U.C.C. Dolores, Band 1 (Splitter) | Comicleser

U.C.C. Dolores, Band 1 (Splitter)

August 1, 2019
U.C.C. Dolores, Band 1 (Splitter Verlag)

Hinaus in die Welt: mit 18 Jahren muss die Ordensschwester Mony das Kloster, in dem sie ihr bisheriges Leben verbrachte, verlassen, um ihren eigenen Weg zu finden. Wie immer der auch aussehen mag, weiß sie selbst noch nicht. Einen ersten Hinweis darauf gibt das Einzige, was man neben ihr fand, als sie als Findelkind vor dem Kloster abgelegt wurde: ein Kästchen mit der kurzen wie anonymen Nachricht „kümmere Dich um Dolores“. Dolores, wie sich herausstellt, ist ein altes Raumschiff, ihr Erbe von Unbekannt. Denn Many weiß noch nicht, dass das Schiff einst als „Kosmo-Korsarenschiff der konföderierten Armee“ von General McMonroe flog. Ist er etwa ihr Vater? Und was wurde aus ihm? Mony engagiert den Kämpfer Kash als Piloten. Während ihr eine Art Missionsarbeit vorschwebt, will Kash mit dem Schiff Aufträge übernehmen. Im Schiff selbst entdeckt man kurz nach dem Start den mysteriösen zwergenhaften Tork, der eine Maske (?) trägt und sich als Pilot und Mechaniker ausgibt. Man bildet eine Zweckgemeinschaft und muss bald erkennen, dass es noch andere auf das Schiff abgesehen haben, die dort den Schlüssel zum Schatz des Generals vermuten…

Mit seiner ersten eigenen Serie, die mit tatkräftiger Unterstützung seiner Frau Lyse entstand (sie schrieb mit am Script und kolorierte), legt der langjährige Lanfeust-Zeichner Didier Tarquin ein unterhaltsames und kurzweiliges Science Fiction Szenario vor. Man merkt ihm die Autoren-Schule Arlestons an, denn auch er versteht es, den Leser in kürzester Zeit in seinen Bann zu ziehen. Das beginnt mit der mysteriösen Herkunft Monys, die die Tochter des Konföderierten-Generals sein könnte. Mit dem Start des Schiffs, der Dolores, die – wenig attraktiv – aussieht wie eine Mischung aus einem Heizkörper und einem Benzinkanister, kommt die Story dann in Gang. Über Tork erfahren wir noch gar nichts und der Grund, weshalb sich Kash als Pilot anheuern ließ, ist ebenfalls noch unklar. Dazu kommt das Motiv um den Schatz des Generals, bzw. die Suche nach dem Tassili-Schwert. Tarquins Science Fiction-Welt bzw. -Story wird angereichert mit diversen Versatzstücken aus anderen Genres, wie Piraten oder Western, was eine gewisse Vertrautheit erzeugt. Auch Religion spielt immer wieder eine Rolle. Tarquin kriegt das alles unter einem Dach verbaut und sorgt dabei für Abwechslung.

U.C.C. Dolores, Band 1 (Diamant Edition)
Die Luxusausgabe

In seinen Bildern lässt Tarquin seiner Fantasie freien Lauf. Die Stadt mit ihren riesigen Gebäuden und schwebenden Inseln ist beeindruckend in Szene gesetzt, wie auch die Dschungel-Welt auf der Insel, die mit ihren ornamentierten Felsen vertraut und doch fremdartig genug erscheint, inkl. Raumschiff-Friedhof (mit Hommagen an bekannte SF-Schiffe wie die Nostromo und  die Nebuchadnezzar). Many, die noch unerfahren ist und daher einen gehörigen Schuss Naivität mitbringt, wandelt sich schnell von der Ordensschwester zu einer attraktiven jungen Frau mit wellendem roten Haupthaar und erinnert damit optisch an die Damen aus den Lanfeust-Serien. Mit dem Auftakt hat Tarquin erfolgreich erste Story-Fährten gelegt – der erste Zyklus wird drei Bände umfassen. Wie auch „Die lebende Tote“ erscheint der Band zusätzlich in einer auf 444 Stück limitierten, überformatigen Luxusvariante (Splitter Diamant), die ausschließlich die getuschte schwarz-weiß Fassung enthält, inkl. diverser Bonusseiten. (bw)

U.C.C. Dolores, Band 1: Der Pfad der neuen Pioniere
Text & Bilder: Didier Tarquin & Lyse Tarquin
48 Seiten in Farbe, Hardcover
Splitter Verlag
15 Euro

ISBN: 978-3-96219-306-5

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