Star Wars Memories… | Comicleser

Star Wars Memories…

August 20, 2015

Star Wars-Comic-Tag 2015

Aufgepasst! Am 22. August ist Star Wars-Comic-Tag!

Der bevorstehende Reboot der Serie in den genialen Händen von J.J. Abrams konnte ja schon mit dem ersten Trailer die Fangemeinde rund um den Globus in helle Aufregung versetzen. Kein Wunder, tritt doch gegen Ende der viel zu kurzen Szenen ein zwar älter gewordener, aber immer noch unvergleichlicher Haudegen auf und stellt fest, man sei endlich zu Hause. Nachdem bis zum Filmstart am 17.12.2015 aber noch einige Umkreisungen des Planeten bevorstehen, nimmt Panini die Vorfreude zum Anlass, die Star Wars-Comicreihe am 25. August neu zu starten – und zwar mit neuen Stories, einer neuen Nummer 1 und vor allem einem bundesweiten Star Wars Tag. Am Samstag gibt es bei allen teilnehmenden Comic-Läden dazu einen Event, bei dem man sich nicht nur ein Gratis-Comic, sondern auch Variant Cover der Nummer 1 und vor allem eine Darth Vader Maske abholen kann. Eine Übersicht der Mitmach-Läden gibt es hier:

http://www.paninicomics.de/module/specials/static/star_wars_comic_tag/img/haendlerverzeichnis.pdf

Die Comicshop Variante der neuen Nr. 1

Die Comicshop Variante der neuen Nr. 1

Aber bevor wir nun alle mit dieser Maske um unsere Kinder herumstreichen und „Ich bin Dein Vater!“ krächzen, erinnern wir uns doch gerne an das Jahr 1978, als am 10. Februar der erste Krieg der Sterne-Film auch in den deutschen Lichtspielhäusern landete – vor Internet-Hype, vor Trailer-Downloads und vor allem vor omnipräsent verfügbaren Datenträgern. Da verfolgte man nämlich vollständig atemlos im Fernsehen (z.B. im Großen Preis, der Spielshow, die die ganze Familie liebte und in der Wim Thoelke aussah wie Herr Kaiser von der Versicherung) die kurzen Spots, in denen ein Jüngling in weißer Tunika eine ebenso weiß gekleidete Holde mit einem wagemutigen Schwung über einen Abgrund rettete und Raumschiffe durch das Weltall rasten. So etwas hatte man noch nie gesehen, wollte das aber natürlich doch so dringend.

Und da lag das Problem: Kino war damals etwas Besonderes. Eines sei hier klar betont: ich gehörte zu den wenigen Glücklichen, die überhaupt dahin gekarrt wurden, 3-4 Mal im Jahr, zu Highlights wie James Bond oder auch Superman, der 1979 in die deutschen Kinos einschwebte und vollkommen alternativlos war. Ich war also ohnehin schon ein Günstling der Götter. Aber das mit diesem Sternenkrieg 1978, das ging für einen 9jährigen Sprössling dann doch selbst meinem massiv wohlwollenden Vater zu weit, der flugs eine Ausrede ersann: die Spielzeiten seien allesamt um Mitternacht und somit natürlich nicht diskutabel. Dem musste man natürlich Glauben schenken, immerhin war das ja ein Film für Erwachsene, so dachte man. Auch im Radio verfolgte einen die Werbung für diesen unfassbaren Film aus Amerika, die in unheilsdräuendem Ton verkündete: „Ihr Kinosessel wird zum Cockpit eines Raumpiloten!“, und als wir im Auto das Haus- und Hofkino just im dem Moment passierten, als eben jene Stimme ertönte, kommentierte der fahrende Vater grummelnd: „Ja, nachts um 12!“

Das Hörspiel! Dank an Markus Hable.

Das Hörspiel! Dank an Markus Hable.

Ich hatte wie die Wanderer vor Dantes Höllentor schon alle Hoffnung fahren lassen, als ich den örtlichen Elektroladen passierte und dort eine kleine, blaue Schachtel entdeckte, die das Bild von zwei possierlichen Gestalten zierte: ein großer goldener und ein kleinerer rundlicher Roboter waren da zu sehen, und daneben die verlockende Schrift „Krieg der Sterne“. Es handelte sich um nichts anderes als die Kassette mit der Hörspielfassung des Films, und nach einer kurzen Überredungsphase durfte ich eben diese erstehen. Atemlos wurde das Werk in den heimischen Rekorder eingelegt, und ab dann war die Welt irgendwie ein wenig anders: „Es herrscht Bürgerkrieg“, berichtete eine unglaublich eindrucksvolle Stimme nach der sattsam bekannten Fanfare, und man war gefangen von den Abenteuern des jungen Luke Skywalker, der sich aufmacht, das Imperium zu besiegen, verfolgt von Darth Vader, unter dem Schutz des geheimnisvollen Ben Kenobi, der hinter den Hügeln wohnte.

Das Gratis-Heft

Das Gratis-Heft

Da erklangen wie auf der Packung vermerkt wirklich die Original-Dialoge der deutschen Synchron-Fassung, überbrückt durch einen Erzählerkommentar – und binnen zwei Wochen konnte ich eben diese vollständig auswendig, was bis heute so geblieben ist: „Lass uns das Ding in die Luft jagen und heimfliegen!“, rezitierte man freudig – und auch wenn Harrison Ford dem verdutzten George Lucas entgegenhielt, so einen Blödsinn könne man zwar schreiben, aber doch nicht aufsagen, begeisterte es uns vollständig, dass der Rasende Falke den Kossal-Flug in weniger als 2,5 Parsec absolvierte, ohne dass dieser Satz auch nur ein Jota Sinn zu ergeben brauchte.

Als dann 1980 ‚Das Imperium schlägt zurück‘ in die Kinos kam, war ich schließlich alt genug und konnte auf der Leinwand mitfiebern. Als es im gleichen Jahr dann auch eine Reprise von Krieg der Sterne gab (wie gesagt, damals gab es weder Video noch sonst eine anderweitige Chance, einen Film zu sehen!), besuchten wir – ich bin bis heute dankbar – selbst nach einer Heimfahrt aus dem Skiurlaub abends dann noch die Vorstellung, und auch wenn mein Vater nach dem Vorspann selig einschlummerte, buchstabierte ich alles mit und bin bis heute beeindruckt von diesem Erlebnis. Irgendwie muss ich diese Hörspielkassette organisieren, damit ich noch einmal zuhören kann, wie Ben Kenobi feststellt: „Es gibt eine Alternative zum Kämpfen.“ Heute würde ich das sogar verstehen. (hb)

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