Avengers der Einöde (Panini) | Comicleser

Avengers der Einöde (Panini)

Dezember 2, 2020
Avengers der Einöde - Helden der Postapokalypse (Panini Verlag)

Schlechte Zeiten für Helden. Zumindest in dieser Welt, die man „Einöde“ nennt. Hier, in dieser postapokalyptischen Version der Erde haben die Schurken über die Helden gesiegt. Seit Jahrzehnten herrscht damit das Gesetz des Stärkeren. Schöne neue Welt? Nein. Jetzt, nachdem sie Old Man Logan bei seinem letzten Weg begleitet haben, versuchen sich Danielle (die Tochter von Jessica Jones und Luke Cage, die nun Mjolnir, Thors Hammer, schwingt) und Bruce Jr., Sohn des Hulk, an einem bescheidenen Neuanfang. Der jäh unterbrochen wird, als Ant-Man, alias Dwight Barret auftaucht, der doch tatsächlich Dooms Angriff überlebt hat. Und Doom ist noch immer das große Problem. Er herrscht despotisch über New Latveria, schaltet systematisch alte Gegner aus und muss gestoppt werden. Ein scheinbar aussichtsloses Unterfangen, das das Trio, dem sich bald weitere Helden anschließen, dennoch mutig angeht…

Die Einöde, irgendwann in einer möglichen Zukunft, kennen wir v.a. aus Old Man Logan. Dort begleiten wir nun die alternativen Versionen von Thor, Ant-Man, Hulk und anderen bei ihrer großen Quest, den Tyrannen Doom, den letzten noch lebenden Heldenkiller zu stürzen. Auf ihrem langen Weg begegnet die zusammengewürfelte, unerfahrene neue Heldentruppe, die sich als Team noch finden und ihr Misstrauen gegeneinander noch ablegen muss, immer wieder alten Bekannten, ob Freund oder Feind – teilweise noch lebende Feinde mit Kurzauftritten oder neue Helden im alten Gewand. Ed Brisson legt seine Story angenehm gradlinig an, jedes US-Heft hat seine(n) Antagonisten, seinen Konflikt und endet mit einem Cliffhanger. Was an alte Marvel-Zeiten erinnert. Dennoch sind die Episoden nicht flach oder eintönig erzählt. Das Team findet sich, reift und birgt auch die eine oder andere Überraschung.

Die Variant-Cover-Edition

Die Versionen bekannter Helden variieren dabei, wie so oft bei Alternativ-Welt-Geschichten, was neue Perspektiven eröffnet (Hulk Junior liest mit Vorliebe wissenschaftliche Abhandlungen, Ant-Man kontrolliert nicht nur Ameisen) und zusätzlich für frischen Wind sorgt. Brisson muss sich nicht an der offiziellen Heldenhistorie orientieren und kann auch blutiger, endgültiger seine Story anlegen. Gezeichnet hat den Band Jonas Scharf aus Nürnberg, der gerade dabei ist, sich bei Marvel zu etablieren. Sein Stil ist kräftig (er tuscht auch selbst) und realistisch, die Figuren und Mimiken ausdrucksstark und auch in den Actionsequenzen gibt er sich keinerlei Blöße. Der Band beinhaltet die komplette Miniserie „Avengers of the Wasteland“ mit fünf Heften, die von März bis Juli 2020 in den USA erschienen sind. Auch eine limitierte Variant-Cover-Edition (ebenfalls als Softcover) mit einer Auflage von 444 Exemplaren ist erhältlich. (bw)

Avengers der Einöde – Helden der Postapokalypse
Text: Ed Brisson
Bilder: Jonas Scharf
116 Seiten in Farbe, Softcover
Panini Comics
14 Euro

ISBN: 978-3-7416-1933-5

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