Sphären, Band 1 (Splitter) | Comicleser

Sphären, Band 1 (Splitter)

April 7, 2026
Sphären, Band 1: Ouvertüre (Splitter Verlag)

Etwas Ungeheuerliches geschah im September 2203: drei Sphären – kugelrunde Flugobjekte von gänzlich unbekannter Herkunft – drangen in den Orbit des Planeten Jupiter ein und stürzten, vorbei an einem irdischen Forschungsschiff, in den großen roten Fleck des Planeten. Ein einmaliges Ereignis, in dessen Folge auf dem Jupitermond Europa eine ständige Beobachtungsstation errichtet wurde. Doch von den Sphären fehlt seitdem jede Spur. Jahrhunderte später, im Jahr 2544, ist dieses Ereignis fast vergessen. Die Menschheit erobert längst das Sonnensystem, während ein umfassender Krieg vor einigen Jahren große Teile der Erde verwüstete und unbewohnbar machte. Aus der Asche dieses Krieges entstand die neue, staatstragende Religion von Ultimax. Deren Hauptstadt ist Mega-Bogota. Und dort lebt unsere Protagonistin Nell’o.

Nell’o, mit ihrer weißen Mähne eine markante Erscheinung, ist Raumpilotin des Konsortiums, bringt sich gerne in Schwierigkeiten, ist jedoch seit über einem Jahr außer Dienst. Grund ist ein traumatisierendes Unglück, das Nell’o knapp und als einzige überlebte. Noch immer aus der Bahn geworfen, sucht und findet sie Trost und Vergessen in einer Droge namens Coral Sweat. Eine Sucht, die ihr beinahe zum Verhängnis wird und die sie gegen ihren Willen schließlich zum Jupitermond Europa führt. Mit an Bord ist ein gewisser Colonel Prax’x, ein knorriger Soldat, der Jahrhunderte im Kryo-Tiefschlaf verbrachte und der damals an Bord eben jenes Forschungsschiffes war, das den drei Sphären begegnete…

Mit „Sphären“ startet Autor und Zeichner Alain Brion eine lupenreine Science Fiction Serie, die einiges versprechen mag, auch angesichts des Titels des Auftaktbandes. Denn für eine „Ouvertüre“ passiert hier auf 64 Seiten erstaunlich viel. Dabei präsentiert Brion neben der originellen, neugierig machenden Grundidee auch typische SF-Versatzstücke, optisch und inhaltlich: ein Krieg im All und auf der Erde forderte über drei Milliarden Tote und hinterließ einen verwüsteten Planeten. Wir sehen eine überbordende Mega-City mit einem Meer aus Wolkenkratzern, inkl. Flugautos und Raketen-Bikes. Eine neue Religion beherrscht einen theokratischen Staat und umgekehrt (inkl. Anklänge an Jodorowskys Techno-SF). Gefahr droht ihr durch eine Sekte. Und mittendrin zwei völlig unterschiedliche Hauptfiguren. Eine ist von einer Droge besessen, die andere von einem einmaligen Ereignis.

Über die titelgebenden Sphären, das sei verraten und keine Überraschung, erfahren wir hier noch nichts. Sie bleiben vorerst ein Mysterium (auch in Frankreich ist bisher nur dieser eine Band erschienen). Weshalb wir auch keine Ahnung haben, in welche Richtung die Story sich entwickelt, die am Ende Nell’o und Prax’x auf dem Mond Europa vereint. Nell’o ist hier, weil sie hier sein muss, während Prax’x seine vor Jahrhunderten unterbrochene Mission wieder aufnimmt. Alain Brion ist bekannt durch seine Fantasy-Reihe „Excalibur Chroniken“, wechselte aber bereits mit Band 10 der Serie „Androiden“ in das Science Fiction Genre (beides ebenfalls bei Splitter erschienen). Hier in „Sphären“ präsentiert er einen detailfreudigen, kräftigen Zeichenstil und eine facettenreiche Story, weshalb wir massiv gespannt sind, wie die Story weitergeht. (bw)

Sphären, Band 1: Ouvertüre
Text & Bilder: Alain Brion
64 Seiten in Farbe, Hardcover
Splitter Verlag
18 Euro

ISBN: 978-3-68950-144-0

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