Centaurus, Band 5 (Splitter) | Comicleser

Centaurus, Band 5 (Splitter)

Mai 8, 2020
Centaurus, Band 5: Welt des Todes (Splitter Verlag)

Während auf dem Weltenschiff der Sauerstoff knapp zu werden droht und die Bevölkerung, die Menschen, die seit 400 Jahren und seit Generationen auf das Ende ihrer Reise warten, darauf drängen, endlich auf den Planeten – die vermeintliche neue Erde – übersiedelt zu werden, nimmt dort ein Drama seinen Lauf. Der Fremde, der Letzte seiner Art, der Master genannt wird, enthüllte den übrigen Mitgliedern des ersten Erkundungstrupps um Richard Klein gerade, welche schreckliche Gefahr auf dem Planeten wirklich umgeht. Nun merkt auch Peter, dass er wie Yoko auf dem Weltenschiff bereits vor Jahren von der fremden Macht beeinflusst wurde und erkennt die Last der Schuld, mit der er zukünftig leben muss. Nachdem es Peter endlich gelingt, mit dem Gouverneur Kontakt aufzunehmen, scheint es bereits zu spät. Eine zweite Landungsfähre, deren Besatzung die Übersiedlung vorantreiben soll, ist unterwegs und wird nach der Landung, gerade als die Warnung eintrifft, von der unbekannten Macht attackiert. Nun liegt es an dem kleinen Häuflein um Richard und Peter, nicht weniger als den gesamten Rest der Menschheit zu retten…

Viele der Mysterien rund um die vermeintliche neue Erde, die die ersten drei Bände der Reihe sukzessive aufgebaut haben, wurden bereits am Schluss von Teil 4 („Welt des Schreckens“) gelüftet: Einst landeten humanoide Wesen mit futuristischen Technologien auf dem Planeten, um von dort aus andere Welten zu erkunden (oder gar zu erobern? – das bleibt Interpretationssache), darunter auch unsere Erde – was ganz nebenbei den irdischen Mythos der fliegenden Untertassen erklärte. Dann kam das Übel über die namenlose Welt in Gestalt eines Meteoriten, der nicht weit von der Basis der Wesen einschlug. Das Böse, Fremde, das aus dem Nichts auftaucht, unerklärt und vernichtend, eine Invasion von außen, der man machtlos gegenübersteht – hier klingt H.G. Wells‘ „War of the Worlds“, die Mutter aller Invasionsepen, an, wie auch natürlich Lovecrafts „Die Farbe aus dem All“, gerade erst in einer gelungenen Adaption im Carlsen Verlag erschienen.

In „Centaurus“ ist das Übel noch eine gehörige Nummer größer, nimmt gewaltige Ausmaße an. Unter der Oberfläche des ganzen Planeten hat es sich ausgebreitet, ein wucherndes Geflecht, wie ein bösartiges Geschwür. Es zeigt sich nur abstrakt in Form von Tentakeln, ist offenbar hochintelligent und mit in einer ausgesprochen Perfidie ausgestattet. Vernichtung um der Vernichtung willen treibt es an. Mehr wissen wir nicht, wie auch die menschlichen (und nicht menschlichen) Protagonisten. Das Ende, soviel sei ohne zu spoilern verraten, ist gründlich. Optisch beeindruckt auch hier wie im Vorgänger die „Basis“ des Masters mit ihren weißen, kühlen Wänden und geometrisch sauberen Strukturen, die ein futuristisches Design ergeben. Ein Gegensatz zur üppigen Natur des Planeten, zu den chaotischen Mördertentakeln und den nachgebildeten berühmten Bauwerken, die als irritierende Fremdkörper auf dem Planeten zu finden sind. Leo, sein Co-Autor Rodolphe und Zeichner Zoran Janjetov (wieder unterstützt von seinem Sohn, der die Kolorierung besorgte) präsentieren somit einen gelungenen Serienabschluss. (bw)

Centaurus, Band 5: Welt des Todes
Text: Leo, Rodolphe
Bilder: Zoran Janjetov
48 Seiten in Farbe, Hardcover
Splitter Verlag
15 Euro

ISBN: 978-3-95839-191-8

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