{"id":9996,"date":"2021-12-01T13:43:36","date_gmt":"2021-12-01T11:43:36","guid":{"rendered":"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=9996"},"modified":"2021-12-01T13:43:36","modified_gmt":"2021-12-01T11:43:36","slug":"die-geschichte-der-science-fiction-splitter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.comicleser.de\/?p=9996","title":{"rendered":"Die Geschichte der Science-Fiction (Splitter)"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"283\" height=\"400\" src=\"http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/Geschichte-der-Science-Fiction_WEB.jpg\" alt=\"Die Geschichte der Science-Fiction  (Splitter Verlag)\" class=\"wp-image-9997\" srcset=\"https:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/Geschichte-der-Science-Fiction_WEB.jpg 283w, https:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/Geschichte-der-Science-Fiction_WEB-212x300.jpg 212w\" sizes=\"auto, (max-width: 283px) 100vw, 283px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Utopien, <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=5758\" data-type=\"post\" data-id=\"5758\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Dystopien<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=7565\" data-type=\"post\" data-id=\"7565\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Zukunftsvisionen<\/a>, soziale Zerrbilder, Satiren: die Spielarten der phantastischen Literatur, auch genannt Science Fiction, sind schier unendlich \u2013 und die Geschichte des Genres fast so alt wie die Literatur selbst. Umso furioser ist der k\u00fchne Wurf, den Xavier Dollo und Djibril Morissette-Phan hier unternehmen: nichts weniger als eine umfassende Historie der SF bietet dieses Kaleidoskop, das mit einem Auftritt von Arthur C. Clarke beginnt, der im Dialog mit HAL 9000 ins Geschehen f\u00fchrt. Von den Anf\u00e4ngen in der Antike mit den \u201eWahren Geschichten\u201c des Lukian von Samosata schl\u00e4gt Dollo den Bogen \u00fcber Klassiker wie Jonathan Swifts \u201eGullivers Reisen\u201c (im Original ja vier anstelle der gemeinhin bekannten zwei Ausfl\u00fcge), Cyrano de Bergeracs Mondberichten und Mary Shelleys epochalem Schauerroman <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=8949\" data-type=\"post\" data-id=\"8949\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">\u201eFrankenstein\u201c<\/a> bis hin zu den beiden Gr\u00fcndungsv\u00e4tern der modernen SF \u2013 Jules Verne und H.G. Wells.<\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend Verne mit Technikbegeisterung und wissenschaftlicher Hellsichtigkeit die Massen mit <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=9478\" data-type=\"post\" data-id=\"9478\" target=\"_blank\">Reisen unter den Meeren<\/a>, zum Mittelpunkt der Erde oder zum Mond begeistert, verkleidet Wells in seinen \u201escientific romances\u201c \u00fcber <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=5664\" data-type=\"post\" data-id=\"5664\" target=\"_blank\">Zeitmaschinen<\/a>, <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=6760\" data-type=\"post\" data-id=\"6760\" target=\"_blank\">Unsichtbare<\/a> und <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=6012\" data-type=\"post\" data-id=\"6012\" target=\"_blank\">Kriege der Welten<\/a> kaum kaschierte, harsche Sozialkritik am England seiner Gegenwart. In den 20er Jahren erf\u00e4hrt das Genre dann mit den von Frank Munsey und Hugo Gernsback herausgegebenen Pulp-Magazinen vom Schlage \u201eArgosy All Stories\u201c eine erste wirkliche Bl\u00fcte in den USA \u2013 zu den Stars z\u00e4hlen bald Autoren wie Robert E. Howard mit seinem ruppigen <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=9692\" data-type=\"post\" data-id=\"9692\" target=\"_blank\">Conan<\/a> und <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=9276\" data-type=\"post\" data-id=\"9276\" target=\"_blank\">H.P. Lovecraft<\/a> mit seinen Uralten um <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=9867\" data-type=\"post\" data-id=\"9867\" target=\"_blank\">Cthulhu<\/a>, aber auch Edgar Rice Burroughs, der nicht nur den <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=1235\" data-type=\"post\" data-id=\"1235\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Dschungelf\u00fcrsten Tarzan<\/a>, sondern auch John Carter ersinnt, der mit einer Marsprinzessin exotischste Abenteuer erlebt, bevor EE \u201eDoc\u201c Smith mit dem Lensman-Zyklus und Edmond Hamiltons \u201eCaptain Future\u201c die <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=3029\" data-type=\"post\" data-id=\"3029\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Space Opera<\/a> nach heutiger Lesart begr\u00fcnden.<\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend die Str\u00f6mung der \u201emerveilleux scientifique\u201c in Frankreich zwar existiert (angef\u00fchrt von Rosny Ain\u00e9, dem Erfinder des Wortes \u201eAstronaut\u201c, der u.a. \u201eLa Guerre du Feu\u201c liefert, das Jahrzehnte sp\u00e4ter als \u201eAm Anfang war das Feuer\u201c das Kinopublikum begeisterte), aber nie zur richtigen Bewegung wird \u2013 zu wenig Beachtung, keine Pulp-Magazine, Z\u00e4sur der Krieges \u2013 biegt das Genre unter der \u00c4gide des Herausgebers John W. Campbell und seinem Magazin \u201eAstrounding Science Fiction\u201c in den sp\u00e4ten 30ern in ein wahrhaft Goldenes Zeitalter ein. Campbell, selbst Autor der epochalen Story \u201eWho Goes There?