Aquaman, Band 1 (Panini) | Comicleser

Aquaman, Band 1 (Panini)

April 24, 2017

Völkerverständigung tut not, ist ein hehres Vorhaben – und gar nicht so einfach. Das kann Arthur Curry bestätigen, der zwar als Mitglied der Gerechtigkeitsliga verschiedentlich die Welt gerettet hat, aber das grundsätzliche Misstrauen zwischen Menschheit und Atlantiden nicht ausräumen konnte. Um Land- und Seebewohner zueinander zu führen, greift der König von Atlantis zur klassischen Diplomatie: mit der Spindrift-Station an der Küste Amerikas richtet er eine Botschaft ein, die als Erlebniszentrum und politische Repräsentanz in einem fungieren soll.

Mit seiner Verlobten Mera begeht er glanzvoll die feierliche Eröffnung mit Würdenträgern beider Seiten. Aber die Sache geht natürlich den sprichwörtlichen Bach hinunter: verkleidet als Daily Planet-Reporter ist auch sein Erzfeind Schwarzer Manta eingedrungen. Der nimmt es Herrn Curry immer noch maßgeblich übel, dass er seinen Vater getötet hat, und will blutige Rache nehmen, indem er Aquamans Lebenswerk und seinen Augenstern Mera ins Visier nimmt. So kommt es zum Kampf auf Leben und Tod, in dem nicht nur das Schicksal von Aquamans Volk, sondern der Weltfrieden insgesamt auf dem Spiel steht…

Schnäppchen: Das Variant für 16 €

Rebirth, nächste Runde: auch unser guter alter Wassermann geht im Rahmen des General-Neustarts des DC-Universums frisch in die Zukunft. Im Gegensatz zu den etwas abstrusen Handlungsbögen, mit denen man etwa einen Flash ins buchstäbliche Rennen schickt, gelingt Dan Abnett durch die Konzentration auf den politischen Aspekt hier mit „The Drowning” eine stimmige Storyline mit höchst aktuellen Bezügen. Misstrauen zwischen den Völkern, Vorurteile, fragile Friedensstiftungen, vorsichtiges Wohlwollen, dem terroristische Aggression und eine Spirale der Gewalt gegenüberstehen: das kennen wir von so ziemlich allen Krisenherden der realen Welt leider nur allzu gut. Und dazwischen die (in Ansätzen durchaus nachvollziehbare) Privatfehde des Schwarzen Manta, der den Mörder seines Vaters vollständig vernichten will – nicht zuletzt um Aquaman klarzumachen, dass er als landgeborener Atlantide, als Wanderer zwischen den Welten, niemals eine echte Heimat finden wird.

So avanciert Arthur Curry zum Symbol einer Teilung, die er unbedingt heilen will, um auch seine eigene Zerrissenheit zu überstehen. Actionreich, kurzweilig und anspielungsreich zugleich, glänzt die Serie darüber hinaus mit teilweise überragenden Zeichnungen. Insbesondere die von Scot Eaton inszenierten Episoden überzeugen durch dynamische, großflächige Kampfszenen, die die Vehemenz der Konflikte atemberaubend rasant ins Bild bringen. Dieser Band, der die US-Hefte Aquaman: Rebirth 1 und Aquaman 1-4 von 2016 enthält, bietet somit für alle Wassermann-Freunde einen echten Leckerbissen, und ist auch für Neueinsteiger, die sich vielleicht durch diverse Kino-Ausflüge angesprochen fühlen, durchaus geeignet. Wobei der erste Justice League-Trailer ja nun wahrlich nichts Gutes verheißt… (hb)

Aquaman, Band 1: Der Untergang
Text: Dan Abnett
Bilder: Brad Walker, Scot Eaton, Philippe Briones
116 Seiten in Farbe, Softcover
Panini Comics
12,99 Euro

ISBN: 978-3-74160-059-3

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