Deadpool-Tag / Killer-Kollektion, Band 5 (Panini) | Comicleser

Deadpool-Tag / Killer-Kollektion, Band 5 (Panini)

Januar 27, 2016

Deadpool-Tag 2016

Aufgepasst, liebe Kinder! Nur noch ganz wenig schlafen, dann kommt Onkel Deadpool ins Kino! Genauer gesagt ab 11. Februar versohlt uns unser Lieblingsmaulheld auf der Leinwand den Popo, worauf wir uns natürlich inniglich freuen. Aber damit die Zeit bis dahin nicht allzulange wird, können wir uns schon jetzt mit zwei Dingen trösten. Zum einen den Deadpool-Tag, mit dem am Samstag, 30. Januar alle Freunde des unvergleichlichen Söldners in rotem Gummianzug im Comicladen ihres Vertrauens nicht nur einen Gratis-Comic mit vier (vier!) exklusiven Deadpool-Kurzgeschichten abstauben, sondern auch eine kühle Maske, die dann direkt neben die Darth Vader-Maske vom Star Wars-Tag (diverse Batman-Tag-Masken nicht zu vergessen) an der Wand landen sollte. Im Frankfurter Comicladen T3 Terminal Entertainment signiert im Jahr eins nach dem Jubiläum mit Mirko Colak sogar ein waschechter Deadpool-Zeichner. Also nichts wie auf zum Händler Eures Vertrauens, den ihr sicherlich in dieser Liste findet:

www.paninicomics.de/DeadpoolTag

Deadpool Killer Kollektion, Band 5 (Panini)Und zum anderen können wir uns natürlich auch an den neuen Abenteuern des Kollegen laben, die uns in Form des fünften Bandes der ‚Deadpool Killer-Kollektion‘ entgegenkommen. Dazu erinnern wir uns kurz, was bislang geschah: Wade Wilson wurde von T-Ray windelweich geprügelt, anders lässt sich das nun mal nicht sagen. Gut, dass die schmucke Zoe Culloden (mit dem berühmten Schlachtfeld, auf dem es für die Schotten kurze Ohren setzte – im Boxsport steht k.o. für kurze Ohren, wie mein Vater mich weiland aufklärte – nicht verwandt oder verschwägert) auftaucht und ihm ein Angebot macht, wie es auch der gute Doctor Who nicht besser auf Lager hätte: Deadpool soll sie doch durch ein intergalaktisches Portal begleiten und sich endgültig als ehrenhafter Held beweisen. Da es für den lieben Wade gerade alles andere als rosig aussieht, schlägt er ein und landet flugs in der Entwicklungsabteilung von Landau, Luckman und Lake, einer Art galaktischer Vermittlungsagentur, die seine Fähigkeiten testet. Man wartet nämlich auf die Ankunft eines irgendwie gearteten Metawesens, und dem könne man nur mit einem Mithras, einer Art würdigem Herold, begegnen. Zoe und ihr Chef Dixon (von Deadpool gerne als Dixon-Arsch bezeichnet) verfolgen mit ihrer Mithras-Direktive offenbar ganz eigene Ziele, aber bevor wir allzu viel nachdenken können, muss sich Deadpool erst einmal mit dem Mutanten-Monster Doris herumschlagen, einem entkommenen biologischen Experiment, das bei LLL für Chaos sorgt.

