He-Man und die Masters of the Universe, Band 1 (Panini) | Comicleser

He-Man und die Masters of the Universe, Band 1 (Panini)

September 30, 2014

He-Man und die Masters of the Universe, Band 1 (Panini)

Kinderzimmer der 80er Jahre waren Austragungsorte epischer Schlachten: wo ein paar Jahre zuvor noch Big Jim (nebst Freunden Big Jeff und Big Josh) seinen Bizeps-geschwellten Karatearm schwang und mit Jeep, Helikopter oder Feuerwehrauto unterwegs war (zumindest bei mir), übernahm ab 1982 ein andere Kollege aus dem Hause Mattel diese Rolle: He-Man lehrte mit seinen Masters of the Universe auf dem Fantasy-Planeten Eternia einer ganzen Horde von Lumpensöhnen Mores, in allererster Linie dem grimmen Skeletor, der auf Grayskull Castle regierte und mit seinen Evil Warriors das macht, was böse Tyrannen eben so tun. Gedacht war das alles als Konkurrenz zum Marktführer Hasbro, der mit GI Joe das Sagen hatte, und ein paar Jahre lang funktionierte das auch famos, bis man sich mit Überproduktion verspekulierte und den Transformers das Feld bzw. die Zimmerteppiche überlassen musste. Als 1987 Dolph Lundgren in einer durchaus beklagenswerten Filmversion den blonden Muskelprotz gab, hatte He-Man längst den Mediensprung in eine Zeichentrickserie und in auch in die Welt der Comics geschafft, die in Kooperation mit DC produziert im Miniaturformat jeder Figur beilagen und sogar ein Superman-Crossover hervorbrachten.

Und in diese vom Weichmacher bedrohte Plastik-Motten-Kiste griff DC 2012 und frischte die Heldenschar mit einem Relaunch in Form einer Miniserie kräftig auf. Unter der Feder von illustren Kreativen, wie Geoff Johns, James Robinson und Keith Giffen irrt der junge Holzfäller Adam durch die Wälder und Ebenen von Eternia, immer verfolgt von verschütteten Erinnerungen an ein früheres, heldenhaftes Leben und Kämpfen auf Leben und Tod gegen allerlei Schurkenpack. Ein seltsam vertrauter Falke leitet ihn an, als sich ihm ein Fiesling nach dem anderen in den Weg stellt, die allesamt vom nach wie vor eher negativ eingestellten Skeletor beauftragt wurden, ihn zur Strecke zu bringen. Da Adam über auch ihn selbst überraschende Kampfeskünste verfügt, misslingt das aber eins ums andere Mal, bis er – mittlerweile begleitet von der zauberhaften Sklavin Teela – über den Palast der bösen Hexe Evyl-Lin zu seiner eigentlichen Bestimmung findet: mit dem aus der Zeichentrickserie sattsam bekannten Slogan „Bei der Macht von Greyskull – Ich habe die Kraft!“ schnappt er sich ein magisches Schwert und verwandelt er sich in…na dreimal dürft ihr raten, und dann brennt auf Eternia endlich wieder so die Luft, wie das vorher nur der Fall war, wenn Big Jim mit dem Riesenaffen rang.

Passend inszeniert von Philip Tan und Pop Mhan, wirkt das Ganze inhaltlich nicht sonderlich komplex aufgebaut: in jeder Ausgabe trifft der künftige He-Man auf einen neuen Feind, von Beast-Man über Trap Jaw bis hin zu Mer-Man (Namor lässt grüßen) und Evyl-Lin (namentlich ließ man sich im Hause Mattel ja durchaus was einfallen, Respekt!), bis er endlich seine Bestimmung erkennt, die selbst ein Transformers-Geschädigter von Anfang an durchschaut. Dennoch macht das Spektakel durchaus Laune, erlebt man doch ein wohlig-nostalgisches Wiedersehen mit Figuren, die man oft nur aus der Fernsehwerbung kannte, und das in einer schmissigen Neuinterpretation, der man auch mit Genuss folgen kann, ohne im zarten Alter das ganze Universum von Eternia durchgespielt zu haben. Und ich muss jetzt dringend meine geretteten Big Jim Schätze suchen. (hb)

He-Man und die Masters of the Universe, Band 1
Text: James Robinson, Keith Giffen, Geoff Johns
Bilder: Pop Mhan, Howard Porter, Philip Tan
164 Seiten in Farbe, Softcover
Panini Comics
16,99 Euro

ISBN: 978-3-95798-162-2

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