Zum 75.: Batman: Gothic (Panini) | Comicleser

Zum 75.: Batman: Gothic (Panini)

November 27, 2014

Batman: Gothic (Panini)

Gothams Unterwelt ist in Aufruhr. Ein Unbekannter mordet die Bosse, einer nach dem anderen. Bald vermutet man, dass der Mörder gar nicht so unbekannt ist. Ein Mr. Whisper soll hinter den Taten stecken, ein mysteriöser Mann ohne Schatten. Dumm nur, dass die Bosse eben jenen Mr. Whisper vor 20 Jahren bereits nach einer Mordserie an Kindern beseitigt hatten. Also wagt man einen ungewöhnlichen (und verzweifelten Schritt): man ruft Batman. Ausgerechnet. Der liest den Bossen erstmal kräftig die Leviten, bis er sich doch mit dem Fall beschäftigt. Mord ist schließlich Mord. Seine Recherchen führen ihn in ein versunkenes Kloster in Österreich (!).Schon bald trifft Batman auf einen Unsterblichen Mönch, der vor 300 Jahren seine Seele dem Teufel vermachte. Und stößt gleichzeitig auch ein prägendes Fenster in seine Kindheit auf. Außerdem steht das Schicksal von ganz Gotham auf dem Spiel. Bis es schließlich in der U-Bahn und in der Kathedrale Gothams zum Showdown zwischen Batman und Mr. Whisper kommt.

Batman agiert in dem Abenteuer ohne Robin, Catwoman und Konsorten. Auch keiner der bekannten Superschurken bildet den Gegenpart. Stattdessen fokussiert sich die Story auf fantastische, übersinnliche Elemente, die bei Batman hin und wieder auftauchen (siehe auch den Vorgänger-Band Batman: Der Schamane), wobei die Handlung von zahlreichen klassischen Motiven aus Literatur und Film beeinflußt ist. Im zentralen Mittelpunkt steht mal wieder ein urdeutsches Motiv (vgl. das Doppelgänger-Motiv im gleichnamigen Splitter Band): wie Faust verkauft Mr. Whisper seine Seele an den Teufel. Und muss mit den Konsequenzen leben, die zuerst positiv und dann alptraumhaft sind. Weitere Anleihen stammen aus Fritz Langs M oder Mozarts Don Giovanni – die Oper wird im Band auch gegeben. Passender weise zitiert Mr. Whisper in seinen Mordankündigungen aus Klassikern wie Miltons Paradise Lost oder Coleridges The Rime of the Ancient Mariner (Iron Maiden Fans wird’s freuen). Man sieht, Morrison hat sich was bei der Story gedacht. Eine schöne Reminiszenz an die bunteren Batman-Zeiten der Sechziger und Siebziger ist Mr. Whispers Rube-Goldberg-Maschine, mit der er den Dunklen Ritter um die Ecke bringen will (was mal wieder nicht funktioniert).

Der britische Autor Grant Morrison (zuletzt auf comicleser: JLA:Erde 2 und Happy!) ist bereits lange im Geschäft und schrieb schon Vampirella, X-Men und zahlreiche Batman Geschichten. Eines seiner Highlights ist die Zusammenarbeit mit Zeichner Frank Quitely an All Star Superman (dt. auch bei Panini). Die Originalausgaben stammen aus Heft 6-10 der frisch gestarteten Reihe Legends of the Dark Knight aus dem Jahr 1990. Bei uns erschien der Band bereits 1991 beim Carlsen Verlag als Der Mann ohne Schatten. Die Zeichnungen von Klaus Janson (der sich heuer beim Comic-Salon in Erlangen sehr beliebt machte)  sind finster, schön roh und kantig und stehen damit in der Tradition alter Recken wie Howard Chaykin (aktuell bei Panini: Black Kiss), Walter Simonson, Bill Sienkiewicz und Frank Miller (als man dessen Output noch genießen konnte). Bei letzterem kein Wunder, war doch Janson auch für die Tuschezeichnungen von Millers Opus Magnum, The Dark Knight Returns, verantwortlich. IGN wählte Gothic in die besten 25 Batman Graphic Novels aller Zeiten. Für Sammler gibt es wieder eine auf 444 Stück limitierte Hardcover-Variante. (bw)

Die auf 444 Stück limitierte HC-Variante

Die auf 444 Stück limitierte HC-Variante

Die Carlsen-Ausgabe von 1991

Die Carlsen-Ausgabe von 1991

Batman – Legenden des Dunklen Ritters: Gothic (2)
Text: Grant Morrison
Bilder: Klaus Janson
140 Seiten in Farbe, Softcover
Panini Comics
14,99 Euro (Softcover)
25 Euro (lim. Hardcover)

ISBN: 978-3-86201-890-1 (Softcover)

 

 

 

 

 

 

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