Rei Sen Pazifik, Band 1 (Bunte Dimensionen) | Comicleser

Rei Sen Pazifik, Band 1 (Bunte Dimensionen)

Februar 5, 2026
Rei Sen Pazifik, Band 1, von Olivier Speltens (Verlag Bunte Dimensionen)

April 1942, fünf Monate nach dem Angriff auf Pearl Harbor. Daisuke Tanaka, Jagdflieger der japanischen Luftwaffe, wird auf den Front-Stützpunkt Lae auf Neuguinea versetzt. Seine Mission und die seiner neuen Kameraden lautet die letzten feindlichen Kräfte auf der Insel rund um die Hauptstadt Port Moresby zu vernichten. Hat Tanaka bei seinem ersten Kampfeinsatz noch ein mulmiges Gefühl, wird er danach von dem Flieger-Ass „Meister“ Goro Kusaka öffentlich für seine Disziplin während des Einsatzes gelobt. Aktuell sind die Zeros der Japaner den Maschinen der Westmächte überlegen, Erfolge lassen sich daher noch recht einfach erzielen.

Doch langsam scheint sich das Blatt zu Ungunsten der Japaner zu wenden. Der Feind lässt sich nicht besiegen und bekommt immer wieder Nachschub. Der japanische Stützpunkt wird immer öfter und gezielter bombardiert, auch tagsüber. Gerüchte über eine seltsam verlaufene Schlacht bei Midway machen sich breit. Schließlich werden offene Angriffe verboten, man soll sich auf das Verteidigen konzentrieren. Die Moral auf der Basis sinkt daher deutlich. Und dann werden Daisuke und seine Kameraden auf eine brisante Mission geschickt…

Die neue Reihe des Belgiers und Weltkriegs-Spezialisten Olivier Speltens wechselt einmal mehr den Schauplatz. Zuvor zeichnet er in „Die verlorene Armee“ in vier Bänden den Russlandfeldzug nach, dann stand in „Afrikakorps“ (drei Bände) eine Panzerbesatzung in Nordafrika im Mittelpunkt. Beide Reihen erscheinen ebenfalls bei Bunte Dimensionen. Jetzt also der Pazifikkrieg. Ändern sich auch die Schauplätze, bleibt sich Speltens bei einem treu: er schildert das Geschehen konsequent aus der Perspektive der Verlierer, wobei Tanaka hier als Ich-Erzähler fungiert.

Speltens zeigt auch den Menschen hinter dem Soldaten: Von Beginn an zweifelt Tanaka, der eigentlich Architekt werden wollte, am Krieg und an der Doktrin, dass man als japanischer Soldat jederzeit bereit sein müsse, sich für den Kaiser zu opfern. Sein erster Einsatz ist geprägt von Angst vor dem Versagen, immer wieder muss er an die Heimat und seine Familie denken, auch weil mit Kenji ein Freund aus seinem Dorf mit ihm stationiert ist. Über den Kriegsverlauf lässt man die Piloten im Unklaren, oder verbreitet unstimmige Propaganda (wie über die verlorenen Schlachten bei Midway oder in dem Korallenmeer). Schließlich lernt Tanaka den Krieg kennen. Und damit den Tod, auch den seiner Kameraden.

Da Olivier Speltens nun Flugzeuge als Kriegswaffe in den Mittelpunkt rückt, drängt sich optisch ein Vergleich mit dem Zeichner Romain Hugault auf (u.a. „Über den Wolken“, „Der große Uhu“, bei Salleck erschienen), ein Spezialist für Fliegercomics, der wie Speltens für Farben und Effekte auf den Computer baut. So entstehend Effekte mit Tiefenwirkung – Explosionen, aber auch das Meer erscheinen schon fast fotorealistisch. Doch nicht nur damit schafft Speltens beeindruckende Bilder und Perspektiven, wie ein kleiner Einblick in das Entstehen der Zeichnungen am Ende des Albums zeigt. Die Reihe ist wieder auf drei Bände angelegt. Band 2 ist in Frankreich bereits erschienen. Ach ja: Rei-sen ist übrigens die japanische Kurzbezeichnung für die berüchtigte Zero. (bw)

Rei Sen Pazifik, Band 1
Text & Bilder: Olivier Speltens
56 Seiten, Hardcover
Bunte Dimensionen
18 Euro

ISBN: 978-3-949144-48-6

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