Tarzan, Band 3: 1935-1936 (Bocola) | Comicleser

Tarzan, Band 3: 1935-1936 (Bocola)

Januar 9, 2014

Tarzan, Band 3: 1935-1936

Tarzan ist wieder da! Und wie! Nämlich die Version des Prinz Eisenherz-Genies Hal Foster! Denn – was nicht jeder weiß – bevor dieser seine 1788 (!) Eisenherz Seiten zeichnete (von 1927 bis 1971) arbeitete er einige Jahre an den Sonntagsseiten des Tarzan Strips, genau gesagt von 1931 bis 1937 (danach übernahm Burne Hogarth). Und genau diese Seiten bringt Bocola jetzt als Gesamtausgabe.

Auf den Seiten von 1935 und 1936 kämpft der Dschungelheld gemeinsam mit seinen Tieren gegen fiese Unterdrücker, einheimische oder solche, die gerne aus Europa oder Amerika mit habgierigen Absichten in den Dschungel einfallen. Er rettet die eitle Sybil aus einem Flugzeugwrack, die es ihm natürlich nicht dankt (Löwenkampf), flieht mir ihr per Floß an fremde Gestade, wo eine Wikinger-Kolonie fernab der Heimat in der Zeit stehen geblieben ist. Dort hilft er den Tyrann Erik zu besiegen, inkl. epischer Seeschlacht und rettet die schöne Sigreda, die an Aleta erinnert (Löwenkampf). Anschließend beginnt die längere Geschichte um das Goldene Königreich, in dem sich die skrupellosen Gauner Flint und Gorrey breit machen, um es gnadenlos zu plündern. Ihr größter Feind: Tarzan (Löwenkampf), der trotz aller Widrigkeiten eine Allianz gegen die beiden Stinker schmiedet, aber stets den Kürzeren zu ziehen scheint und mehrmals haarscharf am sicheren Tod vorbei schrammt. Und wieder verliebt sich eine Königstochter in ihn… Fortsetzung in Band 4,

War (und ist) schon die Veröffentlichung der Prinz Eisenherz-Gesamtausgabe mit ihren digital restaurierten Seiten (das ist schon fast selbstverständlich, sollte aber stets erwähnt werden) in Qualität und Bearbeitung vorbildlich, wird diese nun von den Tarzan Sonntagsseiten noch getoppt. Denn die kommen so richtig protzig in einem beeindruckenden Großformat daher und bieten trotzdem noch ein hervorragendes Preis-Leistungsverhältnis. Und der Inhalt? Freilich ist Fosters Stil in Vergleich zu seinen goldenen Eisenherz Zeiten noch nicht so ausgereift, aber er ist bereits unverkennbar. Viele Details, sehr dynamisch (die Seiten, die während des Sturms und der Überschwemmung spielen, sind höchst beeindruckend). Die Frauen und die (ja, auch hier schon) stereotypen Bösewichte könnten auch einer der früheren Eisenherz-Seiten entsprungen sein und in der Episode mit den Wikingern, die sich in Afrika angesiedelt haben, fühlt sich der Eisenherz-Fan schon fast heimisch.

Die Dynamik, die die Panels auszeichnet, fehlt der Story. Inhaltlich hetzt Tarzan von Kampf zu Kampf, am liebsten gegen – genau, Löwen. Das ist zwar kurzweilig, aber seine Charakteristik bleibt blass. Er ist halt der edle Held, der keine Frau an sich ranlässt (sie verlieben sich reihenweise in ihn) und verteidigt stur seinen Dschungel. Vielleicht fehlen auch starke Nebencharaktere, Figuren wie Ritter Gawain bei Eisenherz, oder eine Familie, die inhaltlich für Abwechslung sorgen. Sei’s drum. Der Verlag bringt hier ein wertvolles Stück Comic-Geschichte an den Mann (zuvor meines Wissens nur einmal Ende der 80er Jahre im seligen Hethke Verlag erschienen), das vorbildlich präsentiert wird. Das sollte mit einem Kauf belohnt werden. Basta. (bw)

Tarzan, Band 3: Sonntagsseiten 1935-1936
Text & Bilder: Hal Foster
112 Seiten in Farbe, Hardcover im Großformat (26,3 x 35,4 cm)
Bocola Verlag
29,90 Euro

ISBN: 978-3-939625-63-6

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