Batmans Grab, Band 2 (Panini) | Comicleser

Batmans Grab, Band 2 (Panini)

April 1, 2021
Batmans Grab, Band 2 (von 2) Panini Comics

Terroranschläge suchen Gotham heim: die Scorn-Armee attackiert den Polizeiapparat wo möglich. Das kann sich der Mitternachts-Detektiv, der gemeinsam mit Gordon in Arkham Asylum gerade so einem Mordversuch entging, natürlich nicht zulassen. Äußerst ruppig nimmt er Colonel Sulphur in die Mangel, der ihm unter Androhung höchster Unannehmlichkeiten eröffnet, dass er sich demnächst bei „Position 5“ einfinden müsse. Dort wartet zum vereinbarten Zeitpunkt natürlich unser altes Spitzohr und wird von einer maskierten Gestalt im wahrsten Sinne explosiv empfangen.

Batman wird dabei zwar reichlich lädiert, schafft es aber, per Baterang zumindest eine Blutspur des Missetäters zu erhaschen, die er in der Bathöhle auswertet und so auf die Spur des Gesellen kommt, der es mit dem ganzen Justizsystem aufnimmt: offenbar hat man es mit Robert Anthony zu tun, dem Sohn eines Mafia-Schergen namens „Good Thing Killer“, der vor Jahren im Kugelhagel starb – woran der Filius natürlich der Polizei die Schuld gibt und auf Rachefeldzug geht.

Mit seiner Scorn-Armee sieht er sich als Gegenstück zu Batman und führt Krieg gegen das System, das ihm (so seine verdrehte Weltsicht) seine Eltern genommen hat. Immer heftiger und wütender werden seine Attacken, immer wieder vereitelt von Batman, der nach jedem Angriff geschundener und erschöpfter ins Batmobil fällt. Als dann auch noch Alfred in Wayne Manor selbst vom „Herzfresser“ Stirk überfallen wird, ist das Maß endgültig voll…

Das Doppelgänger-Motiv kennen wir aus der reichen Batman-Historie durchaus sattsam, wobei Warren Ellis hier weg von den üblichen Verdächtigen Two Face und Joker hin zu einer anderen Konstellation geht: ein Lumpensohn interpretiert seine Malaise kurzerhand wie die des dunklen Ritters und versucht ein verbrecherisches Gegenbild dazu aufzubauen. In einem perfiden Psycho-Spiel dreht Batman diesen Spieß um und unterläuft den Lebensentwurf seines Widersachers, indem er falsche (wobei wir das nicht überprüfen können) Informationen über dessen Familienhistorie streut und den Kontrahenten so aus dem Konzept bringt.

Batmans Grab, Band 2 - limitierte HC-Edition
Das limitierte Hardcover

Dabei greift Ellis tief in die Mythologie von Gotham und serviert mit Colonel Sulphur das Update einer Figur, die schon im Mai 1972 von Denny O’Neill als psychologisch versierter Terrorist für die Story „At Dawn Dies Mary MacGuffin!“ in Batman 241 ersonnen wurde. Auch der „Herzfresser“ Cornelius Stirk geistert schon länger (genauer gesagt 1988 und dann auch in der Knightfall-Saga) durch die Bat-Welt und kann (wie Kollege Scarecrow) seinen Opfern per Halluzinogenen eine andere Gestalt vorgaukeln, bevor er sich dann an ihrer Angst ergötzt. Und schließlich steht hinter der pechschwarzen Atmosphäre, in der Alfred durchaus gewissenlos vorgeht, sowie der brachialen Technik-Attacke (das Batmobil gleicht eher einem Panzer) natürlich das Frank Miller-Epos „The Dark Knight Returns“, das sich wie Ellis‘ Story außerhalb des Kanons jede Menge Freiheiten gönnte.

So nutzt auch Ellis seinen Spielraum weidlich aus, schickt Bruce Wayne von einer Konfrontation in die nächste und lässt ihn jeweils immer knapper mit dem Leben davonkommen, bevor es schließlich zu einem wunderbar offenen Ende am titelgebenden Grab vor Wayne Manor kommt. Wieder furios und mitreißend actionreich gezeichnet von Bryan Hitch, mündet diese alternative History Story in diesem Band also im Grande Finale, das die US-Ausgaben „The Batman’s Grave“ 7-12 enthält, die im Original von August bis Dezember 2020 erschienen. (hb)

Batman Grab, Band 2
Text: Warren Ellis
Bilder: Bryan Hitch
164 Seiten in Farbe, Softcover
Panini Comics
19 Euro

ISBN: 978-3-7416-2244-1

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