Spirou und Fantasio Spezial, Band 44 (Carlsen) | Comicleser

Spirou und Fantasio Spezial, Band 44 (Carlsen)

Januar 29, 2026

Unterwegs zum „Knüller des Jahrhunderts“? Auf jeden Fall, wenn man Fantasio und seinen gewohnt vollmundigen Versprechen Glauben schenken mag. Doch Spirou ist skeptisch, wie auch Steffani, die vermeintliche Konkurrentin um die zu erwartende Sensation, die sich bald zu den beiden gesellt. Und das Marsupilami mischt sowieso bei allem mit, was Action und Abenteuer verspricht. So treffen wir die drei, bzw. vier irgendwo in Mexiko auf dem Weg nach San Inferno, einem entlegenen Ort, wo die von Armut geplagten Menschen in einem von Wohnhöhlen durchlöcherten Berg- und Felsendorf hausen. Dort werden sie von Sofia empfangen, die sie gleich zum eingangs erwähnten „Knüller“ führt: in einer tiefen Höhle, die als Friedhof diente, hat Sofia ein Alien-Skelett entdeckt. Und nicht nur das…

Über ein Jahr nach dem Erscheinen des letzten Bandes („Die Schweinebucht“) geht die beliebte Spezial-Reihe nun weiter, in der sich verschiedene Autoren und Zeichner in zum Teil unterschiedlichsten Stilrichtungen an den beiden franko-belgischen Comic-Ikonen versuchen dürfen, abseits von der regulären Reihe (dort ist man inzwischen bei Band 55 angekommen, gezeichnet von Olivier Schwartz). Mit Lewis Trondheim ist als Autor hier ein illustrer Name am Werk, der nach „Panik im Atlantik“ (Spezial Band 11) sein zweites Spirou Abenteuer vorlegt (was auf dem Backcover übrigens falsch vermerkt ist). Zeichner des Bandes ist ebenfalls kein Unbekannter: Fabrice Tarrin hat bereits zwei Spezial Bände gestaltet (Nr. 6 „Die Gruft derer von Rummelsdorf“ und Nr. 30 „Spirou bei den Sowjets“). Außerdem kennt man ihn als Illustrator von diversen Asterix Bildbänden.

Hier nun wandelt er stilistisch auf den Pfaden André Franquins, legt seine Zeichnungen also im klassischen Stil an, folglich ist Spirou hier in seiner Pagen-Uniform unterwegs. Autor Trondheim benutzt zwei Mythen, um seine Story voranzubringen – Aliens, die in früheren Zeiten die Erde besuchten (Herr Däniken wäre erfreut) und die Legende von El Dorado. Mit beidem, das sei verraten, wird hier schnell und vollumfänglich aufgeräumt. Dazwischen blitzt immer wieder Trondheims bissiger Humor auf (den er auch persönlich pflegt – wer ihn mal getroffen hat, weiß das), eben wenn das Marsupilami mit Knochen spielt, oder wenn Sofia den Tod ihres Mannes schildert. Dann zeigt das Marsupilami eine ungewohnte Schwäche, ein vermeintlicher Schurke entpuppt sich als Mitstreiter und drei Vögelchen als Retter in der Not. Wie immer gibt’s zum Schluss einige Infos zum Band und zu den Machern. Sehr schön. (bw)

Spirou und Fantasio Spezial, Band 44: Der Schatz von San Inferno
Text: Lewis Trondheim
Bilder: Fabrice Tarrin
48 Seiten in Farbe, Softcover
Carlsen Verlag
12 Euro

ISBN: 978-3-551-80575-1

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