Black Canary – Die Beste der Besten (Panini) | Comicleser

Black Canary – Die Beste der Besten (Panini)

März 11, 2026
Black Canary - Die Beste der Besten (Panini Comics) Softcover-Edition

Blitzschwalbe Dinah Lance steckt in einem Dilemma. Ihre Mutter Dinah Drake liegt totsterbenskrank darnieder, die Lage scheint hoffnungslos, da meldet sich der alte Widersacher Vandal Savage mit einem höchst unmoralischen Angebot: Dinah soll die unangefochtene Königin des Faustkampfs Lady Shiva herausfordern – und dabei in einem abgekarteten Spiel in Runde 6 das sprichwörtliche Handtuch werfen. Darauf will Savage setzen, so steinreich werden und der Frau Mutter ein Heilmittel verabreichen. So kommt es in Las Vegas zu einem Kampf der Superlative, der nicht nur auf der Erde Millionen Zuschauer anzieht (darunter auch die Gerechtigkeitsliga), sondern auch in jede Ecke des Universums übertragen wird. Die Spielregeln sind klar: Frau gegen Frau, alles ist erlaubt, nur keine Superkräfte, also kein Sonarschrei, der Dinah retten könnte.

Der Kampf endet nur, wenn eine der Kontrahentinnen aufgibt oder kampfunfähig ist. Von Anfang an muss Dinah massiv Prügel einstecken, kein Wunder, ist Lady Shiva doch mit einer Quote von 7:1 haushohe Favoritin. Von Runde zu Runde hangelt sich Schwalbe, während vor ihrem inneren Auge ihr hartes Training vorbeizieht, das sie mit ihrer Mutter gemeinsam als Vorbereitung für den Kampf absolvierte, wie auch ihre Faszination für die Heldentaten der Mutter, der sie schon als Kind nacheifern wollten, wenn auch vielleicht nicht aus den richtigen Gründen. Nachdem der Ausgang schon besiegelt scheint, erinnert sich Dinah in Runde 4 an die Worte ihrer Mutter: niemals solle sie aufgeben, auch nicht ihr zuliebe. So kämpft sie sich allmählich zurück, legt Lady Shiva verschiedentlich auf die Matte und steht in Runde 6 vor einer schicksalhaften Entscheidung…

Der größte Kampf des Jahrhunderts! Das erinnert natürlich an das legendäre Aufeinandertreffen von Superman und dem damaligen „Greatest“ Muhammad Ali, das Dennis O’Neil und Neal Adams 1978 als „All New Collector’s Edition“ inszenierten (und das im gleichen Jahr als eine der großformatigen Sonderausgaben im Ehapa-Verlag auch den Weg in unsere Kinderzimmer fand). Auch hier bestand der Kniff darin, dass alle Superkräfte neutralisiert wurden und somit ein echtes Kräftemessen stattfinden konnte – und die Erpressung im Hintergrund gab es in Gestalt der Aliens, die die Erde zu zerstören drohten und so den Schaukampf inszenieren konnten, ebenso.

Anders als im Boxspektakel legt Tom King (u.a. Strange Adventures, Human Target) in seiner Black Canary-Miniserie den Fokus neben der knallhaften, deftigen Ring-Action auf die Mutter-Tochter-Beziehung zwischen der Original-Blitzschwalbe Dinah Drake (ersonnen von Robert Kanigher und Carmine Infantino schon 1947, zunächst ohne Superkräfte, bald mit Sonarschrei und Mitstreiterin der Justice Society) und ihrer Tochter Dinah Laurel Lance, die man Anfang der 80er in den Kanon einfügte, um eine Erklärung für die scheinbar nie alternde Figur der Blitzschwalbe zu haben. In der Backstory bei King schwärmt die junge Dinah von den Heldentaten der Original-Canary, drängt auf Training und Beteiligung, stellt aber bald fest, dass sie eigentlich nur ihrer Mutter nahe sein wollte.

Diese Spannung löst sich im Verlauf der sechs Runden immer mehr auf, bis Dinah Lance schließlich ihre ganz eigene Entscheidung trifft. Die Kontrahentin Lady Shiva bringt dabei 70er-Flair aus der Hochzeit der Kung-Fu-Welle, das später in Verbindungen zur League of Assassins und auch den Birds of Prey aufging, woher die beiden Damen sich kennen. King baut auch darüber hinaus jede Menge Referenzen ein, von den beiden quasselnden Kommentatoren bis hin zu einem im Training ohne Hemd, aber mit Maske kämpfenden Batman, der in diesem Outfit schon in der legendären Story „The Demon Lives Again!“ von 1972 in einem Schwertkampf in der Wüste gegen seine Nemesis Ra’s al Ghul antrat.

Pro Heft erleben wir dabei eine Runde, die drastischen Prügeleien sind dabei von Ryan Sook mehr als dynamisch inszeniert, die Flashbacks fügen sich leicht gefärbt nahtlos ein und sind teilweise einfallsreich gestaltet, wie etwa eine SMS-Unterhaltung zwischen Mutter und Tochter, die jeweils als Screenshot erscheint. Und ja, auch ein gewisser Oliver Queen darf natürlich nicht fehlen, immerhin ist der ja der Dauer-Partner der Schwalbe aller Welten. Der vorliegende Band enthält die komplette Miniserie „Best of the Best“, die von „Round 1“ bis „Round 6“ reicht und für Sammler auch als limitierte Variant-Hardcover-Ausgabe (siehe links) zu haben ist. (hb)

Black Canary – Die Beste der Besten
Text & Story: Tom King
Bilder: Ryan Sook
192 Seiten in Farbe, Softcover
Panini Comics
27 Euro

ISBN: 978-3-7416-4557-0

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