Gnome von Troy, Band 1 + 2 (Splitter) | Comicleser

Gnome von Troy, Band 1 + 2 (Splitter)

Februar 16, 2012

Frage: Wie waren die Helden des erfolgreichen Dauerbrenners Lanfeust von Troy (und dessen Folgeserien) als Kinder? Die hatte sich vielleicht Star-Autor und Vielschreiber Arleston in einer ruhigen, schreibfreien Minute auch gestellt und gleich, ideenreich wie er nun mal ist, die Antwort in Form eines neuen Troy-Ablegers parat: Lanfeust, Cixi und C’ian in ihrer Kindheit zeigen. Eine Idee, die wir beispielweise vom kleinen Spirou schon kennen. Nur geht es hier bei den Gnomen (damit wäre der leicht irre führende Titel – man mag dahinter auf den ersten Blick eine Serie ähnlich Troll von Troy vermuten – auch geklärt) um einiges wüster zu, als beim Kult-Pagen.

Für Nichteingeweihte zuerst ein Überblick: In der Welt von Troy gibt es einen Landstrich namens Sowardie. Die dort lebenden Menschen (?) entwickeln alle eine magische Gabe. Eine einzige, und jeder eine andere. Diese kann nützlich sein, zum Beispiel die Macht über das Wasser zu haben, oder völlig unnütz, wie aus dem Ohr furzen zu können (Eine Grundidee – nein, nicht das furzen – die in ähnlicher Form auch bei Straczynskis US-Comicreihe Rising Stars zum Tragen kommt ). Die wilden Rabauken um Lanfeust aber haben ihre Kräfte noch nicht erhalten, die kommen bekanntlich erst irgendwann beim Größerwerden und im Laufe der Serie (siehe bei Cixi). So werden die Charakter-Eigenschaften, die die Personen in der Hauptserie auszeichnen, hier genüßlich auf die Spitze getrieben. Mit erfolgreichem, derbem Humor. Da werden gar liebliche Tierchen gequält und gekillt, was das Zeug hält, arme Petauren (das sind die Reit-Nutztiere, die nur laufen, wenn man singt…) für seltsame Jobs entfremdet und wunderbar makabre Späße mit anderen Kindern und Erwachsenen veranstaltet.

Wieder mal ein Comic, der wirklich witzig ist (den passenden Humor beim Leser vorausgesetzt). Die einzelnen Episoden beschränken sich auf eine oder wenige Seiten. Tarquin nimmt seinen in der Hauptserie sehr detaillierten Strich zugunsten der Funny-Elemente etwas zurück, trifft aber die Mimik der Kinder stets genau und pointiert. Man merkt, dass Autor und Zeichner mit viel Spaß und Begeisterung an die Sache gingen. Die Serie ist vorerst auf vier Bände angelegt, die beiden ersten (‚Derbe Späße‘ und ‚Drecksgören‘) sind erhältlich, Band 3 kommt im Juli.

Kurioses am Rande: Während die Hauptserie Lanfeust von Troy und deren erster Ableger Troll von Troy seit Jahren bei Carlsen erfolgreich als Softcoveralben erscheinen, muss der Leser bei den übrigen Nebenserien und –titeln woanders einkaufen: Bei Splitter erscheinen als Hardcover Die Kriegerinnen von Troy, Das Schattenreich von Troy, Die Geister von Troy und eben auch unsere Gnome hier. Wer sich mit andere Werken des Dauerbrenners Arleston beschäftigen will der kann Splitter troy (das musste jetzt sein) bleiben und sich Die Schiffbrüchigen von Ythaq anschaffen. Auch sehr lesenswert! (bw)

Text: Christophe Arleston
Bilder: Didier Tarquin
56/48 Seiten in Farbe, Hardcover
Splitter Verlag
jeweils 13,80 Euro

ISBN 978-3-86869-419-2 (Band 1)
ISBN 978-3-86869-420-8 (Band 2)

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