Aristophania, Band 2 (Splitter) | Comicleser

Aristophania, Band 2 (Splitter)

September 10, 2020
Aristophania, Band 2: Der verbannte König (Splitter Verlag)

Weiter geht es mit dem geheimen Krieg, der um 1900 zwischen dem Dunklen Hof und dem Hof von Azur wütet. Und der droht auf dem Rücken der drei Kinder von Adèle Francoeur ausgetragen zu werden. Basile, Victor und Calixte haben nun zwar ihre Mutter wieder. Doch die ist nicht mehr sie selbst und befindet sich in einer Art Wachkoma, ausgelöst durch eine folgenschwere Begegnung mit Gedeon, dem „verbannten König“ des Dunklen Hofs. Denn der ist hinter der geheimnisvollen Morgenrot-Quelle her und ausgerechnet deren Kraft ist es auch, die Adèle Francoeur zu retten vermag. Doch zuvor werden die Kinder von der Gräfin Aristophania „unterrichtet“. Sie sollen lernen, das Azur zu beherrschen, das überall in der Natur vorkommt und (fast) jedem Lebewesen innewohnt, und mit dem man magische Fähigkeiten erlangt. Sieben magere Tage hat Aristophania dazu lediglich Zeit. Ein scheinbar aussichtsloses Unterfangen. Denn die Zeit drängt, scheint der Dunkle Hof doch immer mächtiger zu werden, was eine fatale Begegnung mit Lakaien Gedeons bestätigt…

Damit und ehe die Geschichte richtig fließen kann, muss man sich zu Beginn des zweiten Bandes der magischen Fantasy-Reihe durch diverse Erklärungen der Gräfin kämpfen. Die sind notwendig, um die Situation und den geheimen Krieg zu erklären und zu verstehen. Was hat es mit dem Zustand der Mutter auf sich? Was ist ein Calamyrh? Und was und wozu ist das Azur, das im ersten Band bereits zur Sprache kommt (Tipp: Star Wars Fans tun sich hier leichter)? Dann werden die Aufgaben an die Kinder verteilt, die sie bewältigen müssen, um das Azur anzulocken und beherrschen zu lernen. Aufgaben, die die drei verwirren und einigermaßen ratlos machen. Calixte, die Jüngste, bleibt bei ihrer unbeschwerten Art. Basile, der Älteste, arbeitet hart und hinterfragt misstrauisch die Gräfin und ihr Tun. Und Victor, der Intelligenteste der drei, kämpft weiter mit seiner Angst und erfährt die Herkunft und die Geschichte des Hofes von Azur. Erst gegen Ende des Bandes wechselt der Fokus von den Kindern zu den Mitgliedern des Dunklen Hofs, inhaltlich kunstvoll konstruiert.

Doch zuerst vergeht einige Lesezeit, bis es zur erneuten, diesmal verlustreichen Konfrontation mit Lakaien des verbannten Königs kommt, wobei klar wird, in welcher Gefahr Aristophania, die Ihren und die Francoeur-Kinder schweben. Dann fällt der Hof von Azur eine folgenschwere Entscheidung… Autor Xavier Dorison (u.a. Undertaker, Long John Silver, Schloss der Tiere) und Zeichner Joël Parnotte (Der Waffenmeister, Das Geschlecht derer von Porphyre) bedienen sich im zweiten Band ihrer Reihe mit Motiven aus dem reichhaltigen Fundus bekannter Fantasy-Werke und alter Mythen, von Peter Pan über Harry Potter bis zu den Rittern der Tafelrunde. Dabei erzeugen die beiden einerseits eine märchenhafte und in der Tat magische Grundstimmung, die immer wieder durch bedrohliche Situationen und handfeste Zauber-Action durchbrochen wird, und über der stets das dräuende Unheil des Dunklen Hofes hängt. Ein schöner Cliffhanger und der Schluss versprechen für den kommenden Band 3 (Die Morgenrot-Quelle) wieder eine homogenere Story. Denn der Leser ist ja jetzt bestens im Bilde. (bw)

Aristophania, Band 2: Der verbannte König
Text: Xavier Dorison
Bilder: Joël Parnotte
64 Seiten in Farbe, Hardcover
Splitter Verlag
16 Euro

ISBN: 978-3-96219-390-4

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