Lemuria, Band 1 (Splitter) | Comicleser

Lemuria, Band 1 (Splitter)

June 13, 2014

Lemuria, Band 1

Vergessene Kontinente, Fabelwesen, Aliens, Draufgänger und fesche Weiber – all das, und noch viel mehr, bietet die Saga um Lemuria, einen vergessenen Kontinent, dessen Überreste in den Bergen von Nepal zufällig entdeckt werden. Moderne Forscher staunen da über wundersame Gerätschaften und Artefakte, die von einer offenkundig untergegangenen Hochzivilisation künden. Rückblende in graue Vorzeit: auf der Insel Sokha macht sich der junge Russ mit seinem Onkel auf eine Schiffsreise – und das nicht in einem herkömmlichen Kahn, sondern in einem solarbetriebenen Amphibienflugzeug, das seine Flugqualitäten beim Angriff von diversem Meeres-Kroppzeug trefflich einsetzen kann. Am Ziel angekommen, stellt man allerdings nur fest, dass das angesteuerte Fischerdorf entvölkert ist.

Flugs erfährt Russ am eigenen Leibe, warum: finstere Wesen vom entlegenen Alpha Centauri sind auf Einkaufstour und saugen per künstlichem Sturm Sklaven in ihren Raumer. Dort zettelt Russ eine saubere Palastrevolution an, worauf ihm zusammen mit seinem blauhäutigen Mitgefangenen Carp die spektakuläre Flucht gelingt – die allerdings im Meer nahe den Bergen von Moran endet. Dort wird er von der schönen Ex-Sklavin Lyann aufgefischt, die ihrerseits keinen besonders guten Tag hatte: in der Stadt Madroc wird sie von einer dankbaren Familie freigekauft, auf einer anschließenden Reise dann aber gleich wieder von Sklavenjägern überfallen, die den Sohn der Familie entführen. Lyann schwört, sich auf die Suche nach dem jungen Herren zu machen, als dessen Mutter auf der Flucht durch geheimnisvolle Kräfte in den Höhlen von Moran ein unzeitiges Ende findet. So blickt ein ungleiches Trio einer unsicheren Zukunft entgegen, denn Carp und Russ haben gerade nichts Besseres zu tun und schließen sich Lyann auf ihrer Suchmission an…

Untergegangene oder noch besser niemals real existierende Kontinente liefern ideales Futter für Fantasy-Stories aller Art – und das nutzen Sytse Algera und Apri Kusbiantoro hier mehr als weidlich aus. 20,000 Meilen unter den Meeren, Der 6. Kontinent, John Carter, Gor – Die Gegenerde, Stargate– man weiß gar nicht recht, welche Inspirationen man für diese wilde Mischung aus Fantasy, Science Fiction und Action noch herbeizitieren soll, aber den beiden Herren gelingt es, daraus eine packende Melange anzurühren, die durch ihre parallel geführten Handlungsstränge jederzeit für Spannung und den pageturner-Impuls sorgt.

Aus dem Comic-Metier stehen dabei eindeutig die Storm-Epen (mit Martin Lodewijk) und mehr noch Trigan-Sagas von Don Lawrence und Mike Butterworth Pate, die sowohl zeichnerisch in den druckartigen Panels als auch inhaltlich mehr als einmal aufgerufen werden (Atlantis-Kontext, Mischung aus alter und neuer Technologie, exotische Flora und Fauna). Explizit geben die Macher in der hier erstmals in deutscher Sprache greifbaren Short Story Close Call die entsprechenden Verweise, als ein Wissenschaftler im Elekton-Krankenhaus Nanobots zur Heilung einsetzt und dabei auch ein Charakter namens Trigo auftritt. Wer ein Faible für gekonntes Spiel mit Versatzstücken und schmackige Sci Fi-/Fantasy-Action hat, der kommt hier voll auf seine Kosten. Teil 2 ist in Vorbereitung. (hb)

Die vergessenen Legenden von Lemuria, Band 1: Die Berge von Moran
Text: Sytse S. Algera
Bilder: Apri Kusbiantoro
64 Seiten in Farbe, Hardcover
Splitter Verlag
14,80 Euro

ISBN: 978-3-86869-728-5

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