Reset, Band 3 (Splitter) | Comicleser

Reset, Band 3 (Splitter)

März 18, 2021
Reset, Band 3: Permafrost (Splitter Verlag)

Klärungen zeichnen sich ab in der kaputten Welt der Zukunft des Jahres 2084, die der interstellare Komplex zur Rettungsaktion auserkoren hat. In der Sonnenstadt haben die Ärztin Helen und die außerirdische Besucherin Säti ein Schreckensbild entdeckt, in dem eine künstliche Intelligenz Menschen zur Energieversorgung versklavt hält. Nachdem man die Siedlung befreit hat, befragt Helen die künstliche Intelligenz hochnotpeinlich und muss erstaunt erfahren, dass in Sibirien der Ursprung des alles vernichtenden Fiebers, das auf der Erde wütet, und damit auch die Heilung zu finden sei. Per Raumer macht man sich flugs auf den Weg und findet im dank der Klimaerwärmung immer weiter zurückweichenden Permafrost tatsächlich Überreste eines offenbar außerirdischen Körpers, der die Seuche wohl irgendwann auf die Erde geschleppt haben muss.

Gleichzeitig muss sich in Texas Sätis Angetrauter Swann mit der Ingenieurin Liz gegen marodierende Skälls zur Wehr setzen, die sich mit illegalen Dimensionssprüngen an den Rohstoffen der Erde bedienen wollen. Die drei Piraten kann Swann wagemutig in die Flucht schlagen, aber irgendwann muss er Liz dann doch gestehen, dass ihr Mann und Tochter bei einem der eigentlich verbotenen Dimensionssprünge ums Leben kamen. Verzweifelt heftet man sich nun an die Fersen der fliehenden Raumpiraten – wobei plötzlich auch Hinweise auftauchen, dass Liz‘ zweite Tochter gegen alle Erwartungen doch überlebt hat. Gleichzeitig braut sich im Komplex weiterer Widerstand gegen die zunehmend umstrittene Rettungsaktion zusammen, bis sich mit dem Skäll-Botschafter selbst ein eher überraschender Verbündeter für die wohlwollenden Fraktionen findet…

Im dritten und letzten Teil seiner Endzeit-Saga biegt Fred Duval (u.a. Nevada, Wonderball) nun endgültig auf die Zielgerade, die gleich diverse Antworten liefert. In bester X-Files-Manier liegt die Wurzel allen Übels in Sibirien, wo zwar kein Meteorit, aber doch außerirdische Einschläge im ewigen Eis gefangen sind: niemand anders als – Spoiler ahead – die mittlerweile so hilfsbereiten Näkän-Bewohner selbst haben das vernichtende Fieber gebracht, als vor Jahrhunderten ein Raumpilot im Kampf innerhalb des damals noch verfeindeten Komplexes auf der Erde abstürzte. Das gemahnt – so stellt es Helen selbst fest – an die gesamte Historie der Kolonisation, von den Conquistadores bis zu weiteren ruppigen Vertretern diverser Eroberer, die den Ureinwohnern ganzer Kontinente mit Pocken und anderen Zivilisationskrankheiten deutlich mehr zusetzten als mit Waffengewalt.

Dazu mischt sich dann eine gehörige Portion Öko-Mahnung: die Meere steigen, die Pole schmelzen, und nur aus diesem Grunde kann sich das tödliche Fieber überhaupt erst verbreiten, das natürlich immer deutlicher auf die nach wie vor leider allzu aktuelle Pandemie verweist. Und auch sonst gibt sich Duval nahe am Zeitgeschehen: neben den Seitenhieben auf Kapitalismus und weltpolitische Ränke darf auch ein wenig bittere Satire nicht fehlen, als die Aliens den Texanern die Flucht vor diversen mörderischen, wildgewordenen Maschinen (hallo Terminator – nicht umsonst sieht die zupackende Liz in einem Panel einer gewissen Sarah Connor in ihrem Jeep mehr als ähnlich) nach Mexiko ermöglichen und dazu die „Trump-Abschnitte“ einer hohen Mauer vor dem Rio Grande einreißen. Zumindest dieses Kapitel ist ja zumindest auch in der Realität mittlerweile erledigt. Und den Rest schaffen wir auch noch. (hb)

Reset, Band 3: Permafrost
Text: Fred Duval
Bilder: Emem
56 Seiten in Farbe, Hardcover
Splitter Verlag
16 Euro

ISBN: 978-3-96219-380-5

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