Die Kong Crew, Band 1 (Panini) | Comicleser

Die Kong Crew, Band 1 (Panini)

Juli 9, 2019
Die Kong Crew, Band 1 (Panini)

Manhattan im Jahre 1947. Vor nunmehr 14 Jahren wurde die Insel, einstmals das Zentrum New Yorks, hastig evakuiert und ist seitdem sich selbst überlassen. Als eine gigantische Sperrzone. Niemand darf hinein. Und heraus kommt sowieso niemand mehr. Denn im Jahre 1933 wurde zu Sensationszwecken ein gigantischer Monster-Affe nach New York gebracht, ein Untier namens Kong. Und anders als wir das aus „King Kong und die weiße Frau“ hinlänglich kennen, starb Kong hier nicht – vielmehr ließ er sich offenbar von Fay Wray nicht beirren, hatte er das Militär vernichtend geschlagen und machte Manhattan anschließend zu seinem Revier. Sozusagen zum neuen Skull Island. Und genau in diese Sperrzone dringt nun ein Wasserflugzeug ein. An Bord sind der Journalist Irvin Stone und Professor Jonas Parker, der zu Forschungszecken und trotz des enormen Risikos Manhattan betritt.

Die illegale Landung bleibt dem Militär natürlich nicht verborgen. Die Kong Crew – so nennt man die Schwadron, die über den Dschungel von Manhattan wacht – führt sofort Aufklärungsflüge durch, um die beiden ausfindig zu machen. Einer der Piloten der Kong Crew ist Virgil Price, ein kleiner Hallodri, der sich gerade in Becky, die Tochter des Colonels, verguckt hat. Und ausgerechnet Virgils Flieger wird über Manhattan von Kong aus der Luft gefischt (man kennt ja seine Abneigung Flugzeugen gegenüber) und zum Absturz gebracht. Virgil, jetzt ganz auf sich allein gestellt, peilt natürlich das Empire State Building an, um von dort ein Signal zu senden, dass er überlebt hat. Doch damit fängt sein Schlamassel erst an…

Autor und Zeichner Eric Herenguel (u.a. bekannt durch „Silbermond über Providence“, „Krän“ oder „Ulysses 1781“) spinnt in seiner Serie eine alternative (Film-) Zeitlinie und schafft damit ein frisches Setting, das mit altbewährten Motiven und Klischees ausgefüllt wird und das in seiner wilden Mischung und seinem lockeren Tonfall bestens unterhält. Zwar kennen wir ein isoliertes Manhattan bereits zu Genüge aus Filmen (mit Snake Plissken, klar) und auch aus Comics („DMZ“ von Brian Wood), die Idee, das Ende Kongs einfach mal umzuschreiben und dessen Geschichte weiterzuführen, macht jedoch Laune. Herenguel lässt diverse Pulp-Elemente einfließen – Manhattan ist wie einst Skull Island von allerhand Urviech bevölkert und hat sich vom Beton-Dschungel in eine grüne Hölle verwandelt. Aber tatsächlich leben dort auch noch Menschen – wir wollen nicht vorgreifen, nur so viel: am Ende erinnert die Situation Virgils an die klassischer Pulp-Recken, wie Flash Gordon oder John Carter…

Wie die Dinos nach New York kommen? – Diese Antwort bleibt Herenguel freilich noch schuldig. Das Album lässt sich bestens mit einem kleinen Augenzwinkern lesen, was sicher auch so gedacht ist. Natürlich gibt es Action und Dramatik satt, inkl. diverser Verfolgungsjagden in der Luft, auf und unter der Erde. Auch Virgils Dackel, der praktisch als witziger Sidekick für diverse (Running) Gags sorgt, mischt in der Story immer wieder mit. Und Becky, Virgils Love Interest, dient als perfektes Pin Up Girl. Nicht nur deshalb erinnern die Zeichnungen, die Charakteristik bzw. Darstellung der Personen (und Flugzeuge) immer wieder an Dave Stevens „Rocketeer“, was hier durchaus als großes Lob gelten darf. Fazit: eine knallbunte, wie originelle What if…?-Mischung, gleichsam actionreich und witzig, die Spaß macht. It was beauty killed the beast? No way… (bw)

Die Kong Crew, Band 1: Der Dschungel von Manhattan
Text & Bilder: Eric Herenguel
60 Seiten in Farbe, Hardcover
Panini Comics
17 Euro

ISBN: 978-3-7416-1287-9

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