
Nicht wie erhofft verläuft das Treffen Sara Pezzinis mit dem Milliardär Kenneth Irons in dessen Iron-Turm. Für beide. Während Sara sich weitere Aufklärung des Mordes an ihrem Vater erhofft (einer der vermeintlichen Mörder hat angeblich für Irons gearbeitet) ist Irons mit Sara als Wahl der Trägerin der Witchblade sichtlich unzufrieden. Für ihn ist die widerwillige Sara eine große Enttäuschung.
Nach der obligatorischen Klopperei wird Sara von Nottingham außer Gefahr gebracht. Was bleibt, sind ihre Selbstzweifel hinsichtlich der Witchblade, aus deren Verhalten sie nicht schlau wird und die sie noch lange nicht komplett kontrollieren kann. Doch Sara macht weiter. Sie begegnet erstmals einem gewissen Jackie Estacado, der für das Franchetti-Syndikat arbeitet und den ein dunkles Geheimnis umwehen scheint…
Im zweiten Band der Neuinterpretation von Witchblade, Darkness und Co. versucht die Polizistin Sara Pezzini weiterhin, den Mord an ihrem Vater, von vermeintlich korrupten Kollegen begangen, aufzuklären und so ihr Kindheitstrauma aufzuarbeiten. Dass die Witchblade, jenes Amulett, das bei seiner Trägerin bizarre, wilde und kaum kontrollierbare Kräfte entfacht, ausgerechnet sie ausgewählt hat, macht ihr daneben weiterhin zu schaffen.
So distanziert sie sich immer mehr von ihren Kollegen, arbeitet aber weiter mit ihrem Vorgesetzten Joe Siry zusammen, den sie auch für korrupt hält. Sie und Nottingham kommen sich näher und auch die Begegnungen mit Jackie verlaufen feurig und actionreich (typisches Superhelden-Motiv: Man bekämpft sich erstmal heftig, ehe man auf die Idee kommt, miteinander zu reden). Das ist aber nichts gegen das geradezu abstrakt infernalische Finale, das voller Action und Überraschungen steckt.
Der Story zu folgen ist gar nicht so einfach, es gibt schnelle Handlungssprünge, aber auch Wendungen, die ohne Vorwarnung ganz neue Perspektiven auftun. So bekommt es Sara mit Vinter und seinen Kreosoten zu tun, die in einem tempel-artigen „Nest“ leben und die das Kommen einer Art Messias erwarten, den sie Darkness nennen… Aber greifen wir nicht vor. Optisch ist das Geschehen wieder von dem Italiener Giuseppe Cafaro rasant inszeniert, mit heftigen Keilereien, die Sara samt ihrer Witchblade-Fähigkeiten fulminant ins Bild setzen.

Kleines Detail am Rande: Die Titel der Kapitel sind allesamt Lieder der bekannten Blues-Sängerin Nina Simone. Wie auch bei Band 1, der bereits in einer Soft-und Hardcover-Variante nachgedruckt wurde, bietet Skinless Crow auch hier gleich drei Hardcover-Varianten an (siehe links), jeweils limitiert auf 150 Exemplare und teils schon wieder vergriffen. Für Band 3, der im November erscheint, darf der Verlag übrigens die original Michael Turner Cover benutzen – die dürften dann auch weggehen wir warme Semmeln… (bw)
Witchblade, Band 2
Text & Story: Marguerite Bennett
Bilder: Giuseppe Cafaro, Arif Prianto (Farben)
176 Seiten in Farbe, Softcover
Skinless Crow
24,50 Euro ISBN: 978-3-03963-093-6