Aliens vs. Avengers (Panini) | Comicleser

Aliens vs. Avengers (Panini)

Dezember 15, 2025
Aliens vs. Avengers: Der finale Kampf  (Panini Comics)

Earth’s mightiest heroes, so hießen sie mal, die Rächer. In einer alternativen Zukunft ist davon kaum etwas übrig geblieben: Aliens haben die Erde überrannt, einige wenige Widerstandszellen halten sich in Person der Inhumans und des Volks von Wakanda hartnäckig. Nur eine von der Weyland-Corporation selbst konstruierte Stadt hält einigermaßen stand, wo die gealterten Bruce Banner, Tony Stark und Carol Danvers auf Valeria, die Tochter es längst gefallenen Reed Richards, warten. Die hat die geniale Idee, die Sache an der Wurzel zu packen und die Alien-Eier mittels Virus zu zerstören – eine Rolle, die ein gewisser Symbiont in Schwarz nur allzu gerne einnimmt und dabei mit dem letzten lebenden Spiderman Miles Morales die sattsam bekannte Bindung eingeht.

Gerade als Tony Stark die letzten Menschen mit auf eine Rettungsmission ins All nehmen will, bringt der nach wie vor unnachgiebige Captain America ein paar weitere Versprengte mit – aber trotz einer todesmutigen Attacke des Hulk kommt jede Hilfe zu spät. Beim Start wird das Schiff von Tony Stark so stark beschädigt, dass man auf dem Mars notlanden muss, der letzten Mutanten-Bastion, die sich allerdings ebenfalls unter Herrschaft von Mr. Sinister von Aliens überrannt zeigt, die das Schiff endgültig zerstören. Als alles verloren scheint, tritt urplötzlich Logan auf, der sich mit Carol Danvers wieder in die Schlacht wirft…

Keine strahlenden Helden, die alles Kroppzeug zu Klump hauen, und schon gar keine fröhliche Klopperei von Xenomorphen und irgendwelchen Weltraum-Jägern – nein, durchweg gealterte, gebrochene Figuren treten uns in dieser What If?-Dystopie aus der Feder von Jonathan Hickman auf. Fast schon im Geiste eines Dark Knight Returns sind die ehemaligen Heroen am Boden: Tony Stark sitzt im Rollstuhl, Bruce Banner ist ein Schatten seiner selbst, Carol Danvers erscheint als alte Dame, Cap kämpft mit weißem Rauschebart – nur in ihrer jeweils alternativen Form glänzt noch etwas vom alten Heldentum durch, das die Aliens längst ausgelöscht haben.

Missetäter ist ausnahmsweise mal nicht die Weyland Yutani Corporation, sondern die Armee der Androiden, die – kleine Replik auf die Alien-Prequels Prometheus und Alien: Covenant – die Viecher bewusst aussetzen, um alles niedere organische Leben zu vernichten. Dabei beschleicht einen aber allerdings die durchaus berechtigte Frage, ob Mensch und Alien wirklich so verschieden sind, wie Mr. Sinister zynisch feststellt: „Vor allem fasst es perfekt zusammen, was wir über die Gesellschaft gelernt haben. Wir werden unter Schmerzen geboren, verschlingen alles… und lassen nichts als Vernichtung zurück.“

So baut Hickman eine düstere, verstörende Vision auf, die neben jeder Menge deftiger Action und einem wilden Ritt durch die Alien-Mythologie auf einige existentialistische Fragezeichen setzt: „Ich frage mich schon seit Jahren, ob die Aliens nur ein verlängerter Arm dessen sind, was in den Abgründen unserer Seelen lauert. Mir stellt sich die Frage: wenn es in ihnen steckt, war es dann die ganze Zeit in uns?“ Esad Ribić bringt die Sause mit stimmig-atmosphärischer Farbgebung, kantigem Stil und eindrucksvollen Alt-Versionen der Rächer mit Wucht zu Papier. Der vorliegende Band bringt die Miniserie Aliens vs. Avengers 1-4, die im Original von Oktober 2024 bis August 2025 lief. (hb)

Aliens vs. Avengers: Der finale Kampf
Text: Jonathan Hickman
Bilder: Esad Ribić, Ive Svorcina (Farben)
152 Seiten in Farbe, Softcover
Panini Comics
20 Euro

ISBN: 978-3-7416-4225-8

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