Something is killing the Children, Band 2 (Splitter)

April 27, 2021
Something is killing the Children, Band 2 (Splitter Verlag)

Erica Slaughter hat mit dem Kroppzeug, das die Kleinstadt Archer’s Peak terrorisiert, per Motorsäge kurzen Prozess gemacht. Den kleinen James konnte sie dabei zwar retten, aber für viele andere vermissten Kinder kam jede Hilfe zu spät. Tommy Mahoney, dem Erica per Messer in den Kopf mit der Gabe bedachte, die unsichtbaren Monster auch sehen zu können, hält ebenso dicht wie sie, aber das Mädchen Bail, das die fürchterlichen Ereignisse ebenfalls überlebt hat, malt immer wieder Szenen, mit denen sie das Erlebte verarbeiten will. Dort entdeckt Erica zu ihrem Entsetzen, dass das Killerviech offenbar nicht weniger als fünf Junge hatte, die sich ebenso von Kindern ernähren und immer noch irgendwo da draußen in den Wäldern ihr Unwesen treiben.

Während Erica über einen Weg nachsinnt, den Monstern eine Falle zu stellen, holt sie ihre Herkunft in Form des Ordensmitglieds Aaron ein, den die Familie Slaughter, ihres Zeichens Ordensritter vom heiligen Georg, der aufmüpfigen jungen Dame hinterherschickt, die für den Geschmack ihrer Gemeinschaft deutlich zu viel Staub aufwirbelt. Aaron will Bail oder James als Köder nutzen, aber dazu kommt es gar nicht mehr: hinter der Turnhalle, in denen die Leichen der vermissten Kinder aufgebahrt sind, trifft Tommy auf die ganze Monstersippe, die sich einmal mehr gnadenlos über die die hilflosen Jüngsten hermachen…

Auch in der zweiten Episode des Überraschungshits breitet James Tynion IV seine Schauermär weiter konsequent aus, die ganz daherkommt, als ob Stephen King seine eigene Version des Predators erschaffen hätte, garniert mit einer gehörigen Prise von Joss Whedons Monsterjägerin Buffy. Die verschlafene Kleinstadt, Kings Markezeichen, zeigt sich völlig überrollt von dem maßlosen Grauen, das über die Bevölkerung hereinbricht, vielleicht am sinnfälligsten in der zutiefst makabren Szene, in der die trauernden Eltern nach und nach in die Turnhalle gelassen werden, um die sterblichen Überreste ihrer Kinder zu identifizieren.

Neben der subversiven, zynischen Art von Erica erfahren wir dieses Mal aber auch endlich Details zu ihrer Vergangenheit: sie wurde selbst als Kind Zeugin einer Monsterattacke, der ihre Eltern zum Opfer fielen. Der Orden derer von Slaughter rettete das Kind, nahm sie auf und bildete sie nur Jägerin aus, die allerdings ein eklatantes Problem mit Autorität und Regeln hat und entsprechend in Ungnade fiel. Werther Dell’edera inszeniert das Ganze erneut stilisiert, alptraumhaft und vor allem in den Monster-Momenten durchaus beklemmend. Wie sich Erica, Aaron und Tommy angesichts der überbordenden Monsterplage dann doch zusammenraufen, wird noch zu sehen sein: der aktuelle Sammelband enthält die Ausgaben 6-10 der Originalreihe, die ihr Ende definitiv noch nicht gefunden hat. (hb)

Something is killing the Children, Band 2
Text: James Tynion IV
Bilder: Werther Dell’edera
144 Seiten in Farbe, Hardcover
Splitter Verlag
19,80 Euro

ISBN: 978-3-96219-558-8

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