Exo, Band 2 (Splitter) | Comicleser

Exo, Band 2 (Splitter)

April 19, 2018

Sowohl auf der Erde als auch auf dem Mond spitzen sich die Ereignisse zu. Dort suchen die Marines unter Lieutenant Aguilar nach dem Ursprung des Geschosses, das die Raumstation durchschlug (und die Mini-Aliens (?) auf die Erde brachte). Das Team reaktiviert das Mondauto von Apollo 17 und stößt schon bald auf einen offenbar uralten, vierbeinigen Roboter, dem es den Garaus macht („Der erste Kontakt zwischen Menschen und Außerirdischen… und es war ein Kampf“, bemerkt Aguilar treffend). Doch der seltsame Roboter ist nur ein Vorbote, verglichen mit dem, was die Astronauten-Marines auf der dunklen Seite des Mondes erwartet.

Derweil hat der NASA-Physiker John Koenig ganz andere, irdische Probleme. Er ist in der Gewalt der schrägen Typen, die auch seine Tochter als Geisel nehmen und die unbedingt ins NASA Hauptquartier wollen. Was gehörig schief geht, da John – einmal mehr von seltsamen Visionen geplagt – seinen Wagen schrottet. Im Krankenhaus trifft er auf die Offizierin Deborah Kaminsky, die auch die Mondmission leitet, die ihm überraschenderweise seine Story sofort abnimmt und die ihn zu Charles Webster bringt. Der ist der Psychiatrie-Patient, den sein „Alien-Wirt“ (?) nicht komplett kontrollieren kann und der den erstaunten Wissenschaftlern um John und Deborah Schreckliches offenbart…

Autor Jerry Frissen („Meta-Baron“) spinnt seinen Science Fiction Dreiteiler forsch weiter. Was in Band 1 noch als großes Rätsel galt, wird hier ruckzuck thematisiert und geklärt, wobei das große Ganze noch im Dunkeln bleibt und der Leser somit genug Motivation zum Weiterlesen erhält. Inzwischen wissen wir, dass die „Fremden“ unbedingt vermeiden wollen, dass die Menschen mittels einer Sonde den neu entdeckten Exo-Planeten Darwin II erforschen. Warum, wird auch erklärt. Was die Fremden sind und was ihre Mission auf der Erde ist, erfahren wir ebenso. Aber die Enthüllungen beschränken sich auf das irdische Geschehen. Auf dem Mond wird Action geboten und die Mysterien dort bleiben vorerst ungelöst. Wie auch die Zusammenhänge mit den Vorgängen auf der Erde. Zuerst muss der seltsame, technisch überlegene Roboter dran glauben, dann schlägt die unbekannte Macht, die sich offenbar noch immer auf dem Mond befindet, zurück. Werden die Marines ihre Nuklearwaffe gegen die Bedrohung einsetzen? Und was hat es mit den Visionen auf sich, die John Koenig regelmäßig heimsuchen?

Die Story spielt einerseits mit den alten und liebgewonnenen Science Fiction Motiven, die die Genreheuler aus den fünfziger Jahren transportierten (Invasionsängste), stellt aber auf der anderen Seite ebenjene auch auf den Kopf, bzw. wischt sie ohne Federlesens beiseite und wirkt dadurch frisch und modern. Beispiele: Als John von seiner vermeintlichen Alien-Begegnung berichtet, hält man ihn nicht für einen Spinner – ihm wird sofort geglaubt. Der „Alien-Wirt“ in Charles Webster gibt sich schnell zu erkennen und erzählt seine Geschichte. Und die Astronauten auf dem Mond wissen sofort, was Sache ist und erweisen sich als äußerst tatkräftig und wehrhaft. Die Story bzw. die drohenden Gefahren nehmen immer größere Dimensionen an und wir sind gespannt, wie Frissen dies im dritten und letzten Band auflöst.

Inzwischen stattet er nach John Koenig (aus Mondbasis Alpha 1) mit dem Arzt Dr. Dullea („Mein Gott, es ist voller Sterne!“) eine weitere Figur mit einem illustren Namen aus dem Science Fiction Genre aus. Zeichnerisch bleibt Philippe Scoffoni solide. Im positiven Sinn. Seine Darstellungen sind realistisch, schon fast nüchtern und unterstreichen das „Ja, so könnte es wirklich passieren“-Szenario. Die Optik wirkt sehr handwerklich, in klaren Bildern gefasst. Und vor allem das Geschehen auf dem Mond verbreitet eine stets bedrohliche Atmosphäre. In Frankreich bei „Les Humanoïdes Associés“ ist der Abschluss-Band gerade erschienen (die drei Titelbilder formen übrigens ein Triptychon). Einer baldigen Veröffentlichung auch bei uns steht also nichts mehr im Wege. (bw)

Exo, Band 2: Moon Strike
Text: Jerry Frissen
Bilder: Philippe Scoffoni
48 Seiten in Farbe, Hardcover
Splitter Verlag
14,80 Euro

ISBN: 978-3-95839-566-4

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