Streamliner, Band 4 (Splitter) | Comicleser

Streamliner, Band 4 (Splitter)

April 13, 2018

August 1963, irgendwo in der Wüste, an der Road 666. Mitten im Rennen, genannt Triple-R: die kilometerlange Gerade liegt in hinter den Führenden. Hinein geht es in die engen, kurvigen Schluchten des Canyons. Gerade konnte die an der Spitze liegende Musikerin Calamity die beiden hinter ihr fahrenden, lästigen wie gefährlichen FBI-Undercover-Teilnehmer ein für alle Mal loswerden, da wird ihr die Führung von Cristal O’Neil weggeschnappt, die mit ihrem pfeilschnellen, legendären Streamliner „Black Widow“ als erste in den Canyon einbiegt. Doch hier in der Enge kann Cristal ihre Schnelligkeit nicht ausspielen. Calamity liefert ihr einen heißen Kampf – im wahrsten Sinne des Wortes – der tragisch endet. Dann das letzte Drittel der Strecke. Wieder eine Gerade, zurück Richtung Lisa Dora Station. Die „Black Widow“ ist arg ramponiert, verliert an Speed. Und von hinten rauscht ein neuer, altbekannter Gegner heran: Billy Joe, langjähriger Chef der Red Noses und Mitfavorit, scheint Cristal kurz vor der Ziellinie noch abfangen zu können…

Das Finale des eigentlich illegalen und medial massiv gehypten „Runaway Rebel Race“ ist da und damit auch der letzte Band der Reihe. Und wieder vermag Autor/Zeichner ‘Fane seine Leser überraschen. Zwar liefert er wie erwartet knallharte Renn-Action, die wieder nicht jeder Fahrer überlebt, aber er beendet seinen Vierteiler nicht mit dem Zieleinlauf. Der ist zwar spektakulär, doch anschließend serviert ‘Fane noch einen längeren Epilog, der zehn Jahre später spielt und sich ausschließlich auf die Protagonisten Billy Joe und Cristal konzentriert, die – wir erinnern uns – eine regelrechte Hassliebe miteinander verbindet. Derweil sind die Nebenschauplätze aufgeräumt: Major Richmond, ehemaliger Renn-Rivale von Cristals Vater und als Co-Kommentator engagiert, verlässt angewidert von der Brutalität des Rennens das Geschehen, nachdem er die Live-Übertragung erfolgreich sabotiert, und das Wrack des mit eingebautem Maschinengewehr versehenen FBI-Undercover-Wagens wird diskret von der Behörde abtransportiert, was später zu einer gewissen Legendenbildung beitragen sollte.

Natürlich punktet ‘Fane wieder mit seinen außergewöhnlichen Zeichnungen in ausladenden, großen Panels, die selbst, wenn sie wie skizzenhaft hingerotzt erscheinen, immer Eleganz und eine ungeheure Dynamik ausstrahlen. In einem Nachwort beschreibt das Comic-Zeichner Olivier Vatine (Aquablue, Lanfeust von Troy) treffend, indem er erklärt, dass ‘Fane seinen Autos regelrecht Leben einhaucht. Neben den Zeichnungen versüsst der Anhang als Sekundärpart den Abschied von der Serie. Der besteht aus nicht verwendeten Szenen, aber v.a. aus einem fiktiven Motorsport-Sonderheft, das sich mit dem Triple R Rennen beschäftigt und in den Artikeln und Berichten rund um das Event zahlreiche Hintergrund-Infos zur Handlung und zur Geschichte der Personen (nach)liefert. Wir erfahren mehr über die klassischen Streamliner-Rennen, über die Geschichte der Lisa Dora Station und über die am Rennen teilnehmenden Gangs (Red Noses & Black Panties). Und in einer Timeline zu den Geschehnissen, ganz unten versteckt als nüchterner Vermerk, erfahren wir, dass es doch noch ein Happy End gegeben hat… (bw)

Streamliner, Band 4: Death Talk
Text & Bilder: ‘Fane
88 Seiten in Farbe, Hardcover
Splitter Verlag
16,80 Euro

ISBN: 978-3-96219-010-1

 

Unsere Besprechungen zu Band 1-3:

 

 

 

 

 

 

 

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