Land of Giants, Band 1 (Panini) | Comicleser

Land of Giants, Band 1 (Panini)

Februar 5, 2020
Land of Giants, Band 1 (Panini)

Irgendwo in den Ödlanden, irgendwann nach der großen Katastrophe: Renya und ihr Vater Tarim sind Schrottsammler und werden in einer Ruinenstadt fündig. Doch ihre Entdeckung lockt offenbar einen Riesen an, einen monströsen Giganten. Wider Erwarten überleben Renya und Tarim die ansonsten stets tödliche Begegnung, was sie vom Regen in die Traufe bringt. Denn die „Kirche der Giganten“ in Person der fanatischen Priesterin Kyra verurteilt die beiden anschließend zum Tode, da sie an einem verbotenen Ort nach Metall suchten. Und dass sie von einem Giganten verschont wurden glaubt ihnen eh keiner, vielmehr wird diese Behauptung als Gotteslästerung angesehen. Während Tarim hingerichtet wird, gelingt es einem Fremden, der ausschaut wie ein Cowboy mit Stock, Renya zu befreien und zu fliehen…

Das Projekt „Land of Giants“ sollte und soll eigentlich als Film oder Serie realisiert werden. Die Idee dazu existiert schon länger – bereits 2013 drehten die Macher einen ersten Kurzfilm als Teaser, der im Netz auch noch zu sehen ist. Die Macher, die sich unter dem Dach der Firma Roundhouse vereinen, sind u.a. Drehbuchautor Jan Cronauer, Co-Autor Mark Wachholz, Regisseur Krystof Zlatnik und Schauspieler und Produzent Mathis Landwehr – also allesamt bereits Fantasy- und Film-erfahren. Noch ehe das Projekt filmisch realisiert wird (in Zeiten konkurrierender Streaming-Anbieter wittert man hier wohl zurecht Morgenluft), bedient man nun zuerst das Medium Comic und holte sich dafür mit Timo Wuerz einen der schillerndsten deutschen Comiczeichner an Bord, der auf Comic-Festivals nicht nur wegen seiner Entertainer-Qualitäten ein viel beschäftigter und gern gesehener Gast ist.

Die Geschichte spielt in einem Endzeit-Setting, nach dem „Zeitalter der Stürme“. Mal wieder ist die Zivilisation hinüber, Elektrizität ist verboten und nicht mehr existent – man kennt sie nur noch als Magie und der alltägliche Kampf ums Überleben bestimmt die Menschen in den Ödlanden. Das Auftauchen der gefürchteten und tödlichen Giganten, die inzwischen als Götter verehrt werden, macht das Leben dabei nicht gerade einfacher. Viel erfahren wir von der Welt noch nicht, und von den Giganten, die klugerweise sparsam inszeniert werden, noch weniger. Auch hat der „Fremde“, der Endzeit-Cowboy, dem Mathis Landwehr das Gesicht leiht, noch keinen Namen (später wird er Clutch heißen). Offenbar beherrscht er Magie (also Elektrizität?), wobei die Flucht mit Hilfe der „Tür“ reichlich kurios ist.

Timo Würz zeichnet nicht, er malt. Dabei verzichtet er im Design seiner Seiten vollständig auf die althergebrachte, traditionelle Panel-Struktur im Seitenaufbau. Schon in der seitenlangen Anfangssequenz verschmelzen filmische Elemente mit abstraktem Design, ähnlich einem modernen Serienvorspann. Auch danach, nach dem Einstieg in die Story, erlauben die fehlenden Panel-Rahmen fließendes Erzählen, was jedoch mitunter auch auf Kosten der Übersicht geht. Eingebaute Unschärfen vertiefen den filmischen Eindruck und weisen ebenfalls auf das eigentliche, ursprünglich geplante Medium für die Realisierung der Geschichte hin. Wir sind gespannt, wie es weiter geht, sowohl hinsichtlich der Story, als auch des Projektes an sich. (bw)

Land of Giants, Band 1
Text: Jan Cronauer, Mark Wachholz, Krystof Zlatnik
Bilder: Timo Wuerz
80 Seiten in Farbe, Hardcover
Panini Comics
20 Euro

ISBN: 978-3-7416-1446-0

Tags: , , , , , , , , , ,

Comments are closed.