Holly Ann, Band 3 (Splitter) | Comicleser

Holly Ann, Band 3 (Splitter)

Januar 8, 2021
Holly Ann, Band 3: Geboren im Bayou (Splitter Verlag)

Storyville, ein Stadtteil von New Orleans. Mitten in den Mardi Gras Feiern brennt dort das Juwel ab, das Freudenhaus von Saphira. Die war in jungen Jahren eine enge Freundin von Holly Ann, später wurden beide zu Rivalinnen. Obwohl sich die Damen nicht mehr leiden können, nimmt sich Holly Ann Saphira an, die bei der Konkurrenz, dem Bordell von Tante Olympe, neues Obdach erhält. Derweil wittert Holly Brandstiftung und hegt auch gleich einen schrecklichen Verdacht. Denn vor 15 Jahren zündete ein Unbekannter schon einmal einschlägige Etablissements an. Zündelt der Feuerteufel jetzt erneut, oder ist der Brandanschlag die Eskalation des Konkurrenzkampfes unter den Bordellen? Schließlich galt das Juwel als bestes Haus am Platz und Big Mo, der mit der Pyramide ein weiteres Freudenhaus führt, sagt man Verbindungen zur Mafia nach. Je weiter die bestens vernetzte Holly Ann Informationen sammelt und versucht, sich einen Reim auf die Vorgänge zu machen, je mehr dämmert ihr, dass ihre eigene Vergangenheit mit der Sache eng verbunden zu sein scheint…

Wie bereits in den beiden Vorbänden entspinnt sich auch hier wieder eine klug angelegte Detektiv-Geschichte, bei der die resolute wie selbstbewusste Holly Ann Artoure erst wieder als unkonventionelle Ermittlerin (ist der Täter von damals wieder aktiv oder war es doch die Mafia?) im Mittelpunkt steht, bis sie später selbst Teil des „Falls“ wird. Und zwar viel mehr als ihr lieb ist. Anfangs nimmt sie sich widerstrebend ihrer einstigen Freundin Saphira an – beide Damen verbindet eine Jugend im Bordell mit ihrer „Ziehmutter“ Tante Olympe, was uns diverse Rückblenden verraten. Hilfe sucht sich Holly auch bei der Voodoo-Königin Alba. So umweht wieder ein übersinnlicher Hauch von Mystik die Story. Holly Ann schert sich wenig um die damaligen Konventionen. So fährt sie als Frau eines der wenigen Automobile auf den Straßen von New Orleans und pflegt sowohl im Milieu als auch bei der Polizei ihre Kontakte – wobei Sergeant Lando Loyola, ebenfalls ein Jugendfreund, wieder als ihr ewiger, stets glückloser Verehrer auftritt.

Die Zutaten bleiben also gleich, warum auch etwas an dem Rezept ändern, das bereits zwei spannende wie originelle Alben hervorgebracht hat? Viele der Figuren sind bereits aus den Vorbänden bekannt. Auch die feucht-schwüle Atmosphäre und das frivol- stets leicht geheimnisvolle Ambiente mit Voodoo Touch tragen die Story wieder mit. Dass es zu einem Twist kommt, der Holly Ann direkt betrifft, ahnt man, dennoch weiß der Verlauf der Geschichte immer wieder zu überraschen. Das Ende bzw. die Auflösung ist dann nicht unbedingt für alle Beteiligten zufriedenstellend. Stéphane Servains Zeichnungen (bei uns lediglich bekannt durch seine Reihe „Warrens Schwur“) bleiben in ihrer Qualität ebenfalls konstant: ein eigenwilliger, ausdrucksstarker Zeichenstil mit hohem Wiedererkennungswert, nicht zur Gänze detailliert, manchmal skizzenhaft, aber immer zum Geschehen passend. Der (bisher) letzte Band der Reihe („Das Jahr des Drachen“) ist bei Splitter in Vorbereitung und in Frankreich/Belgien bereits 2018 erschienen. (bw)

Holly Ann, Band 3: Geboren im Bayou
Text: Kid Toussaint
Bilder: Stéphane Servain
48 Seiten in Farbe, Hardcover
Splitter Verlag
15 Euro

ISBN: 978-3-95839-234-2

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