Moréa, Band 6 (Splitter) | Comicleser

Moréa, Band 6 (Splitter)

Oktober 26, 2016

Morea, Band 6 (Splitter)

Moréa Doloniac, attraktive Chefin der gewaltigen und mächtigen DWC (Doloniac World Company), spricht sich in Paris auf einer Versammlung der unsterblichen Drachen ganz vorsichtig für einen Versöhnungskurs mit den verhassten und seit Ewigkeiten bekämpften Engeln aus (siehe auch erster Zyklus). Doch eine Untergruppe der Drachen, die Hydren unter deren machtlüsternen Anführer Torres, sieht das naturgemäß anders. So wird, gerade als sich Theo McMullen zu einem romantischen Dinner mit ihr auf dem Eiffelturm einfindet, Moréa gekidnappt, wobei den Entführern nach einer spektakulären Verfolgungsjagd quer durch das futuristische Paris die Flucht gelingt. Drahtzieher der Tat ist Immaros, ein Engel, der hinter den Kulissen mit Torres gemeinsame Sache macht. Und der seiner Gefangenen erstaunliche wie unglaubliche Details zu ihrer Herkunft als Drache offenbart. Während Moréas Getreue, Ritter Terkio, Butler Jeeves und McMullen sie suchen und ob eines fehlgeleiteten Peilsenders massiv ins Fettnäpfchen treten, versucht sie selbst Immaros‘ Enthüllungen zu verdauen und einen Ausweg aus ihrem Gefängnis zu finden…

Mit Band 6 („Den Tod im Blut“) startet nun endlich der zweite Zyklus der Science Fiction Reihe auch bei uns. Der erste wurde nach fünf Alben bereits Ende 2008 abgeschlossen (für die Bände gab es auch einen schicken Schuber, der aber schon lange vergriffen ist). Mit Laurent Libessart ist dabei auch ein neuer Zeichner am Start, der hier sein Debut in Deutschland gibt. Er ist Nachfolger von Thierry Labrosse („Ab Irato“, ebenfalls bei Splitter), dessen zeichnerische und stilistische Entwicklung man anhand des ersten Zyklus‘ gut mitverfolgen konnte. Leider schwächeln Libessarts Zeichnungen immer mal wieder. Bisweilen erscheinen sie zu rund und glatt (der Kopf des kahlen McMullen – ja, kein Witz) und ungelenk (die nackte, fliehende Moréa) – man wünscht sich mehr zeichnerische Details, die zugunsten der abgestuften Computer-Farbgebung fehlen. Die nächsten beiden Alben, die in Frankreich bereits erschienen und bei Splitter in Vorbereitung sind, werden zeigen, ob man bei Libessart eine ähnliche Entwicklung sehen kann wie bei seinem Vorgänger.

Inhaltlich beschreiten Vielschreiber Christophe Arleston (alle Troy-Serien, Chimaira 1887, Die Schiffbrüchigen von Ythaq) und Dominique Latil im zweiten Zyklus kein Neuland, beleuchten aber wieder das Verhältnis zwischen Drachen und Engeln, sowie deren Ursprung, was in den letzten Bänden keine bedeutende Rolle mehr spielte. Das tut der Story gut, stellt es doch eine Rückkehr zum zentralen Motiv der Reihe dar. Vermutlich gibt Arleston storytechnisch die Richtung vor und Latil arbeitet dann das Skript und die Dialoge aus, ähnlich wie bei diversen Troy Titeln, wo Melanyn (d.i. Mélanie Turpyn) als Co-Autorin fungiert. Neu ist die Enthüllung über die Herkunft Moréas (werden wir hier natürlich nicht verraten). Ansonsten geht es nach altbewährtem Muster weiter. Moréa wird wieder entführt und lässt dabei einmal mehr die Hüllen fallen, es gibt Intrigen und Verräter und die Inszenierung ist wieder flott und actionreich. Originell eingebunden ist die „Zweitverwertung“ bekannter Gebäude. So dient das französische Parlament (das es Ende des 21. Jahrhunderts nicht mehr gibt) nun für Kongresse aller Art, in der Basilika Sacré-Coer finden wilde Partys statt und aus dem Centre Pimpidou wurde ein Hotel. Nur der Eiffelturm bleibt unangetastet und fungiert nach wie vor als Hochburg der Romantik. (bw)

Moréa, Band 6: Den Tod im Blut
Text: Christophe Arleston, Dominique Latil
Bilder: Laurent Libessart
48 Seiten in Farbe, Hardcover
Splitter Verlag
14,80 Euro

ISBN: 978-3-95839-384-4

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