\u201c von 1938 (einem Massenpublikum bekannt als \u201eDas Ding aus einer anderen Welt\u201c), versammelt mit kenntnisreichem Blick die f\u00fchrenden K\u00f6pfe der amerikanischen Szene um sich. Isaac Asimov definiert und revolutioniert die Roboter-Geschichten inklusive der drei Gesetze der Robotik, Theodore Sturgeon und AE van Vogt steuern viel beachtete Beitr\u00e4ge bei, w\u00e4hrend Robert A. Heinlein zum K\u00f6nig der Mond-Utopien avanciert.<\/p>\n\n\n\n<p>So nimmt die SF weiter Fahrt auf, begleitet durch den Kinoboom der 50er, in dem Invasionsfilme und Space Operas Konjunktur haben. In den 60ern schlie\u00dflich erobern Autoren wie Frank Herbert und Philip K. Dick zunehmend auch ein intellektuelles Publikum: Romane wie <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=9273\" data-type=\"post\" data-id=\"9273\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">\u201eDune\u201c<\/a> oder \u201eThe Man In The High Castle\u201c \u00f6ffnen der SF Wege, die sie bis heute erfolgreich beschreitet\u2026<\/p>\n\n\n\n<p>Die Herkulesaufgabe, die Geschichte eines ganzen Genres aufzuspannen, meistert das Duo Xavier Dollo und Djibril Morissette-Phan absolut bewundernswert. Anstelle einer enzyklop\u00e4dischen Auflistung oder eines rein geschichtlichen Abrisses bietet das Duo n\u00e4mlich eine Collage von Szenen, in denen entweder die Sch\u00f6pfer selbst zu Wort kommen \u2013 so etwa treffen sich die Herren Asimov, Heinlein, Vogt und Sturgeon im 4D-Haus von Jon Campbell und lassen ihre Geschichte und Werke Revue passieren, von der harten Auslese durch Campbell bis zum endg\u00fcltigen Erfolg \u2013 oder Elemente aus den Romanen inklusive der Protagonisten nachgestellt sind. Dem Erfindungsreichtum scheint dabei keine Grenze gesetzt: neben Szenen aus Filmadaptionen (James Whales \u201eFrankenstein\u201c, George Pals <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=7992\" data-type=\"post\" data-id=\"7992\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">\u201eDestination Moon\u201c<\/a>, Fritz Langs \u201eMetropolis\u201c als Archetyp) stehen dabei jeweils auch kurze bibliographische Hinweise auf die Hauptwerke, anhand derer sich die jeweilige Epoche am besten repr\u00e4sentativ ergr\u00fcnden l\u00e4sst.<\/p>\n\n\n\n<p>Hugo Gernsback, bekannt f\u00fcr seine Knausrigkeit, fliegt dabei mit einer 3D-Brille durch seine Sch\u00f6pfungen, bei Wells Zeitmaschine erscheint neben der filmischen Variante von George Pal auch der DeLorean aus \u201eZur\u00fcck in die Zukunft\u201c und der gerade aus der Zukunft gelandete <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=3159\" data-type=\"post\" data-id=\"3159\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Terminator<\/a>. Heinlein erz\u00e4hlt, dass er eigentlich Fritz Lang als Regisseur f\u00fcr die Filmversion seines \u201eRocketship to the Moon\u201c haben wollte, <a href=\"https:\/\/www.comicleser.de\/?p=892\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/www.comicleser.de\/?p=892\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Jules Vernes<\/a> \u201eRobur der Eroberer\u201c durchschwebt mit seinem phantastischen Luftschiff das Firmament \u2013 die Vielzahl der Referenzen, Anspielungen, Darstellungen, Querverweise und schlichtweg die F\u00fclle an unterhaltsam dargebotenen Material l\u00e4sst sich schwerlich beschreiben. Da bleibt eigentlich nur eines: jeder halbwegs SF-Interessierte kann, soll und muss sich in diesen gro\u00dfformatigen, volumin\u00f6sen Band vertiefen \u2013 auf die Gefahr hin, dass eine kaum noch zu bew\u00e4ltigende Liste von Material herauskommt, dass man dringend (wieder) einmal lesen muss.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich fange dann mal mit Burroughs \u201eA Princess Of Mars\u201c an, bevor ich mir die \u201eCaves Of Steel\u201c, Asimovs brillanten Roman um einen Roboter-Detektiv, nochmal vornehme. Und dann die wunderbar respektlose Stahlratte, die \u201eStainless Steel Rat\u201c. Und die \u201eReise zum Mittelpunkt der Erde\u201c. Und \u201eStranger in A Strange Land\u201c. Wo soll das enden? (hb)<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.splitter-verlag.de\/geschichte-der-science-fiction.html\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/www.splitter-verlag.de\/geschichte-der-science-fiction.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Die Geschichte der Science-Fiction<\/a><br>Text: Xavier Dollo<br>Bilder: Djibril Morissette-Phan<br>216 Seiten in Farbe, Hardcover<br>Splitter Verlag<br>29,90 Euro<\/p>\n\n\n\n<p>ISBN: 978-3-96219-103-0<\/p>\n<div class=\"wp_twitter_button\" style=\"float: right; margin-left: 10px;\">\n\t\t\t\t<a href=\"http:\/\/twitter.com\/share?counturl=https%3A%2F%2Fwww.comicleser.de%2F%3Fp%3D9996\" class=\"twitter-share-button\" data-url=\"https:\/\/www.comicleser.de\/?p=9996\" data-count=\"none\" data-via=\"comicleser\" data-lang=\"de\" data-text=\"Die Geschichte der Science-Fiction (Splitter) &raquo; Comicleser #Book #Die Geschichte der Science [...]\">Tweet<\/a>\n\t\t\t<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Utopien, Dystopien, Zukunftsvisionen, soziale Zerrbilder, Satiren: die Spielarten der phantastischen Literatur, auch genannt Science Fiction, sind schier unendlich \u2013 und die Geschichte des Genres fast so alt wie die Literatur selbst. 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