Der Mann mit der Maske, Band 2 (Bunte Dimensionen) | Comicleser

Der Mann mit der Maske, Band 2 (Bunte Dimensionen)

July 2, 2018

Irgendwas ist geschehen mit Frank Braffort, dem traumatisierten Ex-Soldaten. An jenem seltsamen Ort, versteckt in den Katakomben von Paris, wo einst das Phantom, ein grausamer Serienkiller des Zwanzigsten Jahrhunderts, Unterschlupf fand. Etwas, das Frank massiv veränderte. Denn nun kann er sich in eine Art Superheld verwandeln und bekommt auch gleich von Cléo Villanova und Oberst Assan das dazugehörige Kostüm verpasst. Derweil sucht Franks Schwester Raphaelle, die ihren Bruder vermisst, den Kontakt zu dem umstrittenen Pariser Präfekten Beauregard, der persönlich die Aufsicht über die Untersuchung eines mysteriösen Zwischenfalls übernommen hat. Dabei kommt Duroc, Franks ehemaliger Kampfgefährte, auch Fuseur genannt, in Kontakt mit dem ausgetretenen Gas, was auch ihn verwandelt – in einen veritablen Superschurken. Der Fuseur dreht regelrecht durch und nimmt ausgerechnet Raphaelle als Geisel. Was Frank in seiner neuen Superheldenform zum Eingreifen zwingt, ohne seine Kräfte richtig zu kennen…

Band zwei der Reihe mausert sich zu einem lupenreinen franko-belgischen Superhelden-Abenteuer. Alles andere, noch im Auftakt angedeutete, tritt damit vorerst in den Hintergrund, sei es Story- oder Setting-bezogen. Dabei kommt Frank die Rolle des Guten zu, während der Fuseur den dazugehörigen schurkischen Gegenpart mimt. Während Frank optisch als eine Mischung aus dem Silver Surfer und Batman daherkommt, erinnert der Fuseur in Gestalt und durch seine Kräfte an bekannte Marvel-Bösewichte, wie den Sandman oder Mysterio. Der Auseinandersetzung wird an zentraler Stelle im Album viel Platz eingeräumt – in ausladenden Panels, teilweise sogar ganzseitig, nimmt der Kampf einerseits epische Formen an und lässt andererseits auch immer mal einen wohlig trashigen Charakter durchscheinen (den in erster Linie der nicht sonderlich intelligente Fuseur verantwortet), bis Frank von unerwarteter, weil bisher unbekannter Stelle Hilfe bekommt und zumindest vorläufig das Gute siegt – so viel sei hier noch verraten.

Mit dem Kampf im futuristischen Paris wird Frank als neuer Held nun in die Story eingeführt, noch sehr vordergründig: Warum er zum Helden wurde, bzw. auf wessen Veranlassung oder Plan, ist noch mehr als unklar. Welche Rolle der skrupellose Präfekt Beauregard in der Sache spielt? Wissen wir noch nicht. Was haben die im ersten Band auftretenden, originellen Anomalien damit zu tun – wurde Frank von einer solchen „gekapert“? Gute Frage. Hat seine „Mutation“ (wenn es denn eine ist) mit seiner Vergangenheit, bzw. dem militärischen Zwischenfall im Kaukasus zu tun (siehe Band 1)? Keinen Schimmer. Und dann tritt hier noch erstmals eine neue Gruppierung in Erscheinung: die Fährmänner, die Frank helfen und ihn warnen. Und die einiges über seine „Entstehung“ zu wissen scheinen. Es ist also noch genug Stoff vorhanden, der für die Folgealben zweifelsohne aufgearbeitet werden wird. Aber hier in Band 2 ist erst einmal Action Trumpf. An Abwechslung scheint es Autor Serge Lehman nicht zu mangeln und auch Zeichner Stéphane Créty hat sichtlich Spass, seine Klopperei wirkungsvoll und realistisch in Szene zu setzen. Ein Ausflug in die skurrile Philosophie der Cléo Villanova beschließt den munteren Band. (bw)

Der Mann mit der Maske, Band 2: Der Tag des Fuseurs
Text: Serge Lehmann
Bilder: Stéphane Créty, Julien Hugonnard-Bert
48 Seiten, Hardcover
Bunte Dimensionen
15 Euro

ISBN: 978-3-944446-62-2

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