Spirou und Fantasio Spezial, Band 45 (Carlsen) | Comicleser

Spirou und Fantasio Spezial, Band 45 (Carlsen)

April 21, 2026
Spirou und Fantasio Spezial, Band 45: Superpage – Die Gaia-Strategie (Carlsen Verlag)

Nach „Rächer wider Willen“ und den „Worldwide Olympic Wars“ im Battle Royale Stil (nachzulesen in Spirou und Fantasio Spezial, Band 29 und 33) tritt Superpage zum dritten Mal in Aktion. Das ist, wie wir längst wissen (und außer uns nur der Graf von Rummelsdorf) Spirous Superhelden Alter Ego. Wir befinden uns in Nova-Brüssel, wo seit Kurzem der neue GAIA-Wolkenkratzer über der Stadt thront, die wuchtige Zentrale des GAIA Tech-Konzerns. Spirou ist zurzeit privat unterwegs, als ihn eine Nachricht von Unbekannt erreicht: Jemand hat offenbar seine Geheim-Identität gelüftet und fordert Superpage zu einem Treffen auf – ausgerechnet im GAIA-Gebäude. Dort ist es – gelinde gesagt –schweinekalt, und halb erfroren hilft Superpage unversehens „die Jägerin“ aus der Patsche, sein weibliches Pendant. Schnell erfahren die drei (Redwing alias Pips ist natürlich auch dabei), dass das GAIA-Gebäude einem ganz besonderen Zweck dient, worauf sie sich auf eine lange, unfreiwillige Reise begeben müssen. Und die geht nicht an einen anderen Ort, sondern in eine andere Zeit…

Nach vier Jahren widmen sich Zeichner Yoann und sein Autor Fabien Vehlmann wieder der Superhelden-Inkarnation von Spirou. Das Duo war ja bekanntlich auch einige Zeit für die Hauptserie des franko-belgischen Comic-Klassikers verantwortlich (die Carlsen Bände 49 bis 53). Hier im dritten Superpage-Teil beziehen sie sich auf den letzten Band und entfernen sie sich noch mehr vom klassischen Spirou, indem sie sich nicht nur in der Superhelden-Welt austoben, sondern ihren Helden auch noch quer durch das Science-Fiction Genre schicken. Von Kälteschlaf über Zeitmaschinen zu Clown-Bots und zerstörerischen, scheinbar unbezwingbaren Robot-Kriegsmaschinen. An Begriffen wie „Nanobots“, „hybrider Quantencomputer“ oder „cyberneuronales Netzwerk“ hätte Reed Richards sicher seine helle Freude. Dazu gesellt sich eine dystopische Welt, in der die übrigen Menschen einem fremden und kuriosen Kult frönen.

Natürlich begegnet Superpage auch phosphoreszierenden Dinosauriern und eine ganz wichtige Rolle nimmt – ganz aktuell – eine selbstlernende KI ein, in deren „Hände“ man vor Jahrzehnten das Schicksal der Welt gelegt hatte und die, wie sich nun herausstellt, die hohen Erwartungen und Hoffnungen so gar nicht erfüllen konnte. So hetzen Superpage & Co. atemlos von einer Misere, von einer prekären Situation in die andere. Vieles bleibt dabei ungeklärt, Dinge passieren einfach. Natürlich trifft man alte Bekannte (wobei „alte“ wörtlich zu nehmen ist). Es fehlt bei der Handlung ein wenig die Übersicht, zumindest für angestammte Spirou-Leser. Was vielleicht auch beabsichtigt ist, schielt man mit der Story und der Figur des Superpagen doch ganz unverblümt auf die Superhelden-Fraktion. Dementsprechend sind auch die Zeichnungen Yoanns, die sich schnittig modern gestalten – manchmal sogar skizzenhaft, dann wieder voller Details – und die sich damit ebenfalls von der Hauptserie abgrenzen. (bw)

Spirou und Fantasio Spezial, Band 45: Superpage – Die Gaia-Strategie
Text: Fabien Vehlmann
Bilder: Yoann, Fabien Alquier (Farben)
88 Seiten in Farbe, Softcover
Carlsen Verlag
14 Euro

ISBN: 978-3-551-80751-9

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