Absolute Green Lantern, Band 2 (Panini) | Comicleser

Absolute Green Lantern, Band 2 (Panini)

Oktober 1, 2026
Absolute Green Lantern, Band 2: Etwas Rotes (Panini Comics)

Irgendwo in den Tiefen des Weltraums: die Blackstars jagen diverse Green Lanterns, um die Herrschaft des Quard zu verbreitern. Dabei greift auch ein grimmer Kilowog ins Geschehen ein, ein ganzer Planet wird vernichtet – und als die Red Lantern Abin Rao eingreift, erscheint ein verdächtig gelbes Wesen: Sinestro steuert auf die Erde zu… Wo die unfreiwillige neue Lantern Jo Mullein darüber sinniert, wie sie in den ganzen Schlamassel hineingeriet: von ihrer Jugend in Evergreen, ersten Annäherungsversuchen der Polizistin Renée Montoya, die sie noch verwirrt ablehnt, bis hin zur Kündigung aufgrund der galoppierenden Korruption des Polizeichefs.

In Coast City, wo Jo ihr Heil sucht, lernt sie die draufgängerische Cameron kennen – schnell entsteht eine Beziehung, die Damen heiraten, aber für Cam scheint es nur den Job zu geben, weshalb die Sache schief geht, als Montoya auftaucht und mit Jo eine Affaire beginnt. Als Jos Vater stirbt, kehrt sie nach Evergreen zurück, verdingt sich bei John Stewart im Architekturbüro – und erlebt dort den verheerenden Angriff des Aliens Abin Sur in seiner Green Lantern. Flashforward: Jo bringt den durch die schwarze Masse ins Koma geschleuderten Hal Jordan ausgerechnet zu Cam, da sie sonst niemand weiß, der helfen könnte. Man legt die alten Verletzungen zur Seite, aber die Ereignisse beruhigen sich keinesfalls: der fiese Hector Hammond setzt den Söldner Keith Kenyon alias Nemesis auf Jo an, um das Geheimnis der grünen Macht zu entschlüsseln, und auch die Polizei in Gestalt der Agenten Simon Baz und der Telepathin Limbo suchen nach dem vermeintlichen Mörder Hal Jordan.

Als Hammond vom korrupten (schon wieder) Agent Double den entscheidenden Tipp erhält, dringt Kenyon in seinem Auftrag in Cams Apartment ein, nimmt seine Persona Goldface an und verletzt Jo mit zwei Goldprojektilen – immerhin hat der Ring keine Macht über die Farbe Gelb, so viel weiß man. Aber Jo gelingt es, sich per Kneifzange brachial die Kugeln zu entfernen, ihre Macht kehrt zurück, was Goldface zu spüren bekommt. Einstweilen experimentiert Hammond rücksichtslos an Menschen, um die Kraft der schwarze Masse für sich nutzbar zu machen…

Ring frei für Runde 2 von Al Ewings furioser Neu-, Um- und Weiterinterpretation des Green Lantern-Universums im Rahmen des Absolute-Konzeptes, innerhalb dessen Darkseid eine völlig neue Realität geschaffen hat. Der Fokus liegt dabei einmal mehr zum einen auf den persönlichen Konflikten diverserer Lanterns, zuvorderst Jo Mullein, die durch den Kontakt mit (dem in diesem Universum bitterbösen) Abin Sur per Ehering die Macht der Green Lantern aufsog. Jo erscheint hier in den Flashbacks als verletzliche junge Frau, die auf der Suche nach ihrer eigenen Identität in eine Beziehung stürzt, zu der sie noch nicht bereit ist („ich wollte das Richtige tun“, wiederholt sie permanent).

Dazu gesellen sich zahlreiche Vertreter aus dem Lantern-Kanon: Keith Kenyon erfand ein Unverwundbarkeits-Serum auf Goldbasis und lieferte sich als Goldface schon 1964 den ersten Kampf mit der Silver Age Lantern Hal Jordan, wobei die Gelb-Schwäche des Rings für jede Menge Angriffspunkte für den Goldjungen bot (ob da Gert Fröbe als Auric Goldfinger wohl als Inspiration diente, bleibt im Dunkeln – das gleichnamige Bond-Abenteuer erschien im gleichen Jahr). Jos Love Interest Renée Montoya kennen wir eigentlich aus dem Batman-Universum, wo der Charakter von Bruce Timm 1992 für die Animated Series erfunden und zeitgleich auch in die Comicserie eingeführt wurde.

Waren schon die Ereignisse in Band 1 durchaus drastisch, schwingt das Pendel hier recht deutlich in Richtung Action und teilweise Horror: der Angriff von Goldface auf Jo wäre auch in einem Stalker-Film nicht fehl am Platze, und die Selbstoperation per Kneifzange, die dann auch Goldface erledigt, ist nichts für schlechte Nerven, nicht zuletzt der durchaus drastischen Inszenierung von Jason Howard und Riley Rossmo. Im Hintergrund lauert gleichzeitig stets nicht nur Hector Hammond, sondern auch die intergalaktische Bedrohung in Form der Blackstars und eines Sinestro, der standesgemäß Clark Gable wie aus dem Gesicht geschnitten scheint.

Aber auch eine Prise schwarzer Humor darf nicht fehlen, als Jo z.B. ihre Lage zusammenfasst: „Tja, zu meinem Glück ist ein riesiges Sternenschiff auf meiner Stadt gelandet, mein Kindheitsfreund wurde mit einem bösen Schattending infiziert und wacht nicht mehr auf. Mein Boss ist ein Weltraum-Jesus voller kryptischer Warnungen über Killerplaneten. Und scheinbar werden ich und irgendein Vogeltyp gejagt, weil wir Anomalien in der kosmischen Ordnung sind.“ Und das passiert einem ja wahrlich nicht alle Tage. Der vorliegende Band, der auch in einer Hardcover-Variante erhältlich ist (siehe rechts), enthält die US-Hefte „Absolute Green Lantern“ 7-12, die im Original von Dezember 2025 bis Mai 2026 erschienen. (hb)

Absolute Green Lantern, Band 2: Etwas Rotes
Text: Al Ewing
Bilder: Jahnoy Lindsay, Sid Kotian, Jason Howard
192 Seiten in Farbe, Softcover
Panini Comics
20 Euro

ISBN: 978-3-7416-5219-6

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