Old Man Logan, Band 7 (Panini) | Comicleser

Old Man Logan, Band 7 (Panini)

October 23, 2018

Wieder einmal sucht Logan, der gealtert aus einer anderen, für ihn tragisch verlaufenen Zeitlinie zu uns kam, seine Ruhe. Aber nicht in der Natur, sondern ausgerechnet im pulsierenden Tokio, einem wichtigen Ort seiner Vergangenheit. Doch natürlich wird daraus nichts. Bei einer Keilerei stößt er auf Gangster, deren Gliedmaßen aufgrund einer neuartigen Droge sofort nachwachsen, was natürlich sofort Logans Interesse weckt. Die Spur führt zu dem Crazy Thunder Clan, der mit der experimentellen Droge Regenix handelt. Die stammt – natürlich illegal – von der Yashida Corporation, deren Chef Shingen Harada auch als Silver Samurai bekannt ist. Doch auch die Hand, jene mystische Ninja-Organisation, die einst auch Elektra ausbildete, ist hinter der Droge her, soll sie doch deren zahllose Ninja-Schergen unbesiegbar machen. Anführer der Hand ist Tomi Shishido, alias Gorgon, dessen Blick Menschen in Stein verwandelt. Ein harter Brocken für Logan, der sich natürlich heftigst in die Sache einmischt, nicht ahnend, dass Gorgon mit der Scarlet Samurai eine faustdicke, nicht gerade freudige Überraschung in petto hat…

Wieder einmal Japan, Schauplatz etlicher Wolverine-Storys (siehe auch der Kinofilm „Wolverine: Weg des Kriegers“, ebenfalls mit dem Silver Samurai) und Ort der Begegnung mit seiner großen Liebe Mariko. Logan, mit dessen Selbstheilungskräften es nicht mehr zum Besten steht, bekommt es hier mit zwei harten Gegnern zu tun. Mit einem davon, dem Silver Samurai, muss er sich verbünden, sollte er gegen Gorgon und die scheinbar unendliche Masse der Ninjas der Hand (beindruckend die Sequenz, als die Ninjas einem Ameisen-Gewimmel gleich die Wand des Yashida-Wolkenkratzers hochklettern) eine Chance haben. Und als Gorgon die Identität der Scarlet Samurai enthüllt, wird es nicht besser. Zu einem geschwächten Logan gesellt damit auch sich ein veritabler Schockmoment, den er erst einmal verdauen muss. Dann wechselt der Schauplatz auf die Insel Madripoor. Denn dorthin lieferte der Crazy Thunder Clan die Droge. Wieder kommt es zum Konflikt mit der Hand und Gorgon und diesmal scheint Logan endgültig den Kürzeren zu ziehen.

Zwei Schauplätze, zwei Stories, die miteinander verknüpft sind. Zwei Zeichner und ein Autor. Den Anfang macht der fleißige Brasilianer Mike Deodato Jr. („Scarlet Samurai“, drei Hefte), der Comicfans schon lange ein Begriff ist – besuchte er doch schon 1998 anlässlich des „Wonder Woman“ Neustarts beim Dino Verlag den Erlanger Comic-Salon, Anstell-Chaos inklusive. Deodato, der bekannt ist für die Darstellung attraktiver Frauenfiguren, versteht es immer wieder, über die Jahre seinen charakteristischen, elegant weichen Zeichenstil zu variieren. Hier arbeitet er mit Rastern, wodurch seine Panels zwar an Tiefe gewinnen, was jedoch auf Kosten zeichnerischer Details geht. Dennoch stehen die Bilder mit ihrer Stilisierung und abstrakten Tendenzen ganz in der Tradition eines Andrea Sorrentino (u.a. „Ich, der Vampir“), der die Reihe unter der Regie von Jeff Lemire lange zeichnete und prägte (die ersten vier Bände).

Der abschließende Zweiteiler „Mond über Madripoor“ wird dann von Ibraim Roberson („X-Men“) gestaltet, jetzt wieder in einem klareren Stil und mit konventioneller Panel-Einteilung, was die Optik qualitativ etwas schwächeln lässt. Insgesamt aber führt Autor Ed Brisson („Sons of Anarchy“), wie Logan ein Kanadier, der die Reihe mit Band 6 übernahm, diese stilsicher fort und sorgt für eine unterhaltsame und spannende Mischung, wobei dieses Mal die ungewöhnliche Herkunft des Old Man (inkl. tiefer Schuldgefühle) einmal eine kleinere Rolle spielt. Dafür gibt es wieder Action satt, in der immer wieder die Verwundbarkeit des Helden thematisiert wird und so für Spannung sorgt, wobei die Story einem unerwarteten Wiedersehen gekrönt wird. Was dann doch wieder weit in die Vergangenheit Logans, bzw. Wolverines zurück reicht.(bw)

Old Man Logan, Band 7: Mond über Madripoor
Text: Ed Brisson
Bilder: Mike Deodato Jr., Ibraim Roberson, Andrea Sorrentino
116 Seiten in Farbe, Softcover
Panini Comics
13,99 Euro

ISBN: 978-3-7416-0836-0

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