Spider-Man: Familientradition (Panini) | Comicleser

Spider-Man: Familientradition (Panini)

Dezember 14, 2014

Spider-Man: Familientradition (Panini)

Nach X-Men: der letzte Mensch haut Panini wieder eine Marvel Graphic Novel im wertigen Hardcover-Format raus, diesmal eine eigenständige, die sich um keinerlei Kontinuität oder Mega-Events scheren muss. Also Spider-Man pur: Peter Parker, unser liebster Wandkrabbler, hat vergessen, den Strom zu bezahlen. Ganz banal, Superhelden unwürdig, aber so ist er halt. Während er sich darüber ärgert, wird er von einer unbekannten Spezialeinheit aus seiner Wohnung entführt. Eine junge Frau kommt zu seiner Rettung, sie heißt Teresa und behauptet… Peters Schwester zu sein! Aber wie ist das möglich? Sie sieht ihm recht ähnlich, aber kann das wirklich sein? Doch er kommt nicht groß zum grübeln und findet sich bald mit Teresa in Monaco wieder. Die arbeitet wie Peters Eltern bei der CIA und ist dort auf einen verbrecherischen Plan gestoßen, in dem Peter, wie auch die Eltern eine Rolle spielen. Die Spur führt weiter nach Kairo. Hier soll Nazi-Gold liegen, bewacht von einem Nazi-Roboter… was sonst? Dort taucht plötzlich Wilson Fisk auf, der Kingpin und unvermittelt erscheinen diverse, nicht ganz unwichtige Dinge in einem ganz anderen Licht…

Peter Parkers Eltern? Geheimagenten? Nordafrika? Da war doch was… genau. Ist schon etwas her: 1982 erschien im Marvel-Comic Sonderheft Nr. 10 des Condor Verlages die erste Story um Peters Eltern, geschrieben und gezeichnet von den Gebrüdern Lieber (Stan und Larry). Hier entdeckte Spider-Man ihre Geheimdienst-Vergangenheit (er glaubte zuerst, sie wären Verräter gewesen), reiste nach Nordafrika und kämpfte dort gegen den Red Skull, Captain Americas Erzfeind und Nazi-Scherge. Familientradition ist dazu eine erweiterte, aufgebohrte Variante, eine Mischung aus Remake und Fortsetzung. Wieder Afrika, wieder die Eltern, wieder Geheimdienst, wieder Nazis. Neu oder anders sind die Schwester und als Schurke der Kingpin.

Mit Mark Waid, der für Alex Ross Kingdom Come schrieb und damit unsterblich wurde, und James Robinson, der von Terminator über Vampirella bis zu Superman schon so ziemlich alles schrieb, sind zwei Hochkaräter am Autoren-Werk, die für Erstaunen sorgen und geschickt mit dem Leser spielen. Co-Zeichner Gabriele Dell’Otto war deutschen Fans schon lange bekannt, ehe er für Marvel USA zu arbeiten begann. Als gern gesehener Gast auf der Comic-Action in Essen sorgte er mit seinen Widmungen für leuchtende Augen. Endgültig zum Star wurde er als Zeichner von Secret War. Aktuell stammt auch das Buchrücken-Panorama der Offiziellen Marvel-Comic-Sammlung (erhältlich alle 14 Tage an einer Tanke eurer Wahl) von ihm. Sein Markenzeichen sind nicht Zeichnungen sondern gemalte, realistische, beeindruckende Panels. So auch hier. Der finale Kampf mit dem Nazi-Roboter (hört sich Klischee-hafter an als es ist) ist stylisch umgesetzt. Die Action trieft förmlich aus den Panels, die hauptsächlich in grün, gelb und schwarz getaucht sind. Als Zugabe gibt einen Blick hinter die Kulissen mit Auszügen aus dem Skript mit Umsetzung als Entwurf und fertige Zeichnung. (bw)

Der Vorläufer...

Der Vorläufer…

Spider-Man: Familientradition
Text: Mark Waid, James Robinson
Bilder: Gabriele Dell’Otto, Werther Dell‘Edera
116 Seiten in Farbe, Hardcover
Panini Comics
16,99 Euro

ISBN: 978-3-86201-893-2

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