Red Lanterns, Band 1 (DC/Panini) | Comicleser

Red Lanterns, Band 1 (DC/Panini)

September 28, 2012

Also die rote Laterne ist ja üblicherweise eher weniger gut besetzt, die trägt man ja umher wenn man dem Feld hinterherhechelt, aber den Machern des neuen DC-Universums, im Rahmen dessen unsere Lieblingshelden einer Generalüberholung unterzogen werden, scheint das nicht weiter zu stören (oder die Amis wissen das halt wieder einfach mal nicht, mag auch sein). Kann uns auch mal egal sein, denn das was wir hier geboten bekommen entpuppt sich entgegen aller anfänglichen Skepsis (Grüne Laternen, Gelbe Laternen, jetzt auch mal rote, warum machen wir nicht mal pinke Laternen oder Li La Laune Laternen?) als durchaus gelungener Beitrag zum Neustart des DC-Universums.

Schreiberling Peter Milligan fiel die Aufgabe zu, einen eher negativen Nebencharakter zu einem Hauptdarsteller aufzumotzen, und das macht er mehr als nur passabel. Atrocitus, seines Zeichens Chef der Red Lanterns, hat seit tausenden von Jahren ein Hühnchen mit Krona zu rupfen, einem abtrünnigen Wächter, der mit seinen Manhuntern den Planeten Ryut verwüstete und alles mit Mann und Maus meuchelte. In Folge gründeten die Wächter das Green Lantern Corps, aber Atrocitus lässt sich damit nicht abspeisen, sondern nimmt mit seinen Red Lanterns übelste Rache für alles und jeden, der seinen Zorn erregt, den er und seine Mannen (und Frauen) dann in einer tödlichen Substanz materialisiert absondern. So weit zum Setup. War Atrocitus in den Blackest Night und Brightest Day noch eher ein tobender Wüterich, stellt ihn Milligan in der eigenen Serie nun als komplexes, zerrissenes Wesen dar, das vom Wunsch zerfressen wird, endlich Rache an Krona zu nehmen, die ihm aber ein gewisser Hal Jordan entriss, als der Krona fein säuberlich zerlegte. Um vernünftiger Rache üben zu können, beginnt Atrocitus damit, seinem geistig höchst minderbemitteltem Corps Intelligenz einzuhauchen, allen voran der schönen Bleez, die jedoch alsbald eine eigene Agenda entwickelt (Mensch!! Herrgott!! Mach die Frauen noch schlauer als sie ohnehin schon sind, um sie dann für Deine Zwecke zu benutzen – toller Plan, das klappt, Chef!!). Parallel zu den internen Prügeleien und Rachefeldzügen der Red Lanterns entspinnt sich einstweilen auf der Erde eine Parallelhandlung, in der Jack Moore aufgrund einer persönlichen Tragödie derart vom Zorn gepackt wird, dass er sich als Red Lantern qualifiziert und sich nach einer feschen Prügelei mit Grünjacke Guy Gardner ab macht in Richtung Ryut.

Klingt kompliziert? Ist es gar nicht, macht beim Lesen diebische Freude und überzeugt nicht zuletzt mit einer durchaus differenzierten Zeichnung eines Charakters, der deutlich spannender ist als seine eindimensionale Inkarnation in der regulären Lantern-Serie. Zeichnerisch erledigt Ed Benes das mit Gusto, große Panels, krachige Farben (es dominiert…rot, Überraschung!) und zackige Bildfolgen setzen das Geschehen gekonnt in Szene. Man kann über diese Rebooterei denken was man will, wenn so was dabei abfällt, dann lassen wir uns das gefallen. Der vorliegende Sammelband enthält die US-Red Lanterns 1-7, die ursprünglich von November 2011 bis Mai 2012 erschienen, und bietet damit druckfrische Kost. (hb)

Text: Peter Milligan
Bilder: Ed Benes
156 Seiten in Farbe, Softcover
Panini Comics
16,95 Euro

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