Danach gönnt er sich eine kleine Auszeit und lässt sich von seinem alten Spießgesellen Bullseye für einen Job in Griechenland anheuern – wobei ihm Bullseye auf den Kopf zusagt, dass Deadpool offenbar eine massive Krise hat, weil er nicht mehr zur ersten Garnitur der Killer gehört und weil ihm Blind Al, seine Mitbewohnerin/Gefangene/Geliebte, was auch immer, irgendwie übelgenommen hat, dass er sie kurzzeitig in ein Verlies gesperrt hat und ihn seitdem nur noch kühl-distanziert als Herrn und Meister behandelt. Auch seine ehemaligen Kumpels, allen voran C.F. und Fenway, trauern ihrem Spießgesellen nach – aber der Chef des ehemaligen Haus- und Hof-Etablissements Hellhouse hängt weniger an seinem alten Stammgast und händigt dem plötzlich auftretenden Ajax allzu gerne alle Informationen aus, die er über Wade besitzt. Während Wade sich an Blind Al zunehmend die Zähne ausbeisst, stattet Ajax dem ehemaligen Weapon X-Wissenschaftler Killebrew einen ruppigen Besuch ab und entreißt ihm nach perfider Folterung die Informationen, die ihn zum Objekt seiner Begierde führen könnten. Kaum gelingt es dem guten Wade, sich bei Blind Al zu entschuldigen, als er buchstäblich auch schon in neue Schwulitäten stürzt: irgend jemand schubst ihn von einer Klippe und befördert ihn damit ins Totenreich, wo die ebenso kurvige wie knochige Death, die geliebte Herrin von Thanos, schon auf ihn wartet und durchaus überraschende Einblicke in seine geheimsten Erinnerungen gibt…

Und 333 mal als Hardcover

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Die hier zusammengestellten Stories erblickten bereits Ende der 90er das Licht der Comicwelt und liegen somit doch einige Jahre vor der aktuellen Kontinuität des Marvel-Universums. Wade Wilson erscheint dabei zwar ebenso kalauernd und respektlos wie in den eher neueren Miniserien (wie etwa ‚Deadpool vs. Carnage‘ oder ‚Deadpool: Draculas Braut‘) und One Shots (wie passend für diesen Herren), aber die satirische Reflektion des Mediums, die ironische Illusionsbrechung und damit der intellektuelle, augenzwinkernde Nerd-Spaß an der Figur (brillant etwa in ‚Deadpool vs. Hawkeye‘) stehen hier noch im Hintergrund. Vielmehr erleben wir eine wilde Achterbahnfahrt durch Raum und Zeit, mit einer wüsten Mischung aus Feinden (Ajax, Death, Killebrew), dubiosen Kumpanen (Bullseye) und entfremdeten oder verlorenen Freunden (Blind Al). Etwas psychologischer kommt die Death-Episode daher, in der Deadpool im Reich zwischen Leben und Tod schwebt und an seine Anfangstage gemahnt wird, als er sich als todgeweihter Krebskranker freiwillig dem Waffe X-Programm zur Verfügung stellte und dem sadistischen Killebrew und seinem Helfershelfer Francis in die Hände fiel.

Dem Leser wird dabei einiges an Vorkenntnissen abverlangt (Waffe X! Beyonder! usw.), aber wer sich von der teilweise etwas schwer zu durchschauenden Handlungsführung aus der Feder von Joe Kelly und James Felder nicht abspenstig machen lässt, wird durch ein furioses Actionfest zu Lande, zu Hause und im Weltraum belohnt, das von Walter McDaniel, Steve Harris (nicht der Maiden-Basser, nehme ich an?) und Pete Woods sehr knallig im Superheldstil inszeniert wird. Leicht bizarr wird es dann beim letzten Beitrag, in dem sich Wade mit einer dämonischen Kleinausgabe von sich selbst, Widdle Wade, herumschlagen darf – aber Spaß muss beim Söldner mit der Megaklappe ja erlaubt sein. Der vorliegende fünfte Band der Killer-Kollektion bringt die US-Originale Deadpool 15-17 von 1997, das Deadpool/Death-Annual von 1998 sowie das Deadpool Team-Up 1 aus demselben Jahr unter einen Hut. Eine auf nur 333 Stück limitierte Hardcover-Variante für schlappe 29 € lässt einmal mehr Sammlerherzen höher schlagen. (hb)

Deadpool Killer-Kollektion, Band 5: Der Kuss des Todes
Text: Joe Kelly
Bilder: Pete Woods, Walter McDaniel, Steve Harris
156 Seiten in Farbe
Panini Comics
16,99 Euro

ISBN: 978-3-95798-403-6

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