Asterix: Tempus Fugit (Egmont) | Comicleser

Asterix: Tempus Fugit (Egmont)

April 21, 2020
Asterix: Tempus Fugit (Egmont)

Stimmt das denn alles, was uns da der gerade verstorbene Albert Uderzo und v.a. der geniale Comic-Autor René Goscinny, samt deren Nachfolger Didier Conrad und Jean-Yves Ferri, über Jahrzehnte hinweg in bisher 38 Bänden kredenzten? Oder wie die Skeptiker fragen: Was davon stimmt überhaupt, hinsichtlich Galliern und Römern und die damalige Zeit? Wurden die gallischen Häuptlinge wirklich auf Schilden getragen? Fürchteten sie echt, der Himmel könnte ihnen auf den Kopf fallen? Gab es tatsächlich einen Markt für Hinkelsteine? Und natürlich: warf der bezwungene Vercingetorix seine Waffen wirklich auf Cäsars Füße?

Das Büchlein (Tempus Fugit = Die Zeit vergeht), das der französische Autor Bernard-Pierre Molin verfasst hat – es ist sein zweiter Asterix-Sekundärband nach „Unbeugsame Lateinzitate von A bis Z“, das 2017 ebenfalls in der Egmont Comic Collection erschien – checkt die Fakten und gibt Antwort auf solche Fragen. Auf viele der liebgewonnenen Sitten und Marotten, die in den Asterix-Bänden schon längst einen festen Platz einnehmen und die auch durch moderne Legendenbildung beeinflusst wurden, gibt Molin hier aufklärende Erläuterungen. Und das nicht trocken wissenschaftlich, sondern in einer charmanten Art und Weise, gerne mit verschmitztem oder ironischem Unterton und damit für alle Altersgruppen verständlich.

Nach einem kurzen geschichtlichen Abriss über die Gallier und die Römer werden zuerst die o.g. Gallier-Thesen beantwortet, dann geht es um gallisch-römische Verbindungen und Verknüpfungen, bis wir nach Rom gelangen und in dieser Sektion Behauptungen auf den Wahrheitsgehalt überprüft werden, wie die Ordnung in Römerlagern, ob Cäsar ganz England eroberte oder ob die Goten die Vorfahren der Deutschen sind. Oft betont Molin dabei, dass die erhaltenen schriftlichen Quellen von den Römern stammen, da die Gallier (neben anderen Völkern) lediglich mündliche Überlieferungen kannten und keine Schrift hatten. Hier kann man nur auf Erkenntnisse von archäologischen Forschungen zurückgreifen.

Die Thesen, die der unterhaltsame Band verifiziert – oder auch nicht – werden dabei durchweg von passenden Illustrationen aus zahlreichen Asterix-Bänden begleitet. Am Ende werden die in Asterix erwähnten oder besuchten Städte und Regionen behandelt, gefolgt von einem Glossar und Quellenverzeichnis. Für Asterix-Fans ist der Band eine schöne und informative Weiterbildungs- und Vertiefungs-Möglichkeit, in der man immer wieder gerne blättert und dabei gut unterhalten wird. Egal, ob man danach den trockenen Fakten glaubt oder eher bei den liebgewonnenen Versionen von Goscinny und Co. bleibt. (bw)

Asterix: Tempus Fugit
Text: Bernard-Pierre Molin
Bilder: Albert Uderzo
160 Seiten in Farbe, Softcover, Kleinformat
Egmont Comic Collection
15 Euro

ISBN: 978-3-7704-4096-2

ASTERIX®- OBELIX®- IDEFIX® / © 2019 LES EDITIONS ALBERT RENE / GOSCINNY – UDERO

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