Marvel Comics 1000 (Panini) | Comicleser

Marvel Comics 1000 (Panini)

März 24, 2020
Marvel Comics 1000 (Panini)

Letztes Jahr feierte Marvel seinen 80. Geburtstag. Eigentlich eine kleine Mogelpackung, hieß der Verlag, aus dem 1961 dann endgültig Marvel Comics, das „Haus der Ideen“, hervor gehen sollte, doch ursprünglich Timely und später Atlas. Aber was soll’s. Nachdem im letzten Jahr bereits acht Sammelbände mit einem Best Of aus dem jeweiligen Jahrzehnt erschienen, legt Panini nun mit Marvel Comics 1000 eine Jubiläumsnummer nach. Auch dies eine kleine Mogelpackung, wenn man so will, oder eher ein Gimmick, denn der Titel bezieht sich natürlich auf die erste Ausgabe von Marvel Comics im Jahre 1939. Eine durchgehende Reihe dieses Namens gab es nicht, geschweige denn so viele Nummern. Dennoch: Mit Marvel Comics #1 als erste Veröffentlichung von Timely fing das an, was sich viel später zum Marvel Universum entwickeln sollte – immerhin brachte schon das erste Heft die Origin der Ur-Version der Menschlichen Fackel.

Was den Jubiläumsband außergewöhnlich macht, sind zwei Dinge: Zum einen beinhaltet er ausschließlich One-Pager, die von verschiedenen Kreativ-Teams gestaltet wurden. Jede Episode, also jede Seite, bezieht sich dabei auf einen Meilenstein in jedem Jahr der Timely/Atlas/Marvel Historie. Von den Ursprüngen im Golden Age – interessant für Comic-Archäologen – bis zum modernen Marvel-Age, das von Stan Lee, Jack Kirby und Steve Ditko begründet wurde. Zum anderen schafft es Autor Al Ewing (u.a. Avengers, Loki) einen roten Faden durch den Band zu spinnen, den er alle paar Seiten wieder aufnimmt. Eine zwar dünne aber doch feine Handlung voller Anspielungen, die einige der losen One-Pager immer wieder inhaltlich verbindet und so einen weiten Bogen spannt, der eben genau jene 80 Jubiläumsjahre umfasst. Dabei geht es um eine mysteriöse, wie offenbar mächtige, magische Maske, mit unbekannter Herkunft, die man auch Eternity Maske nennt und die zuerst ein Held namens Masked Raider trug. Und die in dem Marvel Event „Incoming“ eine Rolle spielen wird.

1939: Das erste Heft

Zu den Kreativteams gehören bekannte wie auch weniger bekannte Namen, die allesamt einen stilistischen Querschnitt bieten: Alex Ross, von dem auch das Cover stammt, zeigt seinem gewohnt mächtig realistischen Malstil. Oder Zeichner wie Mike Allred, Leinil Francis Yu oder Rob Liefeld, deren Stil man sofort erkennt. Andere Größen sind Howard Chaykin, Tim Sale, Jeff Lemire oder Mark Buckingham, der sich gemeinsam mit Neil Gaiman einer Miracleman-Seite widmet. Mal witzige, mal ernste Episoden wechseln sich munter ab, was den Band trotz seiner schlaglichtartigen Patchwork-Geschichten nie langweilig werden lässt. Eine Galerie mit US-Variantcovern beschließt den Band, der neben der Nummer 1000 auch die 1001 umfasst, wo ebenso die Eternity Maske in einer Rahmenhandlung thematisiert wird. Der Band ist ist – oder besser war – auch in einer Hardcover-Variante erhältlich, mit einer Auflage von (natürlich) 1000 Exemplaren. (bw)

Marvel Comics 1000
Text: Al Ewing, Jeff Lemire, Neil Gaiman, Howard Chaykin,
Joe Hill, Roy Thomas u.v.a.
Bilder: Tim Sale, Mark Buckingham, Mike Allred, John Cassaday,
Alex Ross, Klaus Janson u.v.a.
132 Seiten in Farbe, Softcover
Panini Comics
15,99 Euro

ISBN: 978-3-7416-1566-5

Tags: , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Comments are closed.