
Schon sind wieder fünf Jahre vergangen seit dem letzten Jubiläum des Micky Maus-Magazins. 70 Jahre waren es seinerzeit – HIER DER LINK zu unserem damaligen Bericht –, folglich macht man nun das dreiviertel Jahrhundert voll. Denn vor 75 Jahren, am 29. August 1951, erschien das erste Heft am Kiosk in einer stattlichen Auflage von 300.000 Exemplaren – heute ein begehrtes Sammlerstück. Man entschied sich damals übrigens für „Micky Maus“ statt „Donald Duck“ als Titel, weil die Zeichentrickfilme mit Micky sich gerade bei uns großer Beliebtheit erfreuten. Aus Anlass des aktuellen Jubiläums zum 75. hat sich Egmont Ehapa nun etwas Besonderes einfallen lassen. Eine Art „Best of“ (natürlich subjektiv) der Geschichten aus dem Magazin, von den Anfängen bis heute. Neu veröffentlicht in einer vierbändigen Reihe mit dem bedeutungsschweren Namen „Micky Maus Legacy Collection“.
Band 1 ist gerade erschienen und beinhaltet Storys von 1951 bis 1975, aus drei Jahrzehnten, sprich, den ersten 25 Jahren (wer es genau wissen will: vier aus den Fünfzigern, elf aus den Sechzigern und sechs, die in den Siebzigern erschienen). 256 farbige Seiten mit 21 Geschichten unterschiedlicher Länge, selbstredend im (nicht mehr originalen) Maschinen-Lettering. Darunter auch zwei Barks-Klassiker. Die erste Story stammt natürlich aus Heft 1 und hat Pluto zur Hauptfigur, der hier zum „Seehund“ wird. In „Die Silbermine von Schwindolar Schwan“ kommt erstmals Donald zum Einsatz, dem hier in einem Western-Ambiente gleich Gustav Gans als Konkurrent zur Seite steht. Die erste Barks-Story ist dann „Im Land der viereckigen Eier“, die im Magazin Nr. 11 von 1963 debütierte. Mit „Besuch von Planeten Diana“, 1968 im Magazin erschienen, folgt dann ein weiterer Klassiker geschrieben und gezeichnet von Carl Barks.
Aber nicht nur Donald und Micky werden in dem Band bedacht, auch viele andere Disney-Charaktere finden hier ihren Platz, wie Strolchi, Primus von Quack, noch einmal Pluto (der um einen Knochen kämpft) oder Supergoof. Selbst den Panzerknackern ist eine Story gewidmet. Auf einen historischen Trip begibt sich Micky (bzw. einer seiner Vorfahren), der es hier mit Wikingern zu tun bekommt, wie auch Donald, den es mit seinen Neffen zwecks kuriosem Schüleraustausch auf eine Insel verschlägt, auf der einst Phönizier strandeten. Prägende Zeichner dieser frühen Ära des Magazins – und demnach auch hier vertreten – waren neben Carl Barks auch Tony Strobl und Paul Murry, der sich in erster Line Micky annahm. Und prägende Übersetzerin war natürlich Erika Fuchs, die mit ihrer Arbeit die Deutsche Sprache bereichern sollte.
Auf den einleitenden Seiten werden die Zeichner, wie auch die Gründung und frühe Historie des Magazins vorgestellt und zum Schluss beinhaltet der erste Band noch ein Interview mit dem deutschen Disney-Zeichner Ulrich Schröder, den viele von seinen Disney-Zeichen-Workshops auf diversen Comic-Festivals kennen. Schröder zeichnete auch das Cover des Bandes, als Hommage an die allererste Ausgabe des Magazins – nur jetzt auch mit Donald (fast) an Bord. Band 2 der Legacy Collection erscheint am 28. Juli. Demnächst ist auch ein Schuber erhältlich, in den alle vier Bände passen werden. Das Magazin erscheint nach wie vor 14-tägig als Comic-Konstante am Kiosk. (bw)

Micky Maus Legacy Collection, Band 1
Text & Bilder: Carl Barks, Tony Strobl, Paul Murry u.a.
256 Seiten in Farbe, Softcover
Egmont Ehapa Media
12,99 Euro
ISBN: 978-3-8413-7073-0
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