Batman: Der Gargoyle von Gotham 4 (Panini) | Comicleser

Batman: Der Gargoyle von Gotham 4 (Panini)

November 4, 2026
Batman: Der Gargoyle von Gotham, Band 4 (Panini Comics)

Absolutes Chaos in Gotham! Während, bzw. weil auf dem Townsend Hotel die Glocken läuten, bricht in der Stadt die Hölle los. Überall Explosionen und Zerstörung. Indoktrinierte Anhänger des Stadtgeist-Kultes marodieren und scheinen wahllos zu töten. Derweil befindet sich Batman nach seiner schweren Verletzung noch immer im Untergrund Gothams und enttarnt dort Charles Quinton, der sich als Sohn von Dr. Franz Ebner zu erkennen gibt. Beide arbeiteten früher in Arkham und behandelten dort einen jungen Patienten namens Bruce Wayne, kurz nach der Ermordung von dessen Eltern. Gemeinsam mit Lady Rat und seinen neuen Freunden aus dem Untergrund greift Batman in einem provisorischen Dress in das chaotische Geschehen ein und steht bald seinem Feind Doktorgeist gegenüber…

Der Vierteiler „Batman: Der Gargoyle von Gotham“, der bei Panini unter dem Black Label erscheint, wurde geschrieben und gezeichnet vom Brasilianer Rafael Grampá. Der Eisner-Preisträger arbeitete bereits mit Frank Miller zusammen („Batman: Das Goldene Kind“). Seine Alternativ-Story spielt in der Frühzeit von Batmans Karriere, ist jedoch in der Gegenwart angesiedelt, anders als beispielsweise die Miniserie „Bat-Man: First Knight“ von Dan Jurgens und Mike Perkins, die tatsächlich in den späten 1930er Jahren spielt. Das zeitliche Setting hier ist aber im Prinzip unwichtig für die Story, außer dass Smartphones eine gewisse Rolle spielen.

Das Geschehen auch in diesem finalen Band ist überbordend. Denn wie bereits in Teil 3 passiert wieder unwahrscheinlich viel auf den 64 Comicseiten. Und das rasant, wodurch die Story auch etwas überfrachtet wirkt. So haben einige markante Figuren leider nur Kurzauftritte, wie der Monster-Motten-Priester Moth-er oder seine Gegnerin Laura, die blasse junge Frau mit paranormalen Kräften. Auch Crytoon, eine Art Mentor für den Joker-Bub, bleibt weitestgehend ein Mysterium. Immerhin erfahren wir, dass er zwanghaft gerne und wissentlich Böses tut und tun will – eine „Gabe“, für die sich sein junger Sidekick mehr als empfänglich zeigt. Die Identität des Oberschurken Doktorgeist wird offenbart, dazu auch die Verbindungen zum jungen Bruce Wayne. Und Gordon gibt wieder sein Bestes, was wie so oft kaum gut genug ist.

Den Hintergrund der Geschichte bilden letztendlich die Forschungen von Ebner und Quinton in Arkham an der sogenannten „dunklen Aura“, die manchen Menschen innewohnt, und die die beiden für sich als Energie nutzbar machen wollten. Eine Art dunkle Seite der Macht. Auch an dem jungen Bruce wurde seinerzeit in Arkham geforscht. Und mehr als das. Batman erfährt hier so einiges über seine Kindheit, was ihn nachdenklich macht, aber aller Rückschläge und Enthüllungen zum Trotz entscheidet er sich natürlich einmal mehr für das Gute.

Wie gehabt kommen Rafael Grampás Zeichnungen äußerst wuchtig daher. Sie wirken immer leicht stilisiert – die Figuren haben kurze Beine und überdimensionale, klobige Schuhe – aber was er in den brachialen und auch blutigen Action-Szenen auf das Papier zaubert, ist beeindruckend. Die Auftritte Batmans sind fulminant inszeniert und detailliert gestaltet, beispielsweise sein Auftauchen in dem provisorischen Kostm (was das Cover vorwegnimmt), oder der seitenlange Kampf gegen Doktorgeist, bei dem die Farbe Rot dominiert. Wie auch seine Vorgänger ist auch dieser letzte Teil in einer auf 333 Exemplare limitierten Variant-Ausführung (siehe Cover rechts) erhältlich. (bw)

Batman: Der Gargoyle von Gotham, Band 4
Text & Story: Rafael Grampá
Bilder: Rafael Grampá, Matheus Lopes (Farben)
64 Seiten in Farbe, Hardcover
Panini Comics
16 Euro

ISBN: 978-3-74163-761-2

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