Der sterbliche Thor, Band 1 (Panini) | Comicleser

Der sterbliche Thor, Band 1 (Panini)

April 28, 2026
Der sterbliche Thor, Band 1 (Panini Comics)

Erinnern kann er sich an nicht mehr viel, der langhaarige Sigurd Jarlson. Eine kleine grünhaarige Göre namens Lucki hat ihm die Schlüssel zu einer abgeranzten Wohnung in New York in die Hand gedrückt, mit dem Hammer in seinem Werkzeugkoffer kann er ganz gut umgehen, und das mit dem Englisch klappt auch immer besser. Nur einen Job braucht er noch, weshalb er sich in Richtung einer Baustelle des Roxxon-Konzerns aufmacht. Dort stellt er fest, dass man eigentlich nur Streikbrecher anheuern will, hält spontan eine Rede für Recht und Ehre und trollt sich wieder.

Das nimmt ihm der Schlägertrupp, den Roxxon als Sicherheitskräfte angeheuert hat, eher übel und lauert dem blonden Hünen in einer dunklen Gasse auf. Was aber nicht ausgeht wie geplant – Sigurd lässt buchstäblich den Hammer kreisen und schickt seine Widersacher rabiat auf die Bretter bzw. ins Krankenhaus. In der Wohnung seiner Nachbarin Kristin Seok flickt er sich durchaus gekonnt selbst wieder zusammen und zerlegt die Biker-Gang, die sich Thor schimpfen, in deren Hauptquartier Rough House endgültig. Aber in Gestalt des finsteren Blake und seiner Söhne der Schlange, die den blonden Sigurd suchen, naht schon neues Ungemach…

Der sterbliche Thor, Band 1 - Variant-Cover

Wie sagen es die alten Schweden von Amon Amarth schon: Twilight of the Thunder God! In den launigen Ereignissen der Storyline „Der unsterbliche Thor“ blieb in Asgard kein Stein auf dem anderen. Die Regenbogenbrücke ist zerstört, Thor kam ums Leben (geht das bei einem Gott?), der alte Kampfgefährte Beta Ray Bill gilt als Gründungsmitglied der Avengers, und die Menschen haben die Götter komplett vergessen. Mit dieser Prämisse hat Al Ewing offenkundig einen diebischen Spaß: Sigurd spricht gerne mal Norwegisch, mag ganz landesuntypisch keinen Black Metal (er bevorzugt a-ha) und bastelt sich mit einem Gummiband eine Art Rückholvorrichtung für den Hammer, mit dem er fast wie sein vergessenes Vorbild walten kann.

Dass dabei auch so einiges an Mythologie aus dem alten Kanon hervorgekramt wird, versteht sich von selbst – Thors früheres irdisches Alter Ego Don Blake wurde schon in den 2020ern als eigener, fieser Charakter eingeführt, die Sons of the Serpent schlängeln sich seit 1966 in verschiedenen Inkarnationen durch die Gegend, und auch Sigurd Jarlson steht in guter Tradition: als Walter Simonson in den 80ern den Hammer an Beta Ray Bill übergab, ersann Nick Fury kurzerhand eine neue zivile Identität für Thor und schuf den blonden Bauarbeiter mit Pferdeschwanz. Zeichnerisch wird die Sache von Pasqual Ferry mit Schmackes kredenzt, wobei auch so manche Handgreiflichkeit nicht fehlen darf. Der vorliegende schlanke Band enthält die US-Hefte „Mortal Thor“ 1-3 – wer es exklusiver mag, für den gibt’s eine auf 222 Exemplare limitierte Ausgabe mit Variant-Cover – siehe rechts. (hb)

Der sterbliche Thor, Band 1
Text & Story: Al Ewing
Bilder: Pasqual Ferry
72 Seiten in Farbe, Softcover
Panini Comics
9,99 Euro

ISBN: 978-3-7416-4679-9

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