Nova, Band 2 (Panini) | Comicleser

Nova, Band 2 (Panini)

Juli 27, 2014

Nova, Band 2

Rückblende: als der Teenager Sam Alexander plötzlich des Nachts Besuch von einer grünhäutigen Dame und einem sprechenden Waschbär bekommt (womit wir wieder auf den kommenden Guardians of the Galaxy Kinofilm hinweisen), ist sein Leben nie mehr wie vorher. Er erkennt, dass die abenteuerlichen Erzählungen seines Vaters keineswegs die Spinnereien eines Säufers sind – nein, sein Vater war wirklich ein Nova! Sam tritt mittels High Tech Helm in die Fußstapfen des Herrn Papa, warnt die Rächer vor der Ankunft von Phoenix und erntet als dank eine Einladung von Thor höchstpersönlich, doch den mightiest Heroes beizutreten. Eigentlich ein Traum, wäre da nicht das klitzekleine Problem, dass Sam erst seine Mutter um Erlaubnis fragen muss. Die lässt sich zwar noch dazu breitschlagen, dass Sam als Nova auf die Pirsch geht, aber das mit den Rächern, nein das geht dann doch zu weit.

Also zieht Sam los und stellt fest, dass das Heldendasein gar nicht so leicht ist: in New York demonstriert ihm ein aggressiver und selbstsüchtiger Spider-Man, dass man hier ja so gar keinen Bedarf habe – wir wissen: hinter Spideys Maske verbirgt sich der Geist eines gewissen Otto Octavius, was erklärt, warum er so ungehobelt daherkommt. Sam hingegen wundert sich nur, warum der sonst so coole Spider-Man so ein Vollpfosten ist, und zieht weiter nach los Angeles, wo er allerdings nur ein Filmset stört und dabei alles andere als heroisch rüberkommt. Als er sich zerknirscht daran macht, wie von Mama gefordert die Brocken seines letzten Einsatzes zusammen zu lesen und den heimischen Skate Park wieder aufzubauen, ist er aber plötzlich gleich mehrfach gefordert: die beiden Rumtreiber Speedball und Justice wollen ihn für die New Warriors rekrutieren und quartieren sich kurzerhand bei ihm zu Hause ein, die vorlaute Carrie durchschaut seine Geheimidentität – und zu allem Überfluss hetzt ihm der irre Thanos die nicht minder durchgeknallte Kaldera auf den Hals, die ihn aus dem Weg schaffen soll, damit Thanos in Ruhe die Erde erobern kann. Sam beweist in diesem Kampf, dass er alles andere als nur ein Kindskopf ist, und zeigt echte heroische Klasse – auch wenn der Dank darin besteht, dass die Mutter ihn dazu verdonnert, doch wirklich den New Warriors beizutreten, nachdem ihm der Beobachter auf dem Mond klar vor Augen führt, dass die Rächer ihn nun wirklich nicht brauchen.

Zebb Wells und Gary Duggan führen den Reboot des galaktischen Kämpfers mit der gleichen Leichtigkeit und Eleganz fort wie schon in Band 1: ebenso naiv wie sympathisch, erwirbt sich Sam hier weitere Superhelden Sporen, trifft dabei auf zahlreiche Kollegen aus dem neuen Marvel Universum und muss die größte Bewährungsprobe doch am heimischen Küchentisch bestehen. Die globalen, intergalaktischen Bedrohungen mögen noch so groß sein, als Teenager muss Sam erst einmal sein Familienleben auf die Reihe bekommen – und so dämlich er sich anfangs auch anstellt, als seine Mutter und Schwester in Gefahr geraten, schlägt seine grosse Stunde. Seine Identität zieht er nicht aus der Großen, coolen Gang, sondern aus der engsten Familie – eine Erkenntnis, die man auch als erwachsen werden bezeichnet. Gezeichnet ist das ganze schmissig im klassischen Helden Modus, was hier passt wie Helm auf Kopf. Enthalten sind in deutscher Erstveröffentlichung die US-Ausgaben 6-10, wobei rein rechnerisch das 100. Heft mit Bezug zum Titelcharakter enthalten ist, was entsprechend gewürdigt wird. Jede Menge Action, coole Sprüche – was will man mehr? (hb)

Nova, Band 2
Text: Zeb Wells, Gerry Duggan
Bilder: Paco Medina, Carlo Barberi
124 Seiten in Farbe, Softcover
Panini Comics
14,99 Euro

ISBN: 978-3-95798-026-7

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