Alien: Paradiso (Panini) | Comicleser

Alien: Paradiso (Panini)

Mai 20, 2026
Alien: Paradiso (Panini Comics)

Paradiesische Zustände, die will man auf dem Urlaubsplaneten Paradiso inklusive künstlich angelegter Inseln dem gut zahlenden Publikum gerne bieten. Deshalb herrscht Waffenverbot, man will ja seine Ruhe haben. Das passt dem Schmugglerboss Ricky Valentine bestens in den Kram, der klammheimlich mit Su-Jin, dem Chef des konkurrierenden Goldpfeil-Kartells, verhandeln will, was sein Kumpel, Resort-Leiter Carlito Magni, geflissentlich übersieht. Aufmerksam beobachtet wird das Ganze allerdings von den beiden Colonial Marshals Dash Nanda und Lydia Reeves, die undercover ermitteln.

Als Su-Jin eintrifft, geht die Sache allerdings gehörig schief: sein Kartell hatte kurz zuvor einen Auftrag der Weyland-Yutani Corporation angenommen, der sich alsbald in einem fremdartigen Viech äußert, das aus Su-Jins Brust platzt und verschwindet. Das Kroppzeug wächst in rasender Geschwindigkeit, in Panik riegelt Carlito das Areal ab, das von den Xenomorphen überrannt wird, die die gesamte Mannschaft von Su-Jin infiziert hatten. Notgedrungen müssen die Eingeschlossenen nun paktieren, die Hotelbediensteten machen sich mit auf die Jagd, und auch die beiden Marshals geben ihre Tarnung auf, worauf Ricky seine ganz eigenen Ziele verfolgt. Das ist den vorrückenden Aliens reichlich egal, die den fliehenden Carlito und auch sonst alles und jeden attackieren…

Wieder ein neuer Blickwinkel auf das mittlerweile umfangreiche Xenomorphen-Universum: zeitlich verortet ist die Sause im Jahr 2153 und spielt damit in der offiziellen Timeline nach den Ereignissen von Alien und Alien Romulus, aber noch vor Aliens. Die fiese Weyland-Yutani-Corporation hat sich ihre Exemplare der Xenomorphen gesichert, hält die Sache aber unter Verschluss, so wie auch das Schicksal der Besatzung der Nostromo streng geheim ist: Rickys Leibwächterin Tsula erinnert sich in einem Flashback daran, wie ein Vertreter der Gesellschaft ihrer Mutter erklärt, man könne keinerlei Verantwortung für den Tod ihres Vaters Gilbert Kane übernehmen – der verkörpert von John Hurt ja 1979 das allererste Leinwand-Opfer des Kroppzeugs war.

Auch die Tatsache, dass sich die Polizistin Lydia als Synth entpuppt, steht im guten Alien-Kontext. Die Idee einer luxuriösen künstlichen Insel, bei der nach außen alles wunderbar zu sein hat, darf man wohl als satirischen Hieb gegen die Dubai-Glitzer-Influenza-Welt verstehen. Optisch originell wirken insbesondere die Passagen aus Sicht der Xenomorphen, die Peter Nguyen wirkungsvoll farblich verfremdet inszeniert und die wohlig an die Szenen aus der Perspektive eines gewissen Predators erinnert. Somit genug neue Ideen, um die Fanschar der monströsen Geschöpfe zu entzücken. Der Band versammelt die Mini-Serie Alien: Paradiso, die von Dezember 2024 bis April 2025 im Original auf die Welt losgelassen wurde. (hb)

Alien: Paradiso
Text: Steve Foxe
Bilder: Edgar Salazar, Peter Nguyen
120 Seiten in Farbe, Softcover
Panini Comics
16 Euro

ISBN: 978-3-7416-4637-9

Tags: , , , , , , , , , , ,

Comments are closed.