DC Premium: Shazam! (Panini) | Comicleser

DC Premium: Shazam! (Panini)

Februar 5, 2014

Shazam, Softcover-Ausgabe

Wieder da: Ein ganz alter Superhelden-Hase!

Billy Batson ist ein aufmüpfiger, schwieriger Junge. Er lebt im Heim und wurde schon diverse male erfolglos an Pflegefamilien vermittelt. Nun folgt ein weiterer Versuch. Die Heile-Welt-Familie Vasquez hat schon mehrere Kinder (fünf, um genau zu sein) angenommen und Billy soll das neueste Mitglied werden. Widerwillig und trotzig macht er sich dort schon gleich zu Beginn nicht gerade beliebt. Auch in seiner neuen Schule mimt er den rauhen Burschen. Derweil forscht der Wissenschaftler Dr. Sivana nach einem uralten Mythos. Er will der Legende um den Magier Black Adam nachspüren, um mit Magie seine Familie zu retten. Im fernen Irak scheinen seine Bemühungen endlich von Erfolg gekrönt: er findet Black Adams Grab und dann den Magier selbst, der sich – quicklebendig – nicht gerade als Philanthrop entpuppt.

Szenenwechsel: nach einem nächtlichen Ausflug mit seinem neuen „Bruder“ Freddy findet sich Billy urplötzlich in einer verborgenen Burg, dem Felsen der Ewigkeit, wieder. Dort bekommt er von einem uralten Magier, der verzweifelt einen Auserwählten sucht, die Macht von Shazam verliehen. Denn es gilt, Black Adam zu bekämpfen. Spricht Billy das Wort ‚Shazam‘ aus, wird er fortan zu einem mächtigen Superhelden, der Superman und dessen Kräften in fast nichts nachsteht. Der Rest des Bandes widmet sich dann ganz dem Kampf gegen Black Adam, in den auch Billys neue Familie mit hineingezogen wird. Am Ende siegt keine rohe Gewalt, sondern eine verzweifelte List. Black Adam – das dürfen wir verraten – ist geschlagen, doch in Dr. Sivana, dessen Träume unerfüllt bleiben, hat Shazam/Billy Batson einen neuen Erzfeind gefunden.

Captain Marvel wurde bereits 1939 geschaffen, als Konkurrenz zu Superman. Und war vom Start weg sehr erfolgreich. Anfang der Vierziger Jahre spendierte man dem Helden sogar ein Kino-Serial. Später gingen die Rechte an der Figur zu DC. Es folgte ein Rechtsstreit mit Marvel, das nun ebenfalls einen (ganz anderen) Captain Marvel in seinen Superhelden-Reihen hatte, was dazu führte, dass DC diesen Namen nicht mehr auf Titelbildern benutzen durfte (das erinnert stark an den ewigen Rechtestreit um Miraclaman/Marvelman, der gerade in den USA eine bemerkenswerte Wiedergeburt feiert). Seitdem heißen Captain Marvel-Comics nur noch Shazam, benannt nach dem Ausruf, durch den sich die Figur hin und her verwandelt. In Deutschland kennt man Shazam am ehesten durch den beeindruckenden Großformat-Band ‚Shazam! – Die Macht der Hoffnung‘ von Alex Ross. Aber schon 1974, zu Williams-Zeiten, erschien ein kurioser Einzelband, der aufgrund der Namens-Streitigkeiten nie in den offiziellen Verkauf kam.

Alex Ross: Fred McMurray als Shazam

Alex Ross: Fred McMurray als Shazam

Die neue Origin im Rahmen der New 52 (Neues DC Universum) geht nun einen konsequenten Schritt weiter und verzichtet ganz auf den Ur-Namen. Captain Marvel ist Shazam und fertig. Ansonsten kennt Autor und Vielschreiber Geoff Johns den Ur-Captain Marvel seht gut und legt viel Wert auf die alte Origin des Helden. So ist Erzfeind Dr. Sivana mit an Bord, natürlich Black Adam und am Ende taucht ein neuer, alter kurioser Gegner auf. Und selbst die Marvel-Family hat einen modernisierten Auftritt. Das Sahnehäubchen sind die fantastischen, realistischen, kräftigen Zeichnungen von Johns‘ Teampartner Gary Frank der mit seinen Comics stets überzeugt (Lese-Tip: Midnight Nation von J. Michael Straczynski). Shazam erlebt seine Wiedergeburt in der Reihe DC Premium (das Pendant zu Marvels Exklusiv-Serie) und ist auch als limitierte Hardcover-Ausgabe erhältlich. Auch im Original in den USA wurde ihm keine eigene Serie gegeben, er fungierte als Dreingabe in der Justice League Reihe (hatte man zu wenig Vertrauen?). Hoffen wir, dass ein zweiter Band kommt und dass Gary Frank der Serie treu bleibt. (bw)

DC Premium, Band 85: Shazam!
Text: Geoff Johns
Bilder: Gary Frank
188 Seiten in Farbe
Panini Comics
16,99 Euro (Softcover)
29 Euro (Hardcover, lim. 444 St.)

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