I hate Fairyland, Band 2 (Skinless Crow) | Comicleser

I hate Fairyland, Band 2 (Skinless Crow)

Mai 19, 2026
I hate Fairyland, Band 2 – Deluxe Edition, von Skottie Young (Verlag Skinless Crow)

Inzwischen sind über dreißig Jahre vergangen und Gertrude, Gert genannt, sitzt noch immer im Märchenland fest. So wirklich abgefunden hat sie sich damit noch immer nicht, auch wenn sie auf einer skurrilen Convention, Kerkerfestexpocon genannt, sich als Fan der Barbarin Gwag outet. Nach dem üblichen Chaos, das sie dort anrichtet, trifft sie Maddie, die mit Gert-Cosplay auffällt und die ihr größter Fan ist. Nachdem Maddie „gertiger“ als Gert wird, beschließt diese, endlich gut zu werden und sucht dazu die „Eier der Erlösung“. Eine gute Gert – das ist der Hexe Horribella ein Dorn im Auge, weshalb sie zu einer drastische Maßnahme greift, die das ganze Märchenland akut gefährden wird. Doch noch zuvor hetzt sie eine ganze Horde Attentäter auf Gert…

Band 2 der Reihe, die im Original bei Image Comics erschien, beinhaltet die US-Hefte 11 bis 20, sowie das Special „I hate Image“. Diesmal kredenzt uns Autor und Zeichner Skottie Young einen durchgängigen Storybogen, der natürlich wieder voller abgedrehter Wendungen steckt. Zuerst – kleiner Spoiler – stirbt die gute Gert, nicht durch die Attentäter, sondern durch ein kleines Missgeschick, in das ein Lolly involviert ist. Doch was für das Märchenland eine gewisse Erlösung sein sollte, könnte nun sein Untergang sein, da eine Figur zurückkehrt, die wir bereits kennen, nur in einer völlig anderen Funktion (nein, nicht Duncan, der Drachenjunge und auch nicht Horribella). Und nur Gert könnte sich ihr entgegenstellen, aber die ist ja tot. Oder?

Der wunderbare, sarkastische wie drastische Humor, ein Markenzeichen der Reihe, schwappt hier einmal mehr durch jede Seite. Sei es in den Dialogen zwischen Gert und Sidekick Larry, alias Larrigon Wendsworth III. aus der Gilde der Führer, dessen „Origin“ wir nebenbei erfahren. Oder bei den wunderbaren Einfällen von Skottie Young – wie ein Höllenfürst, der höflich aber bestimmt ein Paket aufgeben will (beim Märchenland-Paketdienst, wo inzwischen Duncan mitmischt), oder auch bei Kleinigkeiten und witzigen Details, wie die Telefon-Warteschleife, die Horribella mit „War Pigs“ von Black Sabbath berieselt. Dazu gesellen sich die skurrilen (Märchen-) Figuren aller Couleur und natürlich die atemlos vorangetriebene Geschichte. Das lustige wilde Gemetzel, das Gert gerne verursacht, wird hier zugunsten der Story zurückgeschraubt. So entsteht in dieser Hinsicht auch keine Sättigung.

Kein „I hate Fairyland“ ohne Skottie Youngs Zeichenstil. Der ist dem Funny statt dem Realismus zugetan, kommt bizarr daher, auch sehr plakativ, mit einem kräftigen Tuschestrich und knallbunten Farben (die besorgt wieder Jean-Francois Beaulieu). Großzügige Panels, teils opulent ausgestaltet, durchziehen den Band. Auch gerne mit ganz- oder doppelseitigen Splashpages. Immer wieder originell gestaltet und mit Stilmitteln präsentiert, wie beispielsweise der Schwertkampf gegen den Samurai-Pilzkopf. In dem One-Shot, der hier als Dreingabe enthalten ist, begegnet Gert übrigens anderen Image-Figuren, wie der Lügekatze aus „Saga“, Rick und Carl („Er sagt gerne meinen Namen“) aus „The Walking Dead“, den Paper Girls und Spawn. Eine ganze Reihe von Variant-Covern (u.a. von Bill Sienkiewicz und Jeff Lemire), sowie das Skript zu Heft 11 samt Tusche-Umsetzung beenden den Band, dessen Fortsetzung schon in den Startlöchern steht. (bw)

I hate Fairyland, Band 2 – Deluxe Edition
Text & Story: Skottie Young
Bilder: Skottie Young, Dean Rankine,
Jean-Francois Beaulieu (Farben)
336 Seiten in Farbe, Hardcover
Skinless Crow
59,50 Euro

ISBN: 978-3-03963-083-7

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