Something is killing the Children, Band 3 (Splitter)

Januar 28, 2022
Something is killing the Children, Band 3 (Splitter Verlag)

Brenzlig wäre noch untertrieben für die Lage in Archer’s Peak: die Stadtbevölkerung harrt gemeinsam mit Sheriff Cavanaugh in der Turnhalle aus, während draußen die Viecher umherstreifen, die nur für Kinder sichtbar und gefährlich sind. Erica Slaughter gelingt mit dem kleinen James die Flucht, aber neues Unheil naht: der alte Drache, Chef des Ordens des Heiligen Georg, will die Sache wie immer ohne Aufsehen erledigen und schickt ein Kommando unter der Führung der rabiaten Cecilia nach Archer’s Peak, um zu verhindern, dass irgendetwas von der Sache nach außen dringt.

Erica rettet sich einstweilen ins Haus des Polizisten John, dem sie die ganze Monster-Malaise erklärt – die einzige Rettung, so ihr Plan: die Kinder James und Bian müssen als Köder fungieren, um das Kroppzeug anzulocken, worauf Erica dann ein für alle Mal aufräumen will. Dumm nur, dass in dem Moment Cecilia auftaucht und John per Schwert aus dem Weg schafft, worauf Erica mit ihren beiden Schützlingen in die Wälder flieht. Mühsam erreichen sie das Haus, in dem alles begann, als die Kinder um James sich Gruselgeschichten erzählten – und während es Erica in der Tat gelingt, die verbleibenden Viecher zu ihr zu locken, stürmen die Truppen des Ordens des Heiligen Georg die Turnhalle, um alle Zeugen auszulöschen…

Finale! Zumindest für diesen Storybogen der Überraschungs-Hit-Reihe von James Tynion IV und Werther Dell’Edera. Unverändert ganz im Geiste der Provinz-Horror-Stories von Stephen King, mischt sich hier nun eine gehörige Prise X-Files ins Geschehen: die mysteriösen Hintermänner, die um jeden Preis verhindern wollen, dass die seltsamen Vorfälle bekannt werden, setzten seinerzeit auch schon Mulder und Scully zu. Das Haus Slaughter scheint dabei unbegrenzt Einfluss nehmen zu können: auf einen Wink des alten Drachen werden alle Posts in sozialen Medien gelöscht, um die Verbreitung der Bilder der Monsterplage zu unterbinden.

Dabei ist man zutiefst überzeugt, dem „großen Ganzen“ zu dienen, und gebärdet sich dabei doch nur sektenhaft-tyrannisch. Erica erweist sich einmal mehr als eigenwillige Abtrünnige, die das Spiel nicht mehr länger mitmachen will, und die Kinder James und Bian entpuppen sich wie so oft bei Stephen King als die wahren Helden, die ihre Angst besiegen, um den Monstern den Garaus zu machen. Am Ende rückt der Drachenorden ab, die öffentliche Version der Ereignisse wird durch einen kleinen Kunstgriff zum angeblichen Massenmord eines Psychopathen, und Erica fährt im Fernreisebus vorbei am Schild „You are leaving Archer’s Peak“ – wie es weitergeht, werden wir sehen.

Zeichnerisch ist die Sause wieder krachig wie eh und je, mit atmosphärischer Farbgestaltung, in der die Monster als dräuende schwarze Schemen mit glühenden roten Augen erscheinen. Somit ein würdiges Ende für diese Storyline, die im Original in den Heften 6-10 der Reihe herauskam. In den folgenden Kapiteln, die in den USA im Januar schon das Licht der Welt erblickten, erfahren wir wohl mehr über die Vorgeschichte von Erica im Hause Slaughter – wir dürfen hoffen, dass diese Fortsetzung bei Splitter auch hierzulande erscheint. (hb)

Something is killing the Children, Band 3
Text: James Tynion IV
Bilder: Werther Dell’Edera
144 Seiten in Farbe, Hardcover
Splitter Verlag
19,80 Euro

ISBN: 978-3-96219-559-5

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