Fables, Band 16 (Vertigo/Panini) | Comicleser

Fables, Band 16 (Vertigo/Panini)

Dezember 27, 2012

Fables, Band 16: Rose Red

Fabletown ist verloren. Auf der Farm kriselt es. Die Welt der Fables droht vollends aus den Fugen zu geraten. Der Schwarze Mann herrscht im zerstörten Fabletown. Er ist das personifizierte Böse. Nach und nach verwüstet er das Viertel und schart seine seelenlose Armee um sich. Die ehemaligen Bewohner Fabletowns sind längst geflohen und leben auf der Farm im Exil, wo sie nicht sonderlich willkommen sind. Auch sonst ist man sich dort untereinander nicht grün. Es kriselt an allen Ecken und Enden. Geheimtreffen finden statt, Allianzen werden geschmiedet. Nur Rose Red, die die Farm mit den nicht menschlichen Fables eigentlich verwalten soll, hütet seit Blue Boys Tod depressiv und verwahrlost das Bett. In Rückblenden erfahren wir ihre Geschichte, warum ihre Beziehung zu ihrer Schwester Snow White so zerrüttet ist. Derweil ist Frau Totenkinder (ja, das ist die böse Hexe aus Hänsel und Gretel), in ihre junge Gestalt zurückgekehrt und kümmert sich unter dem Namen Glockenblume als einzige ernsthaft um eine Lösung, wie man den unbezwingbaren Schwarzen Mann doch noch besiegen kann.

Der Band beinhaltet unter der Rose Red Storyline die Einzelhefte 94 bis 98 der US-Serie. Eine langlebige Reihe also. Und wer hätte gedacht, dass nach dem epischen Krieg gegen Gepetto und sein Imperium die Geschichte dem Leser keine Pause gönnt und mit dem Schwarzen Mann eine neue Bedrohung präsentiert, die alles andere als Langeweile verspricht. Sicher, Märchen- und Sagenfiguren stellen einen reichhaltigen und dankbaren Fundus dar. Im Prinzip sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Aber Willingham geht mit ihnen auch sehr respektvoll um. Er wandelt sie ab und um, ohne dass das Märchenhafte verloren geht. Und so macht es immer noch einen Heidenspaß, die Märchen-Soap zu verfolgen und auch immer mal wieder Figuren und Anspielungen zu googeln.

Mark Buckinghams Zeichnungen werden oft mit denen des legendären Jack Kirby verglichen. Das sollte man als Ehre verstehen. Dabei kopiert er keineswegs den großen Meister, wenngleich einige Gesichter, Frisuren und Posen frappierend an Kirbys Thor oder seinen jungen Johnny Storm erinnern. Und außerdem fehlen ja die Kirby Dots. Vielmehr haben wir hier einen markanten wie eleganten Zeichenstil mit starken Schwarzflächen, der die Serie geprägt hat und nicht mehr aus ihr weg zu denken ist. Auch Alan Moore ist übrigens mit von der Partie. Der Kult-Autor hat einen kleinen Auftritt als Rauschebart. Wie passend. (bw)

Text: Bill Willingham
Bilder: Mark Buckingham
132 Seiten in Farbe, Softcover
16,95 Euro

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