Valerian & Veronique Die Kurzgeschichten (Carlsen) | Comicleser

Valerian & Veronique Die Kurzgeschichten (Carlsen)

November 27, 2017

Ergänzend zu diversen Veröffentlichungen in diesem Jahr und natürlich zum (leider größtenteils geflopptem) Kinofilm, legt der Carlsen Verlag die Kurzgeschichten um die Raum-Zeit-Agenten Valerian und (jetzt wieder) Veronique neu auf. Komplett und erstmals im HC-Format. Beworben wird der Titel zwar als Band 8 der Gesamtausgabe und ist im identischen Design gestaltet, doch trägt er keine Nummer und ist im Format auch kleiner als die Bände der Gesamtausgabe, was lizenztechnisch wohl leider nicht anders zu realisieren war. Somit kann der Titel auch als Einzelband betrachtet werden. Sei’s drum… Sieben kurzweilige, originelle und letztlich auch amüsante Geschichten sind enthalten, wobei jede einzelne die blühende Fantasie der Autoren widerspiegelt und gleichzeitig einmal mehr visionäre Science Fiction offenbart (wir erinnern an einzelne Designs, die ein gewisser Schorsch Lucas in seinen Filmen verwendete).

Zuerst trifft Valerian, der hier größtenteils alleine unterwegs ist, auf den „Großen Sammler“, der auf seinem Planeten verschiedene Spezies und Raumschiffe hortet (vgl. den Collector bei Marvel). In „Gastmahl mit Tücken“ muss er mit ansehen, wie sein Kumpel Slane von einer Monsteralge getötet wird, die exponentiell wächst. Valerian rettet sich und die Situation, indem er Zeitsprünge immer weiter in die Vergangenheit macht, um die Gefahr schließlich zu bannen und Slane zu retten. „Tsirillitis, der Asteroid“: hier ist erstmals Veronique mit von der Partie. Das Duo bekommt es mit einem lebenden Asteroiden zu tun (vgl. Ego, der lebende Planet, wieder bei Marvel). Auf dem Planeten Uxgloa strandet Valerian nicht nur, er muss sich auch mit einer Klon-Armee herumschlagen, bis ihm „Das Tor zum All“ die Heimkehr ermöglicht. In „Der traurige Planet“ finden sich Elemente, die an James Camerons „Avatar“ und Storms Pandarve Welt erinnern: Valerian soll als erster Mensch den Planeten Flammil erkunden und stellt fest, dass diese Welt nicht mehr bewohnbar ist und die wenigen Flammilianer auf den drei Monden und dem Asteroiden-Pflanzen-Gürtel leben, der den Planeten umgibt.

Wieder ein neuer Planet und eine neue Mission: auf Lanning sollen die dortigen Bewohner, die den Menschen freundlich gesinnt aber primitiv erscheinen, die technischen Errungenschaften der modernen Zivilisation kennen lernen. Ein Job für Valerian, der feststellen muss, dass er mit seinem „Triumph der Technik“ hier nicht punkten kann. Und schließlich gibt sich in der abschließenden Episode noch einmal Veronique die Ehre: In „Seltsame Geschöpfe“ untersuchen die beiden einen kuriosen Planeten, der in vier Raum-Zeitzonen eingeteilt ist. Die Versuche, in jeder Zone Tiere einzufangen, enden in einem witzigen Kuddelmuddel zwischen Alt und Jung, wie Groß und Klein. Die letzte Story zeigt schon parodistische Züge – hier nehmen Christin und Mézières das Zeitreise-Motiv gehörig aufs Korn. Optisch besticht v.a. die Episode um den lebenden Asteroiden, die mit abstrakten Designs glänzt. Aber auch sonst stellen die beiden franko-belgischen Autoren- und Zeichner-Institutionen mit jedem Panel unter Beweis, dass sie auch Kurzgeschichten können. Der Band erschien erstmals 1984 in der Reihe 16/22 (komischer Titel, hat mit dem Format zu tun) und dann 1998 noch einmal als Softcover. Damit liegen nun alle Valerian-Geschichten (wieder) auf Deutsch vor. (bw)

Valerian & Veronique – Jenseits von Raum und Zeit: Die Kurzgeschichten
Text: Pierre Christin
Bilder: Jean-Claude Mézières
128 Seiten in Farbe, Hardcover im Kleinformat
Carlsen Verlag
24,99 Euro

ISBN: 978-3-551-02573-9

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