Die Frauen von Manara (Splitter) | Comicleser

Die Frauen von Manara (Splitter)

Februar 16, 2026
Die Frauen von Manara (Splitter Verlag)

Zuerst sollte man wissen: dies ist kein weiterer Comic aus der bereits umfangreichen Milo Manara-Reihe im Splitter Verlag. Es handelt sich vielmehr um einen Bildband für Erwachsene, der völlig ohne Worte oder Begleittexte auskommt. Und der widmet sich – der Titel lässt es erahnen – ganz den Damen, die der italienische Maestro bekanntlich so schön, anmutend und erotisch zeichnet, wie kein Zweiter.

Die ganz- oder doppelseitigen Frauen-Bilder sind thematisch grob kategorisiert, wobei die nackte Essenz natürlich die gleiche bleibt: in „Kunst und Geschichte“ stehen die Motive, bzw. die Damen in einem historischen Kontext, räkeln sich gerne in oder vor italienischen Palazzi. Wieder wird auf Fellinis Casanova Bezug genommen. Außerdem sehen wir Phillis aus „Ein Indianischer Sommer“ und die Indianerin Weißer Hase aus „Mann aus Papier“. Auch in der Folge lassen sich einzelne Illustrationen bestimmten Werken Manaras zuordnen.

Die nächste Kategorie nennt sich „Verführung und Vergnügen“. Auch hier variiert Manara seinen Stil. Manche Bilder sind skizzenhafter, nervöser gestaltet, wirken wie eine Fingerübung, andere wirken ganz in Schwarz-Weiß wie eine Kohlezeichnung oder wie vergrößerte Panels. Oder bestehen gar aus mehreren Sequenzen.

Das folgende Kapitel widmet sich dann ganz den beiden erotischen Hauptwerken des inzwischen 80-jährigen Manaras: „Klick“ und „Der Duft des Unsichtbaren“, die beide auch bei Splitter komplett erschienen sind. Hier werden bekanntlich perfekt gewisse Phantasien bedient, wobei das optische Geschehen stets seine Manara-Qualität behält (im Gegensatz zu den Verfilmungen, über die man getrost den Trenchcoat des Schweigens decken kann).

In dem Abschnitt „Gefahr und Mutation“ wird es dann wilder, ohne jedoch in die Richtung zu gehen, die Serpieri mit seiner Druuna einschlägt. Die Motive stehen meist in einem phantastischen Kontext, meist Science Fiction, auch wenn im Hintergrund nur ein paar Sterne zu sehen sind.

In der letzten Kategorie geht es um „Mythos und Unsterblichkeit“. Wir sehen Motive aus Pinocchio, aus Manaras „Gullivera“, das Cover der Originalausgabe von 2012 bei Glénat und ganz zum Schluss grüßt Esmeralda aus Hugo Pratts „Corto Maltese“. Wie bei jedem Manara Titel ist auch hier als Bonus ein Kunstdruck enthalten. Mit „Maler und Modell“ hat Splitter einen weiteren Illustrationsband von Milo Manara veröffentlicht, diesmal aber mit erläuterndem Text. Auch dazu in Kürze mehr. (bw)

Die Frauen von Manara
Text & Bilder: Milo Manara
128 Seiten in Farbe, Hardcover
Splitter Verlag
29,80 Euro

ISBN: 978-3-68950-148-8

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