenswerterweise das jeweils für den Zeichner typische Lettering belässt), während Philippe Dupuys („Monsieur Jean“) beide Seiten eher ratlos machen. François Boucq („Bouncer“) thematisiert das Alter von Idefix und Alain Ayroles und Juanjo Guarnido, die gerade mit „Der große Indienschwindel“ Furore machen, sorgen für einen gelungen Schlussgag.

Von internationaler Seite sind noch Zombie-Chefzeichner Charlie Adlard und der Südkoreaner Kim Jung Gi dabei, dessen aufwändig gestaltete Szene aus einem Wagenrennen zum ausgiebigen Studieren einlädt. Ein gelungener und aufgrund der unterschiedlichen Stile, Fantasien und Interpretationen der beteiligten Zeichner und Texter (die freilich nicht alle bei uns bekannt sind – das aktuelle Team, Jean-Yves Ferri und Didier Conrad, ist aber mit dabei) extrem abwechslungsreicher Band, der wie üblich bei uns bei Egmont Ehapa Media sowohl in einer Hardcover- wie auch in einer Softcover-Variante erhältlich ist. (bw)

Asterix – Die Hommage
Text & Bilder: Jean-Yves Ferri, Didier Conrad, Milo Manara,
Charlie Adlard, Flix, Mawil, Sascha Wüstefeld, Tébo, François
Boucq, Alain Ayroles, Juanjo Guarnido, Al Coutelis, Frank Cho,
Derib, Pierre Alary, Wilfrid Lupano, Paul Cauuet, Blutch u.v.a.
64 Seiten in Farbe, Hardcover
Egmont Comic Collection
15 Euro (Hardcover)
7,99 Euro (Softcover)

ISBN: 978-3-7704-4066-5

ASTERIX®- OBELIX®- IDEFIX® / © 2019 LES EDITIONS ALBERT RENE

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