Colony, Band 2 (Splitter) | Comicleser

Colony, Band 2 (Splitter)

November 18, 2020
Colony, Band 2: Untergang (Splitter Verlag)

Lehrjahre sind keine Herren- und schon gar keine Spaßjahre. Das erfahren die frisch geprüften Kadetten in Milla Aygons Team auch bei ihrem zweiten Auftrag durchaus hautnah. Dabei besteht der Job nach wie vor darin, Spuren der vor Jahrzehnten ausgesendeten Siedlerschiffe aufzunehmen, eventuelle Überlebende zu bergen und ganz nebenbei den Schwarzmarkt in den dabei gebräuchlichen Tiefschlaf-Kapseln zu unterbinden. Mit von der Partie ist dabei Clarence Sternis, der Siedler, den man auf der ersten Mission retten konnte – und gerade Clarence tut sich damit hervor, im Tiefschlaf in den fiktiven Welten des großen Architekten Piraten zu überführen. So sammelt man auch dieses Mal Hinweise auf erbeutete Siedlerschiffe und illegalen Cryo-Kapsel-Handel, denen man flugs nachgeht und auch tatsächlich ein verlassenes altes Schiff findet. Dort versuchte die Crew offenbar vergeblich, Pflanzen als Nahrungsmittel anzubauen – aber auf dem Planeten, um den das Schiff kreist, scheint eine kleine Expedition der Siedler überlebt zu haben.

Anstelle einer Kolonie mit tatkräftigem Terraforming findet man allerdings nur eine reichlich primitive Ansiedlung, deren Bewohner zudem noch in Angst und Schrecken zu leben scheinen. Vor den entsetzten Augen der Besucher steigt tatsächlich alsbald eine monströse Kreatur aus dem umliegenden See, die sich ein paar arme Opfer aussucht, diese gezielt umnietet und sich dann mit den Leichen davonmacht. Die Instrumente von Millas Trupp zeigen dabei allerdings an, dass es sich mitnichten um ein Ungetüm, sondern um ein in Lumpen gekleidetes, mechanisches Exoskelett handelt. Natürlich folgt man dem geheimnisvollen Missetäter, der unsere Freunde tatsächlich in eine weitere Siedlung führt, die schon deutlich mehr nach gestrandeten Kolonisten aussieht – aber auch ein fürchterliches Geheimnis birgt, mit dem man alsbald konfrontiert wird…

Hatte die Handlung in Band 1 noch ein wenig Mühe, in Gang zu kommen, legt Denis-Pierre Filippi in Band 2 eine gehörige Schippe drauf und kredenzt eine wunderbar schauerliche Story, die sich in Flashbacks gestaltet und auf ein explosives Ende hinausläuft. Irgendwo angesiedelt in der Nähe der Schreckensmär „The Village“ von M. Night Shyamalan (der aus dem Wasser tauchende Unhold hat deutliche Ähnlichkeit mit den Viechern, die den Wald rings um das titelgebende Dorf in Schrecken halten), behandelt Filippi die gar nicht mal so abwegige Frage, auf welche extremen Lösungen eine im wahrsten Sinne schiffbrüchige Mannschaft verfällt, um ihr Überleben zu sichern – und dass es dabei in erster Linie um die Sicherung der Zufuhr von Protein geht, soll als Hinweis an dieser Stelle gerne genügen. Örks. Dazu gesellen sich in Form der Ausflüge in die virtuelle Welt des Architekten noch wunderbare Anklänge an das gute alte Holodeck, auf dem sich die nächste Generation des Raumschiffs Enterprise so manche lauschige Stunde machte – und das nehmen wir doch immer sehr gerne. Band drei („Der Mutterbaum“) ist schon in Vorbereitung und erscheint im Frühjahr. (hb)

Colony, Band 2: Untergang
Text: Denis-Pierre Filippi
Bilder: Vincenzo Cucca
48 Seiten in Farbe, Hardcover
Splitter Verlag
15 Euro

ISBN: 978-3-96219-505-2

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