Interview mit Peter Snejbjerg (Ork-Saga) | Comicleser

Interview mit Peter Snejbjerg (Ork-Saga)

Mai 12, 2016

Peter Snejbjerg Portrait

Schon in den neunziger Jahren konnte sich der aus Kopenhagen stammende Däne Peter Snejbjerg im amerikanischen Comic-Markt etablierten. Er war an modernen Klassikern mit beteiligt, wie „Die Bücher der Magie”, „Hellblazer„ oder „Preacher”. In Deutschland wurde er durch die beeindruckende Graphic Novel „A God Somewhere“ (bei Panini) bekannt. Seine erste Veröffentlichung bei Cross Cult war „Light Brigade”, eine himmlisch-höllische Fantasy-Story, die im Zweiten Weltkrieg angesiedelt ist. Auch in Mike Mignolas Hellboy-Universum ist er tätig: der zweite Hellboy-Ziegel enthält seine Abe Sapien Story „Mit dem Teufel ist nicht zu spaßen“. Nun überrascht er als Zeichner einer Eigenproduktion von Cross Cult: der Comic-Adaption von Michael Peinkofers Fantasy-Bestseller „Die Rückkehr der Orks“. Freundlicherweise durften wir ihm einige Fragen stellen.

Comicleser (CL): Autor Michael Peinkofer schrieb den Roman („Die Rückkehr der Orks“), auf dem Ork-Saga basiert. Wer hatte die Idee, das Buch als Comic zu adaptieren und in wie fern war Michael dabei involviert?

Peter Snejbjerg (PS): Ich glaube Andreas Mergenthaler von Cross Cult war der Initiator der ganzen Sache, der Idee, aus dem Werk Michaels eine Comicreihe zu machen. Jan Bratenstein war dann für die eigentliche Umsetzung des Romans in ein Skript verantwortlich, aber wir stimmen uns mit Michael ständig ab. Es war wirklich ein feiner Zug von ihm, uns mit seinem Spielzeug hantieren zu lassen.

CL: Wie kamst Du zu dem Projekt? Und wie kam der Kontakt von Cross Cult zustande?

Ork-Saga, Band 1 (Cross Cult)PS: Andreas schrieb mich einfach an, glaube ich, und fragte, ob ich interessiert sei. Er schickte mir auch den Roman, den ich – überraschenderweise – gelesen habe, denn er war auf Deutsch! Das machte mich sehr stolz. Denn Deutsch war nicht gerade mein Lieblingsfach in der Schule.

CL: Für „Light Brigade“ musstest Du viel Recherche betreiben (z.B. für die historischen Uniformen). Wie „recherchiert“ man für eine Fantasy-Geschichte mit Orks, die in einer fiktiven Welt spielt?

PS: Man kann hier natürlich sehr viel erfinden. Aber moderne Fantasy hat ja auch inzwischen eine Art eigenen Look entwickelt, auf den man sich zumindest beziehen muss. Also googelt man ziemlich viel…

CL: Du bist ein international bekannter Zeichner. Gibt es Pläne, die Ork-Saga in anderen Ländern zu veröffentlichen, wie Frankreich oder sogar in den USA?

PS: Das hoffe ich doch. Aber das liegt in den Händen der Verlage.

CL: Die Ork-Saga wird vier Bände umfassen, einen pro Jahr. Wie lange benötigst Du für einen Band? Hast Du dabei noch Zeit für andere Projekte? Welche?

PS: Der erste Band dauerte viiiel zu lange, weshalb ich mich jetzt voll und ganz auf den zweiten konzentriere und alles andere beiseite lege. Es ist einfach ein sehr Zeit aufwändiges Projekt, vielleicht auch, weil mir die Arbeit daran zu viel Spaß macht.

CL: Gibt es bereits Pläne, den zweiten Ork-Roman von Peinkofer zu adaptieren? Mit Dir als Zeichner?

PS: Klar, wenn genügend Leute die Comics kaufen, würde ich das natürlich sehr gerne angehen!

Intelligente Orks?

Intelligente Orks? Auszug aus Band 1 von Ork-Saga

CL: Werfen wir einen Blick auf Deine Karriere – wie wurdest Du zum Comiczeichner und wie schaffte es ein Däne in den US-Markt und etablierte sich dort? Hast Du auch in den USA gelebt?

PS: Nein, ich wohnte die ganze Zeit über in Kopenhagen. Ich glaube ich hatte einfach Glück. Ich habe Anfang der Neunziger Jahre für meinen ersten US-Verlag gearbeitet. Ich glaube Europäer waren damals ganz einfach voll angesagt.

CL: Du hast nie für Marvel gearbeitet. Gibt es dafür einen Grund?

Light Brigade (Cross Cult)PS: Frag mich was Leichteres! Ein paarmal war ich nahe dran, aber letztendlich wurde nie etwas daraus.

CL: Du hast für Vertigo und Dark Horse Mystery und Horror gemacht, Superhelden für DC und nun Ork-Saga für den deutschen Markt. Hast Du ein Lieblings-Genre? Ist Dir das US-Heftformat lieber oder das größere Albenformat der Ork-Saga?

PS: Ich denke, Horror ist mein Lieblings-Genre, weil es ganz einfach Spaß macht, das ganze eklige Zeug zu zeichnen. Hättest Du mich vor ein paar Jahren gefragt, hätte ich definitiv das US-Heftformat bevorzugt. Aber jetzt bin ich mit dem Albenformat so richtig warm geworden, vor allem seitdem ich an den Orks arbeite.

CL: Du warst gerade auf der Leipziger Buchmesse und bist auch zu Gast auf dem Comic-Salon in Erlangen. Triffst Du gerne Deine Leser und zeichnest für sie?

PS: Aber immer. Comicleser sind die nettesten Menschen auf der Welt. Zumindest meistens… 🙂

CL: Vielen Dank!

(bw)

 

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